Beiträge von Paul Jonas

    Auch wenn die Norweger vor allem in der ersten Halbzeit ebenfalls ihre Fehler gemacht haben und Deutschland über 55 Minuten kämpferisch dran geblieben ist....das war halt gestern schon ein Norwegen was über 60 Minuten besser war und das in allen Spielabschnitten. Gestern war es dann eben doch vorbei, wenn man in der Abwehr nicht wie sonst den Zugriff auf den Kreisläufer kriegt und im Positionsangriff an seine Grenzen stößt.

    Ich meine das gar nicht als Kritik, ich finde darauf kann man aufbauen wenn nach der WM die Verletzten wieder kommen. Es war allerdings in jedem Falle vermessen den Skandinaviern lediglich die leichtere Hälfte zu attestieren. Gestern haben beide Mannschaften demonstriert das sie klar vorne sind und völlig zurecht im Finale stehen.

    Naja, gleichmäßig sind auch andere Nationen besetzt. Ich finde es immer verwunderlich wie viele Leute Norwegen auf Sagosen reduzieren wollen zum Beispiel. Die haben auch noch vier-fünf andere Rückraumspieler die mindestens auf deutschem Niveau sind und besser. Auch der Teamspirit der bei uns toll zu sein scheint, ist kein Alleinstellungsmerkmal.

    Deutschland ist sicherlich verdient im Halbfinale, aber das sind alle anderen Mannschaften auch. Wie Frankreich in den nächsten Jahren auftreten wird...naja, man hat ja gesehen wie sie mehr oder weniger ohne Karabatic hier zurechtkommen und das scheint für die Top4 der Welt zu reichen. Wenn deren junge Talente älter werden, wird Frankreich in Zukunft garantiert nicht schlechter.

    Jetzt erst treffen die beiden Turnierhälften aufeinander. Und das ist diesmal sehr interessant. Sind die hochgelobten Skandinavier tatsächlich so dynamisch und stark. In der Hauptrunde war es dann doch nicht so ein leichter Durchmasch und insbesondere am letzten Spieltag war noch alles offen.


    Naja, Dänemark hat jedes Spiel gewonnen und Norwegen jedes außer das gegen Dänemark. Leichte Route ist sicherlich richtig, aber das haben sie auch souverän genutzt. Für mich sind die Halbfinals einfach offen, mit dem Heimvorteil für Deutschland natürlich.

    Hier mal ein Interview mit Kent Harry, der ja bei den Norwegern dabei ist:
    Ansichten eines Professors

    Na, ob Prokop sich wirklich stur gestellt hat, den Kieler Abwehrblock das Kieler Abwehrsystem spielen zu lassen bezweifel ich. Maximal vielleicht hat er abgewartet wie das mit Pekeler in Kiel funktioniert. Das so zu machen halte ich jetzt nicht für die große strategische Erkenntnis für die es einen Ratgeber braucht, bei allem Respekt vor diesem tollen Spieler.

    also so furchterregend fand ich sie nun nicht. Man darf nicht vergessen, dass es mit der Quali für dieses Turnier ziemlich knapp war. 3 Tore weniger und sie wären gar nicht dabei gewesen sondern die Schweiz. Aber Spass bei Seite, wenn Deutschland den Sagosen( hoffe richtig geschrieben) in den Griff bekommt dürften die deutschen es locker schaffen.

    Also die WM Quali muss man auch im Kontext sehen. Das erste Spiel haben sie hoch überlegen und im Grunde zu niedrig gewonnen und dann im zweiten Spiel verwaltet. Mitte Juni riskiert man nichts mehr, wenn man nicht muss. Die Quali war zu keinem Zeitpunkt gefährdet, auch wenn es ein sehr gutes zweites Spiel der Schweiz war.

    Norwegen würde ich zudem nicht auf Sagosen reduzieren, wenn ich mir Leute wie Sullivan, die starken Außen, Johannessen, Gullerud, Myrhol, die starken Torhüter, Myrhol so angucke...ich denke auch das Deutschland vor heimischer Kulisse eine realistische Chance hat, aber locker wird das nicht werden.

    TCLIP
    Ich verfolge nicht jede Berichterstattung, schon gar nicht im nichtenglischen Kontext, daher weiß ich nicht ob du mit der Behauptung Recht hast. Die beiden von mir genannten Länder haben die Kritik jedenfalls durch ihre Spieler kund getan. Der schwedische Mannschaftsarzt hat Gottridsons und so manch andere Verletzung damit teilweise erklärt. Weil 1 Tag eben nicht nur verflucht wenig ist, sondern das es zwischen 1 und 2 Tagen schwankt, jeden Rhythmus verhindert.

    Das ist halt schon durch den Modus nochmal schlimmer geworden. Ich sehe halt aber auch nicht, warum man dann nicht am Mittwoch oderDienstag beginnt oder eben den 5. bzw. 8. Spieltag auf mehr als einen Tag legt. Das entzerrt das sofort.

    paul

    wir haben doch auch gegen russland gespielt und 1 tag später gegen frankreich.....
    ich habe auch nicht mitbekommen, dass wir uns da beschwert haben grad vor dem sicherlich
    schwersten gruppenspiel nur 1 tag pause gehabt zu haben...

    Abgesehen das ich einen Tag generell für zu kurz halte und das ebenfalls kritisch gesehen habe (nein das ich mit keinem Post hier belegen glaube ich ;) ), waren die Chancen hier schon ausgeglichener, weil Frankreich hier ebenfalls nur einen Tag Pause hatte. Sogar weniger Stunden, was übrigens in der Vorrunde sogar zweimal der Fall für sie war und nun auch noch einmal in der Hauptrunde. Ich weiß nicht ob sie sich darüber beschwert haben, aber das tut für mich auch nichts zur Sache. Die Kroaten und Norweger haben es vor den gestrigen Spielen jeweils getan, das wird nicht weniger legitim, weil es andere vielleicht nicht tun.

    Ich finde man sollte einen 2-Tages-Rythmus haben. Das ist das allermindeste. Wenn man dafür einen oder zwei Tage früher anfangen muss oder den jeweils letzten Gruppenspieltag eben nicht medienwirksam für alle Mannschaften auf einen legen würde, wäre das ohne Probleme möglich.

    ich weiss immer nicht, warum die ansetzungen der jeweiligen gastgeber "gute wettbewerbsvorteile" und "geduldete" praxis sind...

    sinn udn zweck eienr veranstaltung muss immer sein, dass auch das gesamtprojekt stimmig ist-
    darin eingebunden selbstverständlich das "plus" für den gastgeber bei möglichen terminen.

    Falls du dich auf mich beziehst...ich habe das für alle Gastgeber kritisiert. Deutschland und Dänemark handeln in meinen Augen genau wie diese und ich finde das jeweils nicht okay. Das man ein Gastgeber sein darf hat viele Vorteile was Zuschauer und Medienwirkung angeht, zudem darf man die Quali skippen, was wie man an Slowenien sieht durchaus gut sein kann.

    Für mich ist es halt unverständlich, warum dann auch noch im Spielplan selbst Vorteile für den Gastgeber drin sein müssen. Ich verstehe das man im Handball gucken muss wer in welcher Gruppe spielt, damit man teilweise die Hallen vollkriegt, aber dem Gastgeber bewusst mehr Pausen zu verschaffen ist etwas wo ich mich schon frage wie man das noch rechtfertigen kann. Das hat Deutschland gestern sehr viel mehr geholfen als angebliche Heimschiedsrichter, denn die Kroaten wirkten platt wie ne Flunder.

    Ich finde den Spielplan sowieso absurd eng, auch der Zwei-Tage-Rhythmus ist straff genug, aber diese 24-Stunden-Geschichten sollte man schnellstmöglich raus haben. Das erhöht auch die Verletzungsgefahr noch weiter und verzerrt den Wettbewerb. Darüber rege ich mich auf Vereinsebene in der CL ebenfalls auf. Ich habe da keine deutsche Brille auf der Nase, wie mir dort häufig unterstellt wurde.

    Naja, SR-Ansetzungen zu kritisieren bewegt sich immer im Bereich der kaum belegbaren Verschwörungstheorie. Das wurde hier ja bezüglich des dänischen Halbfinalwunschgegners angemerkt, halte ich aber auch diesbezüglich für weit hergeholt. Dänemark spielt in Deutschland nicht unbedingt lieber gegen Deutschland als gegen Frankreich oder Kroatien.

    Ob man sich benachteiligt fühlt und diese Einschätzung richtig ist, ist wie gesagt für mich die eine Sache, aber das gleich mit der olympischen Idee zu verbinden, weil indirekt eine Olympia-Quali ausgespielt wird, ist wie sich bei einem (vermeintlichen) Wohnungseinbruch aufs Völkerrecht zu berufen. Wie ich schon anmerkte ist es zudem äußerst unwahrscheinlich das Kroatien sich nicht für dieses Quali-Turnier qualifiziert. Wenn jetzt nicht direkt, dann dadurch das Teams wie Brasilien und ein paar europäische ev. auch Kroatien selbst, über diese Plätze reinkommen und man hier dann nachrückt, wenn man ernsthaft 9. oder schlechter wird. Zudem wurde Kroatien gegen Brasilien kaum verpfiffen und auch das trägt zur jetzigen Situation dieses Teams bei.

    Zum Spielplan...ich weiß nicht wie Kroatien sich das letztes Jahr gelegt hat, weil ich nicht drauf geachtet habe. 2017 hat Frankreich sich da mit Sicherheit ebenfalls gute Wettbewerbsvorteile verschafft und so ist es leider auch dieses Jahr mit den beiden Gastgebern. Leider ist das geduldete Praxis, wie ich aber sowieso den Plan absurd eng gelegt finde. Das Turnier sollte einfach ein paar Tage früher beginnen oder allermindestens, um das halbwegs zu entzerren diesen einen Tag mit dem Eröffnungsspiel der Gastgeber gleich für alle Mannschaften ansetzen.

    Ich weiß nicht ob das was nun vom kroatischen Trainer kursiert wirklich richtig übersetzt ist, aber was er da vom Verrat am olympischen Pakt faselt....also selbst wenn die Kroaten zu 100% verpfiffen worden wären, zieht das die ganze Sache auf eine sehr alberne Ebene. Wenn man mit Kritik an den Schiedsrichtern ernst genommen will, sollte man etwas weniger dick auftragen.

    Wenn die Kroaten befürchten nun die Olympiaquali zu verpassen...sie haben es nach wie vor in der Hand Frankreich zu schlagen, wo eine solche Theorie kaum greift und ihre Niederlage gegen Brasilien haben sie sich selbst zuzuschreiben. Auch dort hatten sie unfassbare Probleme im Positionsangriff, die gestern noch offensichtlicher waren. Deutschland hat mit den ungenutzten Chancen die Kroaten im Spiel gehalten und deswegen, wie bei 99% aller Spiele die in den letzten 2 Minuten entschieden werden, hat man wie immer eine Schiridiskussion.

    Deutschland ist da in anderen Situationen natürlich auch nicht besser gewesen in der Vergangenheit, siehe Viertelfinale 2015, wo man die eigene nicht ausreichende Leistung so wegerklären wollte und glaube ich auch konnte was die Akzeptanz dieses Narrativs bei deutschen Handballfans angeht.

    Es ist doch im Ergebnis völlig egal, ob es ein Stürmerfoul gegen Wiede war oder nicht. Der Wurf des Linksaußen war doch sowieso nicht drin? Wieso hängt man sich so sehr an einer 50:50-Entscheidung auf, wenn es ohne Pfiff auch nicht anders gewesen wäre?

    Naja, bei so einer Berührung wäre das dann schon ein Foul. Man kann da nicht einfach laufen lassen. Ich halte es aus dem gesehenen und vor allem wie man das beim Turnier sonst ausgelegt hat, zwar für eine nachvollziehbare Entscheidung, aber sie muss eben Stürmerfoul oder Foul heißen.

    @Suton
    Finde ich gut, der kann auch zu einem X-Faktor werden. Reichmann wäre sportlich gesehen sicherlich ein Kandidat gewesen, aber das hat er sich halt selbst verbaut. Sonst wäre er glaube ich schon lange im Team. Zwischenmenschliches zählt halt auch und gerade dann wenn Trainer und Team sich so gut gefunden zu haben scheinen.


    Norwegen ist doch sicher raus, wenn Schweden mit drei oder vier Toren Unterschied gegen Dänemark gewinnt, oder täusche ich mich?

    Ja, aber auch wenn ich wie gesagt den Schweden einen Sieg zutraue....gerade weil Dänemark das ja auch weiß, werden sie mit Zähnen und klauen dranbleiben und auch nicht nachlassen wenn sie in Rückstand geraten.

    Dementsprechend läuft das schon relativ sicher für Norwegen würde ich sagen.

    Paul Jonas
    Ob das am Ende eine zuverlässige Strategie ist wird sich noch zeigen
    Zufall ist das m.M. aber nicht.
    Ich kann mich gut daran erinnern,dass genau diese "Strategie der Unberechenbarkeit der Mannschaft mit unterschiedlichen herausragenden Schützen in den verschiedenen Spielen" schon in Leipzig von Prokop als Strategie so gefordert und damals auch mit Erfolg praktiziert wurde.
    Inwieweit das auch in der Nationalmannschaft von ihm so bewusst gefordert wird weiss ich natürlich nicht.Möglich ist es durchaus.

    Naja, so hat man aus dem Rückraum halt schon 2016 gespielt und 2017 im entscheidenden Spiel und 2018 nicht funktioniert. Ich finde das ist halt der deutsche Rückraum im Rahmen seiner Möglichkeiten, weswegen das Spiel sehr gezielt auf Außen und Kreis ausgelegt ist. Ich meine so schlecht wie die Außen gestern gespielt haben, ist das ja nicht der Normalfall. Deswegen ist es bei dem was Prokop und jeder andere Trainer im deutschen Rückraum vorfindet, schon sehr schwierig gezielt zu planen...vor allem mit Spielern wie Fäth, der leider sehr große Schwankungen im Spiel hat.

    Unser Kernstück ist die Abwehr. Egal wie das Turnier ausgeht, wird die zukünftige Aufgabe für Prokop sein, auch im Rückraum langfristige Lösungen zu finden. Unberechenbarkeit ist halt nur toll, solange das nicht in die andere Richtung der Unberechenbarkeit kippt. ;)

    Kurze Frage: Wann ist man denn ein Weltklassespieler? Nicht wenn man bei einer WM in einen immens wichtigen Spiel mit hohem Druck im Kessel eine Mannschaft trägt und dann auch noch 6 von 6 aus dem Rückraum wirft....?

    Ich weis ein Spiel langt da nicht aber bei Wiede ist es ja so das er das nicht zum erstenmal macht.....Er ist schon mehrfach positiv "aufgefallen" Egal ob Bundesliga, International oder auch Nationalmannschaft. Ich finde bei ihm kann man von Weltklasse sprechen.

    Naja, normal ist es schon so das fast alle Angriffe bei Außen und Kreis enden sollen. Das hat gestern sehr gut geklappt, nur haben die Außen da halt nen schlechten Tag gehabt. Aber so macht man das eben auch, weil man sich nicht drauf verlassen kann den Postionsangriff so zu gestalten, dass zum Beispiel die halben den Abschluss machen. Wiedes tolle Tore waren eben oft die individuellen Aktionen, die es auch braucht, aber eben keine taktische Strategie an sich darstellen.

    Die Uninformed Handballhour, hat in ihrer aktuellen Ausgabe (sind Kommentatoren für den englischsprachigen Raum) schon den Witz gemacht, das es fast schon spannend ist, wer im aktuellen deutschen Spiel der Rückraumschütze ist, der plötzlich anfängt zu treffen. In ihrem Beispiel Strobel plötzlich gegen Frankreich. Solange halt immer einer in diese Rolle schlüpft, dann funktioniert das halt...genau wie 2016 eben...aber das ist halt keine zuverlässige Strategie.

    Ich hatte vor dem Turnier nicht gedacht das man das Halbfinale erreichen könnte. Ich habe auf eine gute Hauptrunden-Performance gehofft, auf der man dann eben aufbauen kann für die Zukunft. Das hier ist ein großer Erfolg, vor allem bei diesem Modus. Nach der WM wird es jedenfalls keine Trainerdiskussion geben, die es aus Fanforen wie diesen hinausschafft und das halte ich für sehr gut.

    Auch wenn die Dänen bisher den stärksten Eindruck von allen Mannschaften machen, ist Schweden gegen Dänemark halt schon ein Spiel für das andere Gesetze herrschen und der denkbar unangenehmste letzte Gegner für Dänemark. Ich bin mir daher nicht sicher ob man da schon vom sicheren Halbfinale sprechen kann. Die Norweger sind da im Grunde sicherer, weil ich nicht glaube das sie das letzte Spiel verlieren werden.

    Und gestern haben die Norweger (waren es doch oder?) dann die Kroaten verpfiffen, damit irgendwessen Wünsche erfüllt werden? ;)

    Ich würde zudem sagen das ein Halbfinale mit Kroatien oder Spanien für Dänemark im Zweifel nicht unbedingt angenehmer sein könnte. Wenn diese Mannschaften noch einmal ganz anders motiviert sind, spielen sie auch anders. 2013 war Dänemark vor dem Finale im Grunde sogar recht deutlich favorisiert und was dann passierte weiß man vielleicht noch. Wenn zwei bis drei Mannschaften auf einem völlig anderen Level wären, würden solche Verschwörungen ja Sinn machen, aber so....

    Was mich ein bisschen wundert ist doch wie sehr Schweden gerade auf linksaußen schwächelt. Tollbring 10 von 20 heute auf der Bank und Wanne nun mit seinen 5 Würfen bei 10 von 15. Dagegen Jöndal wie eine Maschine. Wird ganz schwierig für Schweden. Lukas Nilsson macht das zwar toll, aber auf halblinks wäre er wohl noch effektiver. Jeppsson wäre jetzt noch eine Option. Norwegen kann dann natürlich auch noch Johannessen bringen.