Ich finde den Vorwurf des allgemeinen Rassismus gegenüber dem DFB auch zu stark. Allerdings auch nur, weil das Wort zu stark ist.
Ich habe mir tatsächlich mal die drei Posts von Özil (mir ist hier egal ob Berater oder Marketingagentur, man sollte nicht annehmen das es sich mit anderen Statemenst anders verhält, inklusive Grindel) durchgelesen und finde schon etwas spannend. Man kann ihm sicherlich das totale wegschieben jeglicher Eigenverantwortung vorwerfen. Das wäre eine Diskussion für sich, aber auch eine bei der ich Schäuble zustimmen würde und seinem Vorwurf etwas im Grunde kleines zur Staatsaffäre werden zu lassen.
Grindel hat von Özil gefordert sich zu deutschen Werten zu bekennen. Dies habe ich unabhängig vom Foto an sich immer für völlig überzogen gehalten, weil niemand weiß was das genau bedeutet bzw. es maximal behauptet. Özils Post weist auf vergangene Äußerungen hin, wo Grindel sich noch als Politiker dahingehend geäußert hat, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört. Ich wusste das in der Tat nicht über ihn, aber ich finde schon das das sein Verhalten vor allem aus Özils Perspektive schon in einen Kontext setzt. Ich weiß nicht genau was Özil als seine Identität betrachtet, das kann mir auch egal sein, denn er hat für die Nationalmannschaft guten Fußball gespielt und da endet mein Interesse an ihm normalerweise...aber das seine Religion ein wichtiger Teil seiner Identität ist, sollte klar sein. Auch auf das damalige Mekka-Photo verwiesen, was ebenfalls eine Medienwelle nach sich zog, die er wahrscheinlich auch nicht vergessen hat
Aus dieser Perspektive fällt es mir schwer Özils Kritik an Grindel nicht nachvollziehbar zu finden. Die verlange Bekenntnis von ihm, wird aus seiner Perspektive nicht erwidert. Diese Meinung zur islamischen Religion mag für uns nur eine politische Meinung von vielen sein und für viele von uns auch eine richtige, aber für Muslime ist es eben eine sehr persönliche, die man nicht einfach ignorieren kann.