Beiträge von Paul Jonas

    Ich glaube das liegt auch daran das Sportler und Funktionäre schlicht durchgängig darauf geeicht sind diese Veranstaltungen im Land haben zu wollen. Das verstehe ich auch...von der Perspektive eines Sommersportlers sind die olympischen Spiele im eigenen Land ein Traum. Das gibt allen potentiellen Teilnehmern eine größere Tribüne als sonst, würde Geld in die Förderkassen gerade der kleineren Sportarten spülen und wäre eben auch ganz idealistisch ein Athletentraum...Olympiade im eigenen Land usw.

    Aber das alles hat eben wenig mit einem tatsächlichem Bewerbungskonzept zu tun sondern eher mit dem persönlichen Nutzen den man daraus ziehen kann. Nicht verwerflich, aber kaum die objektivste Perspektive.

    Ich sehe Kiel als wesentlich stärker an als sie gemacht werden, das haben sie auch gegen Melsungen wieder gezeigt...aber auch Kiel hat ein Interesse daran statt 4 nur noch zwei Punkte auf die Löwen zu haben. Den Rückstand auf Flensburg kann man leicht aufholen, aber der auf die Löwen benötigt eben Schützenhilfe.

    Zum Spiel:
    Ich bin ehrlich gesagt sehr gespannt was passiert wenn das teilweise wirklich sehr schnelle Kombinationsspiel der Flensburger im Positionsangriff auf diese aggressive Löwenabwehr trifft. Diese Abwehrschlacht die es bei Mannheim gegen Melsungen gab, kann ich mir bei einem Flensburg gegen Mannheim irgendwie nicht vorstellen. Allgemein haben die Löwen ein paar Tage länger zum ausruhen gehabt und konnten gegen die Schweden auch ein bisschen schonen. Bei uns konnten zumindest Toft und Mogensen mal Atem schöpfen. Bin wirklich sehr gespannt.

    Deutschland ist immer noch ein sehr wohlhabendes Land, trotz des Dauergejammeres vieler Leute...ich bin sicher Hamburg hätte das stemmen können und hätte letztlich auf Dauer davon extrem profitiert...was in London sehr gut geklappt hat hätten wir hier auch geschafft..aber so können die "Verhinderer" sich jetzt halt freuen....

    Ich glaube die Kritik auf jammern zu reduzieren ist äußerst unfair, genauso wie das Konzept der Bewerbung in Grund und Boden zu stampfen. Die Argumente auf beiden Seiten hatten Hand und Fuß. Das ist kein Schwarz-Weiß-Thema.

    Aber wie gesagt...das mit dem wohlhabenden Land ist eine Vorstellung die die Politiker an anderer Stelle gerne bekämpfen. Ohne da jetzt ein Faß aufmachen zu wollen, da es mir nur als Beispiel dienen soll: Die Flüchtlingskrise ist auch etwas wo man hört das Deutschland an die Grenzen seiner finanziellen Mittel stößt, entweder isses bereits passiert oder es ist bald zu erwarten. Das ist nur ein aktuelles Beispiel, aber das hörst du bei hunderten Sachen die Geld kosten und manchmal und vielleicht sogar oft sind die Einwände das man für dieses oder jenes nicht genug Mittel hat sogar berechtigt...aber das ist eben dann auch in den Köpfen der Leute und zwar von der Politik gewollt. Den Schalter kannst du eben nicht wenn es der Politik gerade passt wieder umlegen. Das ist ein Grab was man sich auch selbst schaufelt...auch als wohlhabendes Land.

    Naja..was verstehst du denn unter "Meinungsmache"? Die Pro-Seite inklusive Oberbürgermeister und Co durfte ja auch werben, warum ist die Kritik "Meinungsmache" und Befürwortung nicht?

    Ich finde es ist das mindeste die Bevölkerung bei so einem großem Projekt zu fragen und nur weil man es früher nicht getan hat, ist das kein Grund. In diesem Land fällt in anderen Zusammenhängen dauernd der Begriff das kein Geld für irgendetwas da ist, weil man sparen muss. Das ist meinetwegen auch schön und gut...aber wenn man das mantraartig jahrelang wiederholt, bekommt man bei sowas wie einer Olympiabewerbung dann eben auch mal die Quittung für dieses Narrativ.

    Das Element, das sich ändern wird, ist der Zeitplan. Bis 2024 wird das Wohnraumprojekt vermutlich nicht komplett durchgezogen sein, da sind andere Zahlen (2030 +) realistischer. Und das, wo für Hamburg ein Bedarf an 6.000 Wohnungen pro Jahr an bezahlbarem Wohnraum errechnet wurde für die nächsten fünfzehn Jahre.
    Naja, das ist jetzt ein Hamburger Problem. Ich bin mal gespannt, wann es hierfür den ersten Spatenstich gibt usw.

    Und genau das würde ich eben für den besagten Bullshit halten. Machen wir uns nichts vor...wenn Olympia käme, würde die Stadt schick gemacht...da würde überall mehr Geld erscheinen was man jetzt angeblich nicht aufbringen kann...allerdings würde das bezüglich Wohnraum ja wohl keineswegs "bezahlbaren" Wohnraum betreffen, sondern schicke Vorzeige-Appartements. Bezahlbare Wohnungen sind nicht schick, sie und ihre Gebäude sind funktional und zweckmäßig.

    Daher glaube ich den zuständigen Hamburger Behörden und Politkern in dieser Frage einfach nicht, wenn im Raum steht das Olympia hier einen positiven Effekt gehabt hätte. Man könnte sogar vermuten das Vorzeigewohnungen statt bezahlbare gebaut worden wären.

    Ich bin bei der Olympiafrage neutral, da sie sich mir nicht gestellt hat...ich mochte das Konzept...aber diese Vermischung mit solchen politischen Sachen (im Sinne von Problemen die sich Hamburg völlig unabhängig von Olympia stellen) waren für mich dreiste Köder, die mich eventuell dazu gebracht hätten nein zu sagen, weil ich sowas mehr als nur verwerflich finde. Die Wohnraumfrage stellt sich für Hamburg...die muss gelöst werden und hat nichts mit Olympia zu tun und das ist auch kein Problem was erst 2026 angepackt werden muss und verschiebt sich durch das scheitern auch nicht dahin.

    Ich denke nicht das die Hamburger Bewerbung so schlimm war, wie sie manche machen. Bei einer demokratischen Abstimmung würden auch die Bewerbungen der anderen Städte die noch im Rennen sind wesentlich kritischer ins Auge genommen werden. Beispiel: Sicherheitskonzept. Das kann gar nicht angemessen sein, weil wir nicht wissen was nach 2020 auf der Welt für eine Lage herrscht, trotzdem hat man es sowohl in der Kostenfrage als auch in den Details kritisiert, was ich absurd finde. usw.
    Wohnraum und solche Projekte waren auch unabhängig davon geplant, wenn man sie jetzt plötzlich an die gescheiterte Bewerbung koppelt, wäre man wirklich dreist...aber das glaube ich eigentlich nicht.

    Auf der anderen Seite muss man eben sagen, dass nur solche Ablehnungen dazu führen können, dass das IOC langsam umdenkt. Wenn die Demokratie solche Großereignisse wieder und wieder ablehnt, denkt man vielleicht mal wieder realistisch über die Kostenfragen und den Aufwand nach, den man mittlerweile daran stellt und der wenn man wirklich mal sachlich darüber nachdenkt einfach jeden Rahmen sprengt. Es ist ja nicht nur Hamburg. Boston ist auch nicht irgendeine Stadt...das wird sich in den nächsten Jahren immer mehr häufen. Es ist geradezu lächerlich das wir nur noch vier Bewerberstädte haben, bevor die Bewertung der Bewerbungen eigentlich losgeht. Als Leipzig damals dran war, sind sie noch in einer Vorauswahl gescheitert, weil es so viele Kandidaten gab.

    Mal gucken ob Frankreich, Ungarn und Italien vielleicht auch noch ächzen.

    Zum Spiel:
    So ein Spiel hätten wir vor zwei Monaten nicht geholt. Man bedenke zum Beispiel das Wetzlarspiel, wo in der zweiten Halbzeit nur noch Kampf angesagt war, als es spielerisch nicht klappte. Hier aber nicht aus der Ruhe zu bringen, bis Göppingen eben fertig war.

    Mogensen und Lauge sind einfach phantastisch zusammen. Ich bin aber auch fast der Meinung das es auch mit Mahé geklappt hätte. Die Herausnahme beim 17:18 erschien mir eher wie eine Disziplinarmaßnahme, denn das war schon äußerst fahrlässig. Glandorf auch wieder obenauf und Toft konnte fast 30 Minuten, Mogensen 40 ausruhen. Mittwoch kann was gehen.

    Nebenbei: Das mit Möller gegen Göppingen hat ja langsam ne Regel. Beim Spiel im Frühjahr kam er ja auch und hat Göppingen völlig den Zahn gezogen mit einer Quote von über 50 damals.

    Celje - Kiel 23:23

    Ist natürlich nicht das was Kiel erreichen wollte, aber Celje hat in seinen bisherigen Heimspielen angedeutet, dass sie zu so einem Punktgewinn in der Lage sind. Ist aber wohl trotzdem nur noch für die Kür bei den Slowenen.

    Flensburg, Paris und Vezprem damit sicher im Achtelfinale und abgesetzt haben sie sich auch.

    Für Göppingen sprechen morgen zwei Dinge: Ihre tolle Halle, die ein Gastspiel immer zu einer der unangenehmsten Aufgaben macht....und natürlich die Möglichkeit das die Flensburger mental beim Mittwoch gegen die Löwen sein könnten.

    Für uns spricht auf jeden Fall der Verlauf der letzten zwei Monate. Auch das Spiel gegen Plock war eigentlich kein Ausrutscher nach unten, denn so eine Torwartleistung sieht man auch nicht alle Tage. Das Flensburger Spiel läuft. Wir sollten das packen und wenn man sich was ausrechnet, muss man das auch packen. Ich hoffe der Johann ist wieder fit, denn Glandorf scheint wirklich seine Pausen gebrauchen zu können,

    Zumal Rumänien arm wie es sein mag, eben kein Wüstenstaat ist, wo sich eine Führungselite ihre Hobbys finanziert, sondern eine europäische Demokratie. Vielleicht auch hier noch mit manchen Defiziten, aber man kann glaube ich davon ausgehen das in Rumänen auch die Sportarten gefördert werden, an denen die eigene Bevölkerung wirklich ein Interesse hat.

    Bei Korruption sollte Deutschland glaube ich vorerst erst einmal ganz ganz still sein...was hier in den letzten Monaten alles rauskommt ist sehr interessant... und was öffentliche Finanzierung angeht, ist wie hier ja von mehreren beschrieben, ebenso vorhanden und auch hierzulande kann man häufig darüber diskutieren, ob nicht lieber diverse Straßen renoviert oder Wohnungen gebaut werden sollten, als das man Sport fördert...nur das Sport eben auch hier im Interesse vieler Menschen liegt, weswegen man es eben doch gut begründen kann...wie eben wohl auch in Rumänien.

    Ich glaube, Karl, dass Du mich ein wenig missverstanden hast. Wegen mir kann jedes Jahr eine Mannschaft aus Rumänien die Champions League gewinnen, das ist mir völlig egal. Aber nicht von öffentlichen Geldern finanziert, wenn Tausende Mensche in diesem Land unter der Armutsgrenze leben. Und da ist der entscheidende Unterschied zu Deutschland. Ich dachte eigentlich, dass dies offensichtlich sei. ;)

    Es leben auch in Deutschland tausende Leute unter der Armutsgrenze. Denen geht es absolut gesehen natürlich besser als einem armen Menschen in Rumänien, aber relativ in unserer Gesellschaft eben nicht. Dieser Maßstab den du anlegst funktioniert kaum, weil die meisten Länder dieser Welt dann die jegliche öffentliche Sportförderung streichen müssten bzw. staatliche Betriebe das einstellen müssten. Vielleicht könnte es sich Norwegen erlauben nach dieser Moral...aber das dürfte es auch gewesen sein.

    Daher würde ich diese Moral nicht anlegen. Sportförderung und der gesamtgesellschaftliche Nutzen dieser Förderung, hält einer Kosten-Nutzen-Rechnung dann doch eher selten stand.

    Die RAF hatte nichts, absolut nichts mit Antifaschismus, Toleranz und Weltoffenheit zu tun. Das sind linke Werte.


    Google mal "No-True-Scotsman-Fallacy". Das dürfte bei deinem Dilemma wie die RAF denn linksextrem sein kann eventuell weiterhelfen. Man kann die Welt nicht machen wie sie einem gefällt Beuger und was links oder linksextrem ist, definierst nicht allein du.

    Es sind da aber auch einfach bestimmte Faktoren im Spiel die man nicht berechnen kann. Auch Melsungen wird Nationalspieler abstellen für das Turnier im Januar und der Februar danach ist Jahr um Jahr immer eine Lotterie welche Spieler in welchem Zustand wieder zurückkommen und wie die Mannschaften dann wieder in Tritt kommen. Das kann Kiel, Mannheim, Flensburg und eben auch Melsungen zum negativen beeinflussen oder eben auch Vorteile bringen.

    Was aber ein Nachteil für Melsungen sein könnte: Sie waren noch nie in der Situation...vielleicht bewältigen sie das, aber vielleicht fangen sie irgendwann nach dem 25. Spieltag auch langsam an nachzudenken, wenn sie dann immer noch in Schlagdistanz sind. Die mentale Stärke die Kiel von Jahr zu Jahr beweist, kommt eben auch nicht von selbst und gerade Melsungen hatte hier ja durchaus Probleme in den letzten Jahren. Der Vorteil ist natürlich, dass sie bereits jetzt 8-9 Spiele weniger haben als das CL-Trio und wenn die weiterkommen sollten, wird das in der Saisonendphase ein Faktor sein. Ich finde das doch sehr spannend alles. :)

    Naja, man sollte beim Melsungen-Hype den sie sich natürlich auch redlich verdient haben, eben nicht vergessen das Kiel bisher nach wie vor eine sehr gute Saison spielt. Man könnte wenn man der Presse folgt immer den Eindruck gewinnen das Kiel irgendwie 10. ist, aber faktisch haben sie nur 6 Minuspunkte und vier davon haben sie auswärts in Flensburg und Mannheim kassiert. Heute haben sie bewiesen das nach wie vor jeder mit ihnen um Kampf um die Meisterschaft rechnen muss.

    Melsungen hat für meine Begriffe kein schlechtes Spiel abgeliefert. Sie haben zwar viel liegen gelassen, aber so kann man in Kiel verlieren. Man steht nach wie vor gut da.

    Flensburg - Plock 27:25

    Hui...wenn Glandorf 10 Sekunden vor Schluss bei gehobenem Arm diesen Endstand macht, ist klar das man das Ding fast noch verspielt hätte. Versöhnlicher Abschluss für ihn, denn in Halbzeit hat er sich kaum mehr getraut zu werfen und wenn dann ging das schief. Corrales war der Hauptfaktor...schon Halbzeit 1 gut, hat er in der zweiten Halbzeit und vor allem in der Schlussphase den Kasten völlig vernagelt.

    Gemerkt hat man aber auch, das man heute nur das nötigste tun wollte...immer mal wieder auf 3-4 weg und dann nachgelassen...sowas kann man gegen Plock eben nicht machen. Man kann nicht sagen das es unverdient war bei 60 Minuten konstanter Führung....aber wenn das in Polen gewesen wäre, hätte man es verloren und in Göppingen muss da auch mehr kommen. Trotz allem...wenn Zagreb und Kiel jetzt punkten ist man im Achtelfinale. Das ist doch mal was.