Vor allem sollte man nicht vergessen, dass es auch Spielerinnen "pro Fuhr" gibt. Alina Grijseels hat damals die Probleme von Zschocke und Berger nicht bekommen, und die war Kapitänin. Xenia Smits bedankt sich bei ihm. Seine Ex-Cotrainerin, die heute noch beim BVB aktiv ist, dito.
Es ist in der Tat schon etwas zynisch zu behaupten, dass es Jobs wie Sand am Meer gäbe. Nicht mehr in seinem Berufsfeld. Er kann vielleicht im Lager noch Kisten schieben und sich dort dann zum Vorarbeiter hocharbeiten.
Wie auch immer er sich geäussert hätte, es gäbe keinen Weg zurück in der Profihandball. Und der Grundfehler im ganzen DHB-Prozess wurde auch nie gelöst bzw, diskutiert. Man sammeln einen Haufen Anschuldigungen, lässt aber nicht zu, dass die Betroffenen/Opfer sich Fuhr gegenüber stellen. Diesen juristischen Fauxpax sollte man heute noch dem DHB um die Ohren hauen. Wenn man beschuldigt wird, muss man sich auch direkt verteidigen können. Die Chance wurde nie gegeben.
Das alles rechtfertigt kein de facto Berufsverbot. Aber so sind nun mal die Spielregeln.
Und wie ich auch schon mal schrieb: Am Ende des Tages gab es nun mal einen Präzedenzfall und jeder Verein wird - zumindest in der nächsten Zeit - genauer hinschauen.
Es gibt immer Leute die positiv über einen reden, oft sogar die Mehrheit und die entsprechenden Institutionen. Das macht es doch für Opfer so schwierig und war vom Verlauf auch hier geradezu atypisch. Man läuft nicht mit einem Signalschild herum, wenn man falsche Dinge tut.
Ich bin auch der Meinung, dass es wohl besser für Fuhr gewesen wäre, wenn er da nicht durch Formfehler rausgekommen wäre (denn anders als es hier und von ihm dargestellt wurde, wurde er in der Sache von niemandem entlastet), aber das ist letztendlich der Weg den er selbst gewählt hat. Jetzt bekommt er zum wiederholten Male eine verhältnismäßig riesige Plattform, die von Leuten wahrgenommen wird, die noch nie was davon gehört haben. Viele halte ihn nun für ein Opfer. Das ist wesentlich mehr öffentliche Rehabilitation als die meisten erhalten + das seine potentiellen Opfer wohl kaum entsprechend Gegenrede halten können, weil sie fortan weder die Plattform dafür bekommen, als das sie auch eine sofortige juristische Reaktion befürchten müssen.
Insofern weiß ich nicht inwiefern er da jetzt wirklich schlecht weg gekommen ist, bei der Ausgangslage. Wie gesagt, euch möchte ich sehen, wenn er Personen trainiert die ihr kennt, vor allem natürlich im Jugendbereich. Jobs findet man in der Tat nicht leicht und umschulen ist es auch nicht, aber auch das ist etwas womit sich tausende Menschen in diesem Land konfrontiert sehen und dann häufig völlig unverschuldet und ohne Möglichkeit öffentliche Sympathien dafür zu bekommen. Im Gegenteil. Wer nach vielen Jahren harter Arbeit dann doch beim Jobcenter landet und dann einen schlechteren Beruf ergreifen muss, wird in unserer Gesellschaft mit Scham und Verachtung gestraft. F