Der Grund warum das viele fordern, ist eben das es das ist was als Alternative immer mehr oder weniger im Raum steht. Alternative deswegen, weil die Regeländerung des Zeitspiels von 2016 im Grunde noch wesentlich mehr Auswirkungen auf den Handball hatte, als der viel häufiger diskutierte siebte Feldspieler.
Der Spielraum 6 Pässe nachdem der Arm gehoben ist, hat faktisch dazu geführt, dass ein angezeigtes Zeitspiel jetzt viel länger dauert als früher. Früher konnte man zum Beispiel sehr selten länger als 30 Sekunden hin und her passen, gerade in den letzten Spielminuten hatten die meisten Schiedsrichter wenig Toleranz was das angeht. Das war natürlich trotz allem sehr willkürlich.
Was aber Schiedsrichter national und international faktisch tun, ist nicht 1-6 Pässe zu pfeifen, sondern nach dem 6. Pass, was ja mit vielen Freiwürfen und Fouls ewig dauern kann. Das machen sie natürlich um Transparenz darzustellen. Es ist schwer vermittelbar mal nach dem zweiten und mal nach dem sechsten zu pfeifen, immer nach dem sechsten ist erklärbar. Das führt die Regel des Zeitspiels aber eben immer mehr ad absurdum, weil immer mehr Teams das als taktische Strategie gezielt ausnutzen.
Das meinen Gislason und Jacobsen wenn sie eine Shot Clock fordern. Man kann die Diskussion dann gerne im Kern ersticken und sich über die Shot Clock lustig machen (ich halte das auch nicht für sinnvol), damit überspielt man aber das es hier wahrscheinlich wieder Reformbedarf gibt. Zeitspiel ist dazu da, dass man eben nicht ne Minute einfach runterspielt ohne was zu tun. Wenn es jetzt dazu führt, das man 1 bis zwei Minuten genau das tun kann, dann ist die Regel nicht mehr das was sie sein soll.
Ich bin mir auch nicht sicher, wie man das lösen könnte, vielleicht auf 4 Pässe runtersetzen, was halt einfach weniger lang dauern würde, aber selbst das ist zuviel finde ich. Arm oben hieß für mich früher immer: Jetzt muss eine Aktion kommen, jetzt muss der Assist oder der Wurf kommen. Nicht: Jetzt muss der Spielzug beginnen.