Das sehe ich komplett gegenteilig. Gislason hat sich hier in meinen Augen moralisch beschädigt, und ich habe ihn eigentlich bewundert (vielleicht liegt es daran). Sein Vorgehen wäre dann in Ordnung gewesen, wenn es gerade keinen aktuellen BT gegeben hätte. Es gab aber einen. Natürlich kann man jemandem eine Hochzeit anbieten, der noch verheiratet ist, aber wenn der nicht wenigstens schon getrennt lebt, sondern sich nach einer kleinen Beziehungskrise gerade wieder zusammengelebt hat, ist das schon irgendwie unfair dem Anderen gegenüber. Das war ein sehr unfairer Zug gegenüber Prokop und nein, nicht jeder verhält sich so in seinem Berufsleben, nur zu seinem eigenen Vorteil agierend. Zumal das hier eh ein Geschmäckle hat von wegen Trauzeuge und so.Hätte ich nicht geglaubt, dass man das für "völlig anständig" halten kann. Meine das wirklich nicht böse.
Nun, du gehst aber stark davon aus das Gislason sich selbst ins Spiel gebracht hat und das ganze aktiv betrieben hat. Das kann natürlich sein, aber ich habe das eigentlich nirgendwo in dieser Form gelesen. Er hat nur immer gesagt das es nach einer Auszeit eine Nationalmannschaft sein soll. Seit er in Kiel aufhören wollte, haben die Medien den Bundestrainerposten stets selbst für ihn ins Spiel gebracht. Sogar als er noch bei Kiel war.
Ich bezweifle doch stark das Gislason dann persönlich eine Kampagne gefahren hat, um Prokop zu stürzen. Das ist natürlich Spekulation, aber viel realistischer ist doch die Annahme das Leute wie Schwenker bei ihm angefragt haben ob und wie er zur Verfügung steht bzw. er den DHB maximal darüber informiert hat, wann dieses Zeitfenster zugeht. Das mag sich im Hintergrund meinetwegen auch schon eine ganze Zeit hinziehen.