Beiträge von Paul Jonas

    Sehr guter Beitrag von dir, dem ich nur zustimmen kann, bis auf den letzten Absatz. Da bin ich mir nicht sicher, was in der Halbzeitpause in der KAbine gelaufen ist. Ist da nix gelaufen, war es wie du sagtest glatte Arbeitsverweigerung. Ist da aber irgendetwas in die Richtung gelaufen, dass Soiel umzustellen und dies und das zu tun, statt einfach wie in Halbzeit 1 weiterzuspielen, dann kann man darüber streiten ob es Arbeitsverweigerung war. In der Theorie hat Prokop bestimmt mit seiner angedachten Spielweise bestimmt Recht. Allerdings hat er nicht die Spieler dazu und zu wenig Vorbereitungszeit.

    Gut, aber immerhin gibst du mir in dem Punkt Recht, das man selbst darüber streiten könnte das es Arbeitsverweigerung war, wenn Prokop völligen Schwachsinn angewiesen hätte in der Halbzeit....was natürlich Spekulation wäre. ;)

    Ich komme in diesem Thread bzw. in dem Vorgänger vielleicht immer als der Prokop-Verteidiger rüber. Das liegt aber schlicht an dem Faktum das ich die Vorverurteilungen, die im Grunde von der Nichtnominierung von Lemke und bei jedem einzelnen Element das nicht funktioniert hat einfach nicht gut fand. Ich sehe die deutsche Nationalmannschaft eben nicht als diesen natürlichen Titelkandidaten, sondern maximal als eine von vielen Mannschaften die eine Medaille gewinnen könnte wenn es gut läuft.

    Eben auch weil ich noch massive Baustellen sehe, gerade als Fan einer Bundesligamannschaft die gefühlt nur aus Spielmachern besteht (ob das gut oder schlecht ist, ist dann eine andere Frage ;) ), fällt mir einfach immer automatisch auf, dass da noch viel zu tun ist und das Dagur hier kein fertiges Konstrukt übergeben hat. Ich weiß nicht ob Prokop das machen kann oder ob er der richtige Mann ist bzw. diese Aufgabe viel zu früh für ihn kommt. Ich weiß aber schon das das was wir gesehen haben, in meinen Augen kein abschließendes Urteil zulässt.....zumindest nicht über die Spekulation das irgendwelche Tischtücher zerschnitten sind hinaus... ;)


    Da magst du bis zu einem gewissen Punkt Recht haben. Aber wenn du mal in der Vorrunde in den Spielen gegen Slowenien und Mazedonien in die Gesichter von Fäth, Häfner oder Kühn geschaut hast. Ein, zwei Fehlwürfe und ab auf die Bank und das wars. Selbstvertrauen sät man damit nicht. Ich glaube selbst ein Mikkelsen, Karabatic oder Duvnajk würden vom Glauben abfallen in so einem Fall. Es war schlicht gar nicht möglich, dass sich der wie du anmerkst unerfahrene Rückraum findet und das sehe ich als das Hauptproblem. Dieses Problem hat nix mit geringer Erfahrung zu tun, sondern nur mit positiv ausgedrückt, verbesserungswürdigen Coaching. Die Spieler haben in den Auszeiten teilweise Dinge erzählt bekommen die sie selbst mit guter Auffassungsgabe nicht realisieren und begreifen konnten. Soll heißen der Trainer hat sie nicht erreicht. Aber egal, ich persönlich nix gegen Prokop, ich hätte ihm und seiner Mannschaft den Erfolg gewünscht. Doch in diesem Forum wird man ja von manchen link angemacht nur weil man solche Fehlleistungen des Trainers, zumal die offensichtlich waren kritisiert.

    Ich glaube Mikkel Hansen (Mikkelsen-Brüder sind u.a. dänische Schauspieler ;) ), Karabatic und Co würden mit so etwas durchaus zurecht kommen, weil sie schon in den verschiedensten Mannschaften unter unterschiedlichen Trainern und in unterschiedlichen Ländern gespielt haben. Karabatics Zeit in Barcelona fällt mir da zum Beispiel, was ein ziemlicher Spagat mit den anderen Stars war und erst im zweiten Jahr funktioniert hat.

    Das ist aber das Problem und da gebe ich dir Recht: Auch mir hat der Trainer in den ersten Spielen zu viel und schnell gewechselt. Der Unterschied ist für mich ist eben das die Spieler denen das passiert ist nicht die Erfahrung haben damit zurechtzukommen. Gerade weil Kühn oder Weber in ihren Teams die Alphatiere sind und in ihrer bisherigen Karriere nach der Jugend auch immer waren, ist das eine Erfahrung die sie selten gemacht haben. Ja, das ist die Aufgabe das Coaches und letztendlich sein Fehler wenn das nicht zu den gewünschten Ergebnissen führt, aber das die Erfahrung hier fehlte war eben dann auch entscheidend. Für mich hat jemand wie Weinhold da am besten funktioniert, weil er eben weiß wie man in flexiblen Formationen spielt und wie man auch zurücksteckt.

    Meine Analyse und das wiederhole ich eben auch immer wieder mit dem Blick auf die Mannschaften: Die Mannschaft hatte hier noch keine Struktur vorne und das hat Prokop nicht lösen können bzw. wir werden sehen ob er die Informationen sammeln konnte, mit denen er das in Zukunft kann. Wir hatten keinen Sargosen um den die Mannschaft gebaut ist, keinen Gottfridson usw. Auch Dagur hätte bei diesem Turnier nicht mehr beliebig Leute reinschmeißen können, die dann geliefert hätten. Das hat 2016 funktioniert, auch weil die Gegner Häfner oder Kühn überhaupt nicht kannten. Aber das funktioniert jetzt eben nicht mehr. Prokops Zukunft und die der deutschen Nationalmannschaft hängt davon ab, wie dieses Problem gelöst wird. Dabei müssen aber garantiert auch einige Spieler, die in ihren Vereinen massive Führungsspieler sind zurückstecken...und ich glaube diese Denke ist in der Mannschaft nicht völlig vorhanden.

    Denn das was dann in HZ2 dann passiert ist war für mich schlichtweg Arbeitsverweigerung und ein Einstellungsproblem. Da haben die Leute die bis dahin ein ausgeglichenes Spiel produziert haben es plötzlich weggeworfen und die 7-6, die eine der wenigen Sachen war die in vorherigen Spielen sehr gut funktioniert hat...also wenn man das auf Prokop schieben will wie die das gespielt haben, dann rollt man wirklich Watte um diese Spieler.

    Ich halte das eben auch für entscheidend. Keine Frage ist ein Groetzki, ein Reichmann, ein Bambam erfahren genug...aber das sind ja auch nicht die Performances über die man ins reden kam. Ja, vielleicht noch über Gensheimer hat man geredet, aber das bezog sich eher auf ihn. Ich habe von keinerlei Seite gehört das sein schwächeln als entscheidend angesehen wurde.

    Worauf es ankommt und das finde ich hat man bei allen Halbfinalisten gesehen, selbst bei Frankreich als sie nochmal rankamen sind die Rückraumpositonen. Und ja, ich finde es durchaus überlegenswert, wenn man berücksichtigt das Weber, Kühn und Häfner bis auf die bisherigen Turnier noch wenig erfahren sind. Selbst Fäth spielt ja gerade mal anderthalb Jahre im Verein EHF-Cup. Weinhold hat für meine Begriffe funktioniert, aber er ist kein richtiger Spielmacher. Drux nehme ich auch aus. Angesichts seines immer noch verdammt jungen Alters und seiner Verletzungshistorie ist er einfach verdammt gut.

    Prokop oder sein Nachfolger (wenn er doch noch abgeschossen wird) müssen das eben verinnerlichen. Es wird nicht wichtig sein diese Breite möglichst flexibel einzusetzen, immer genau eine Spezialformation für den bestimmten Gegner. Denn wer spielt denn bitte genau so? Es wird wichtig sein 1-2 Spieler auszuwählen, ob das nun ein Weber oder ein Fäth ist und sehr gezielt die Offensive um ihn herum aufzubauen. Nur dann kann man doch in den entscheidenden Phasen einen Chef haben.


    Ob Gensheimer oder nicht Gensheimer... aber auf die Idee das ein gewisser Zoff nicht vom Trainer sondern von 1-2 Spielern ausgegangen ist, ist noch keiner gekommen - oder ich habe es überlesen.

    Naja, auf Handballworld wird ja jetzt Bambam zitiert, der von mehren Quellen für schlechte Stimmung sprach:

    Zitat

    "Die Stimmung war von verschiedenen Seiten schlecht, aber ich würde nicht sagen, dass der Trainer keine Autorität hatte. Wir müssen über alles reden",

    Sinngemäß auch: Trainer wird bleiben, hat ja Vertrag.

    Ich kann mir einfach nicht helfen. Mag sein das Prokop nicht in der Mannschaft ankam, komische Ideen hatte und jede Menge Fehler gemacht hat...aber je mehr man hört, desto weniger klingt es auch, als wenn die Spieler sich überhaupt drauf einlassen wollten....und woher dieses Selbstbewusstsein kommt muss man sich mal fragen. Ja, es sind viele Europameister dabei und Prokop hat noch keinen Titel, aber diese Europameister haben sich nicht selbst trainiert und nicht selbst die besten Taktiken enwickelt.


    Genauso sieht es ist, der Modus ist wie er ist und auch wir haben vor zwei Jahren davon profitiert und hatten Glück, dass die bereits ausgeschiedenen Schweden den Dänen noch Punkte abgenommen haben, sonst wären wir damals auch nicht ins HF gezogen, wenn ich mich recht erinnere.
    Ich bin mir gar nicht sicher, wem ich es nun mehr gönne und freue mich jedenfalls auf ein schönes Finale, das eigentlich mein Tipp für das Spiel um Platz 3war...

    BTW nach dem Auftaktspiel der SChweden hatte ich wirklich gedacht, dass sie nicht einmal in die Hauptrunde kommen :respekt: für diese Leistungssteigerung

    Exakt. Ich denke das vergessen einige. Ja, Schweden hatte von der Konstellation mit drei Niederlagen rein numerisch sogar noch mehr Glück als wir. Aber letztendlich kommt es doch auch drauf an, wieviel man am letzten Spieltag in der eigenen Hand hat. Damals hätten wir Dänemark schlagen können und wären ausgeschieden...wenn die Schweden uns nicht geholfen hätten. Dänemark hat viel konstanter gespielt über die sechs Spieltage und hätte es "verdient" gehabt. Aber das ist eben nicht der Modus.

    Man sollte daher glaube ich vorsichtig sein, wenn man jetzt sagt "guck die Schweden sind gar nicht besser als wir, daher doch alles in Ordnung". Dann müsste man das auch über unseren EM-Titel sagen, vor allem weil danach ja ein ähnliches Verlängerungsspiel gegen Norwegen kam. Außerdem kann man bei den Schweden glaube ich noch mehr als bei uns sagen: Wow, könnte diesem Team die Zukunft gehören. Jeppson und Nilsson werden potentiell noch viel besser, die BHC-Leute werden besser, auch ein Gottfridson der mal verletzungsfrei bliebe hat immer noch Steigerungspotential, sehr junge Linksaußen.

    Mag sein das die Schwede diesmal sehr viel Glück hatten, aber sie haben ihr System gespielt...übrigens ebenfalls mit einem jungen Trainer und haben eine tolle Perspektive.


    Ist dir nicht aufgefallen, dass sowohl Schweden als auch Dänemark mit viel weniger gähnend langen Spielzügen spielen als die SG? Viel mehr knallhart schnelle Mitte und zweite Welle rennen? Dass Gottfriedson und Lauge ganz andere Rollen haben und das nicht ganz ohne Erfolg?

    Ich will das ja nicht in eine SG-Diskussion ausarten lassen, aber bei Gottfridson und Lauge bietet es sich vielleicht kurz an. Ich fand teilweise sehr stark was da passiert ist. Aber wir sollten auch nicht unterschlagen das es jeweils lange Phasen im Spiel gab, wo beide Offensiven einfach nur rumgeiert haben, bis mal einer draufgeballert hat (z.B Hansen oder der "Game of my life"-Typ vom BHC). Das lag sicher nicht nur an den guten Defensiven.

    Gleichzeitig: Gottfridson war bei uns bis auf die letzten zwei Spiele verletzt, was soll da Machulla anders machen? Lauge und Gottfridson war sein geplantes Team in der Start-7. Außerdem...naja...wenn Lauge einen Hansen neben sich hat, ergeben sich ebenfalls andere Möglichkeiten. Man sollte Mikkel Hansen Fähigkeiten wirklich nicht kleinreden. Die hat außer
    vielleicht ein fitter Duvnjak und Andy Schmid niemand in der Bundesliga.

    Ich brauch nicht mal großartig von Machulla überzeugt zu sein, denn das bin ich nicht, um so einen Verweis "hey Maik...guck mal hier so spielt man Handball" bescheuert zu finden. ;)

    Vor allem waren diese Tickets ja angeblich nahezu ausverkauft, wie vor dem Turnier gesagt wurde. Schade das die Kroaten sich keinen spannenden Handball ansehen wollen, denn hier greifen die Ticketpreise als Erklärung halt nicht.

    Hoffentlich schaut ein gewisser Herr Machulla zu (und auch beim Spiel Schweden gegen Norwegen) und zieht seine Lehren für die Spielweise der SG aus Weiche und Handewitt.

    Naja, es waren zwei tolle Sachen von beiden Mannschaften zu sehen, aber ich habe jetzt nicht gesehen was davon nachahmenswert ist. Wenn es in die Verlängerung geht, war es ja beiderseitig nicht zu effektiv.

    Allerdings hat ein gewisser Machulla zugeschaut...in der Halle....und neben ihm saß ein gewisser Schmäschke. Ein Schelm wer sich böses denkt, wenn talentierte Schweden zu sehen sind. ;)

    man kann sagen was man will aber die Besetzung der Dänen auf RA mit Lindbergh und Svan ist eindeutig die beste bei diesem Turnier

    Dazu ein Rückraum mit Hansen (auch heute wieder ein absolutes Pfund im Abschluss und vor allem dann dieser unglaubliche Bodenpass auf Svan am Ende), Lauge, Olsen, Damgaard
    Alle diese 4 Rückraumspieler für RL/RM würde Deutschland mit Kusshand nehmen!

    Ja gut, aber dafür müssten sie eigentlich führen. Gute Schweden hin oder her. ;)

    Trotzdem find ich diese Thesen sehr spekulativ. In welchen Ligen spielen denn die Spanier, Kroaten, Dänen, Schweden, Norweger etc. ? Das ist denke ich nicht vergleichbar mit der Spielstärke in der Bundesliga. Schau dir mal an was Hüttenberg, die Eulen usw. für enge Spiele hatten. Viele Spiele waren sehr sehr intensiv und eng. Also die nötige Wettkampfhärte auch von Spielern aus nicht Championligue Vereinen ist sicherlich gegeben. International war man auch, schau dir mal den Kader von Flensburg an oder von Magdeburg :D. Da Kann man fast sagen, das deutsche Spieler die Ausländer sind.

    Ich habe ja gesagt das es nur eine These ist über die man nachdenken kann.

    Wenn du aber glaubst, das eine ausgeglichene Liga mit vielen engen Spielen zur Wettkampfhärte bzw. zur nötigen Erfahrung führt, dann erliegst du aber glaube ich einem Trugschluss. Ich kann mich vor zwei oder drei Jahren an ein Interview mit einem Melsunger Spieler erinnern, der sich gewundert hat wie anders die Saison für sie war mit ihrer EHF-Cup-Teilnahme, die ein Element war, was die Saison völlig verändert hat. Die Erfahrungen die Leute wie Gottfridson oder Nilsson bereits gesammelt haben, sind eben welche, die ein Weber oder ein Kühn nicht vorweisen kann. Es ist auch nicht das gleiche ob Kiel gegen Paris oder die Eulen gegen Hüttenberg spielt.

    Ich finde zumindest bei einigen Positionen kann man über diese These nachdenken, vor allem vielleicht auf den Schlüsselpositionen im linken Rückraum und auf der Mitte. Die besten Spieler des Turniers, spielen jeweils in der Regel CL. Auch die besten Spieler der deutschen Nationalmannschaft. Ich meine sonst gäbe es ja auch keine Diskussion um Prokops Erfahrung...Bundesligareife hat er bewiesen. ;)

    Glaub ich nicht, erstens die Dänen und Schweden die mit Bundesligaspielern gespickt sind, hätten auch keine Turnierhärte. Zweitens bei dem Spielplan der Bundesliga plus Championsligue und EHF Pokal, ist genug Wettkampfhärte.

    Darum geht es ja, der EHF Cup hatte ja gerade mal zwei Spiele bisher. Das wird erst jetzt nächsten Monat eine Belastung. Das hat er auch aus dem Handgelenk gesagt (ich bezweifle das er da den Überblick hat), aber Spieler wie Weber, Kühn, Häfner usw. haben diese Erfahrungen halt nicht.

    Damit will ich ihre Leistungen im keinsten Falle schmälern. Sie spielen jeweils tolle Saisons in der Liga in den letzten beiden Jahren, aber auf dem höchsten Level, haben das ist schon was anderes als diesen Dreitages-Rhythmus zwischen Paris und Wetzlar zu haben. Die Schlüsselspieler bei Dänemark und Schweden sind letztendlich auch CL-Spieler.