Beiträge von Paul Jonas

    Paul Jonas
    Wer bringt denn immer wieder Uwe Gensheimer ins Gespräch? Von Seiten des THW habe ich den Namen bislang noch nicht gehört. Gensheimer wurde mit Kiel in Verbindung gebracht als seine Vertragsverlängerung in Mannheim anstand. Stichwort Marktwert bestimmen/steigern.

    Jansen und Hansen wurden auch nicht von Kieler Seite in Umlauf gebracht. Wolff auch nicht. Das ist das Wesen von Gerüchten, wenn man ihre genaue Quelle kennen würde, wüsste man wie diese Sachen genau zu bewerten wären. Tun wir aber nicht. Sind sie aber sehr hartnäckig, ist man geneigt ihnen eher zu glauben denke ich. Ich finde jedenfalls Random Person xy hat Hansen in Kiel gesehen auch nicht viel schlüssiger, es bringt aber Spaß darüber zu spekulieren. ;)


    Naja, der SCM hat ja nun kein Schaulaufen betrieben...aber die Füchse wirkten irgendwie bissiger :P , warum auch immer und damit auch der verdiente Sieger. Ich hatte mich ja nur deswegen so geäußert, weil geschrieben wurde, der SCM hätte es eigentlich noch nötig, weil Saisonziel noch nicht erreicht, während die Füchse ja ihre Saison ausklingen lassen könnten. (so habe ich jedenfalls die Aussage von ALF interpretiert ;) ) Insofern hoffe ich auch, dass der SCM die beiden restlichen Spiele mit dem nötigen Ehrgeiz bestreitet, unabhängig davon, ob Flensburg noch abgefangen werden kann oder nicht.

    Ich check auch nicht ganz was diese Einstellungsdiskussion soll. Magdeburg hat in den beiden Spielen nach dem Final4 ja eindeutig bewiesen das sie noch dritter werden wollen. Ich habe mir das Spiel mittlerweile mal angeguckt und es ist ganz simpel so, das Berlin besser war und verdient gewonnen hat. Sie haben nahezu das gesamte Spiel geführt und auf jedes Comeback der Magdeburger eine Antwort gehabt.

    Ich finde diese Diskussionen über generelle Einstellungsfragen kann man zwar führen, aber sie sind nicht der hundertprozentige Faktor und es ist nicht so als wenn es nur von Magdeburg abhängen würde ob sie ein Spiel gewinnen oder nicht. Ich denke sie haben alles versucht was ging und es hat eben nicht gereicht. So ist das manchmal. Die Chance war jedenfalls vor dem Spiel noch da, denn das Flensburg gegen Wetzlar oder Berlin noch strauchelt ist so unwahrscheinlich nicht. Das kann auch jetzt noch passieren (auch wenn Flensburg sich durch die jetzige Konstellation 1x straucheln leisten kann). Zudem habe ich bei Magdeburg wirklich nicht den Eindruck gehabt das sie das ganze ausklingen lassen.

    Ich denke zwar auch das einen richtigen Topmann für eine kurze Zeit zu holen unrealistisch wäre, aber wenn man argumentiert das es generell nicht ins Konzept der Kieler passen würde, frage ich mich was diese ganzen Gensheimer-Gerüchte immer sollen. Scheint ja schon irgendwie eine Ambition zu bestehen solche Spieler im Kader zu haben. ;)

    Ljubo wird sich sicher um die Weiterentwicklung von Djordjic bemühen. Aber will er das denn selbst überhaupt? In Hamburg hat er sich jedenfalls nicht weiterentwickelt. Ich habe das Gefühl, daß er sich selbst als shooter genügt, der von den anderen ins Spiel gebracht werden muß. Ich bin sehr gespannt, ob es Vranjes gelingt, ihn da abzuholen, wo er bei seinem Weggang in Flensburg stand, um ihn dann weiterzuentwickeln.

    Ist ja ne ganz einfache Sache, wenn er es nicht gebacken kriegt, wird er sich nicht durchsetzen. Standhandball und draufballern geht halt mit dem System in Flensburg nicht. Dann wird eben wie zuvor auf die starken Zweikämpfer auf dieser Position gesetzt. Ich glaube aber auch er selbst betrachtet das als Neustart und ob man ihn jetzt direkt als trainingsfaul bezeichnen kann, habe ich jetzt auch noch nicht wirklich gehört.

    Nebenbei glaube ich immer mehr an einen Weggang von Nenadic...der hat ja überhaupt keine Einsatzzeiten mehr. Ich glaube gegen die Löwen war er mal kurz auf dem Feld, aber sonst weiß ich nicht wann er mir das letzte mal bewusst aufgefallen ist.

    Ich hoffe das auch. Er galt im Vergleich zu Kaufmann eigentlich immer als der technisch versiertere Spieler (was ich aber sowieso immer etwas unfair finde, das Narrativ des tumben Shooters Kaufmann). Die letzten Jahre haben ihm nicht gut getan, aber auf der anderen Seite sind die Verletzungen und die immer schwierige Situation in Hamburg (man erinnere sich am Anfang wo Schwalb offenbar nicht wusste was mit ihm anfangen) sicherlich auch nicht das beste Umfeld gewesen. Ich hoffe er fängt sich wieder.

    Ich kann mir das sehr gut vorstellen und es wäre in meinen Augen sogar außergewöhnlich umsichtig. Die CL ist eine wesentlich größere Belastung als der EHF-Cup und wenn man in Magdeburg konsequent Schritt für Schritt denkt, wäre das eine logische Sache. Man sieht ja die Belastungsprobleme bei anderen Mannschaften und muss gucken ob der Kader nächstes Jahr drei Wettbewerbe aushält ohne an Leistung zu verlieren. Sportlich glaube ich allerdings das sich Magdeburg nicht vor der CL verstecken bräuchte.

    Achso, das wusste ich nicht. Allerdings ist eben die Frage ob das wirklich nur Klatsch ist, denn es ist ziemlich klar das Sportreporter und auch Leute wie Kretzsche (wenn es um Magdeburg geht) ein paar Sachen mehr wissen, die sie eben zurückhalten. Haben sie ja bei den Flensburger Wechseln auch gemacht.

    Hört sich für mich auf jeden Fall nicht völlig weit hergeholt an, das interessanteste daran wäre noch Magdeburgs Begründung für eine solche Absage.

    Sport1 hat da mal wieder was interessantes erzählt. Ich habe mir leider die Minute nicht gemerkt, aber jeder der sich das Hamburg-Spiel nochmal im Archiv ansehen will kann ja darauf achten.

    Sinngemäß haben sie gesagt das Magdeburg bereits von der EHF gefragt worden sei, ob sie denn bereit seien eine eventuelle WC im Falle von Platz 4 anzunehmen. Magdeburg hätte aber abgelehnt. Ich weiß nicht ob man das so einfach glauben kann, aber zumindest seitens der EHF kann man sich sowas vorstellen.

    Das war ein schwergängiges Ding. Ich hatte den Eindruck das es schon 15 Minuten durch war, aber unsere Offensive einfach nicht in die Gänge kam. Was auch immer es ist, das wir dieses Jahr offensiv nicht mehr die übliche Form erreichen oder der Körper müde wird...heute hat es zumindest gereicht. Abwehr aber gut. Magdeburg hat verloren sehe ich gerade, daher noch ein Sieg und dann ist Platz 3 sicher.

    Hamburg hat das gemacht was sie noch machen konnten denke ich, war heute auf jeden Fall eine weniger hitzige Angelegenheit als sonst. Auch wenn ich mich frage was die Zuschauerzahlen damit zu tun haben sollten das sie positiv überrascht haben. Gegen uns ist die Halle immer recht voll und vorher konnten die Hamburger Fans das ja auch nicht wissen. ;)

    So kann es gehen, wenn man mal die falsche Taste drückt, dann ist der ganze Beitrag weg. Aber, Paul, ich denke da eher in Regionen wie Baden, Schwaben oder Ostwestfalen, nicht in Ost und West. Nach wie vor bin ich für eine Professionalisierung, aber nicht gegen Eisenach, das wollte ich nochmal erwähnt haben. Ich finde die Atmosphäre in solchen Hallen natürlich grandios, aber es behindert extrem die Weiterentwicklung der Sporart hierzulande. Neue Hallen, gerade ohne Schließung alter Hallen, hilft nämlich massiv. Was mich ärgert ist, dass Eisenach das ja nun schon mehr als lange genug wusste. Man hätte ja in der letzten Erstligaspielzeit mal mit dem Bau einer neuen Halle beginnen müssen. Dafür muss man viele Klinken putzen, das ist mir bewusst, aber dann wäre die HBL ja auch vielleicht noch ein Jahr gnädig (wobei sie das bei Gummersbach am Ende, zurecht, auch nicht mehr war).

    Ich denke auch nicht in Ost und West, aber eben auch nicht in Regionen wie Ostwestfalen. Natürlich hast du mit deinem Punkt Recht das man nicht ohne Not dieses Faß aufmachen sollte Ost gegen West auszuspielen, aber ganz salopp gesagt wüsste ich auch nicht was der Liga verloren gehen würde, wenn eine deiner genannten Regionen keinen Handballverein in der ersten Liga hätte. Damit beziehe ich mich auf keinen konkreten Verein, aber mir scheint sowas relativ willkürlich. Die Region Baden oder meinetwegen die Grenzregion bei Dänemark braucht objektiv gesehen genauso sehr einen Handballverein wie Thüringen.

    Ich finde wir reden hier über zwei verschiedene Dinge, denn darüber das Hallenstandards nicht aufgeweicht werden sollten, herrscht hier ein recht breiter Konsens mit wenigen Ausnahmen. Das diese aber eher für Mannschaften aus bestimmten Regionen/ bestimmter Größe/ angeblicher Wichtigkeit aufgeweicht werden sollten bzw. wahrscheinlich auch würden, wäre eben schlicht Korruption, egal wie man sich die entsprechende Region oder den Verein dann hinterher als wichtig für den Gesamthandball zurecht rationalisieren würde. ;)

    Eine Liga mit 16 Mannschaften ist nur dann professioneller, wenn die Leistungsdichte einer 18er zu gering ist und das sehe ich nicht gegeben. Andere Überlegungen sollten da nicht hinter stehen.

    BBL und DEL sind nicht nur immer blöde Beispiele weil Handball diese amerikanische Play-Off-Tradition gerade in Deutschland nicht besitzt und sich wenn stets am Fußball orientiert sondern auch weil BBL und DEL einfach keine Europapokale und im Falle der DEL auch den Pokal nicht haben. Klar, die Europapokale gibt es im Basketball und seit diesem Jahr auch im Eishockey, aber dabei sind die deutschen Vereine so früh raus, das es nicht zur gleichen Belastung kommt. Es geht hier also schlicht nicht um die Frage ob etwas moderner und besser vermarktbar ist, sondern darum das diese beiden Ligen schlicht nicht die gleiche Belastungsfrage stellen müssen.

    Nebenbei bin ich wie immer bei diesen Diskussionen skeptisch ob wir wirklich in dem Maße eine Konkurrenzsituation vorliegen haben, wie stets suggeriert wird. Inwiefern graben sich die drei Ligen gegenseitig wirklich Fans ab und wie weit ist das nur eine Egofrage um die oft zitierte Mannschaftssportart Nr. 2.

    Was für eine Polemik, traumhaft. :) Für die Liga ist es völlig egal, wo denn ein Verein liegt. Ob im Norden, Osten, Süden oder Westen. Entscheidend ist eher die Größe und Wichtigkeit des Vereins. Eisenach ist nicht gerade ein Zugpferd der Bundesliga, von daher wird das bei so einer Entscheidung keine Rolle spielen, das kann mir niemand erzählen. Dafür ist dieser Club einfach zu klein. Dass dieses Ost-West-Klischee immer wieder hochkommt, 25 Jahre danach, finde ich übrigens sehr schade und erhöht nicht unbedingt die Sachlichkeit der Diskussion.

    Das ist trotz allem ein Faktor der vorhanden ist, auch wenn er dir persönlich nicht schmeckt. Man beachte zum Beispiel auch die Diskussion um RB Leipzig, der für viele von uns "Besserwessis" ein Retortenverein ist, aber für viele Fans aus dieser Region ein großer Hoffnungsträger. Das hat nicht nur was mit der Betonung Ost und West zu tun (die zumindest meiner Generation die in den 90ern aufgewachsen ist und allen späteren nicht mehr wirklich wichtig ist) sondern eben das die sportliche Lage für viele Ostvereine lange nicht gut war und ist. Du selbst redest in deinem Podcast schließlich auch ständig von sowas wie Ostwestfalen und wie wichtig da angeblich ein Verein sei. Das will ich ebenfalls nicht abstreiten, aber es ist seltsam das du bei anderen Regionen andere Maßstäbe anlegen würdest.

    Das ist das Problem...jedes mal wenn ich eine prominente Stimme im Handball höre die Play-Offs fordert, scheint mir das nie zu Ende gedacht. Ja natürlich ist das attraktiv und reizvoll, aber wie soll die praktische Belastung hier denn bitte aussehen? EHF/IHF/HBL...irgendeiner müsste hier zurückstecken um ein Pet-Project mit dem vagen Ziel die Attraktivität des Handballs in Deutschland zu steigern. Wenn man das wirklich zu Ende denken würde, ginge eben nur eine kleinere Liga und ehrlich gesagt will mir nicht in den Kopf wie man dafür sein kann, wenn man Interesse hat das Handball ein möglichst breiter Sport bleiben soll der in ganz Deutschland gespielt wird.

    Ich glaube bevor Zeitz zu Flensburg geht, wechselt er lieber die Sportart. ;)

    Ich habe Vezprem ja nur in der Champions League wahrgenommen und dort scheint er eigentlich die gleiche Rolle wie in Kiel zu haben, kommt also von der Bank. Ist er damit zufrieden? Bei einem Verein auf gleichem Niveau wird das dieses Leben glaube ich nicht mehr anders.


    Wir kommen nicht zusammen. Ihr seid wahnsinnig froh, dass Ihr diese Probleme nicht habt und habt leicht reden. Ganz gut, dass Ihr am Ende nicht entscheidet. Und by the way: Regeln gelten für alle, Ausnahmen aber auch. Und schon ist die Welt gerechter. Selbst in den Hallenstandards steht drin, dass Abweichungen möglich sind. Diese aber durch die HBL beschlossen, nicht durch die Lizenzierungskommission.

    Das ist ein Widerspruch in sich. Ausnahmen gelten nicht für alle. Das Wesen einer Ausnahme ist es, dass eine Regel einmalig außer Kraft gesetzt wird. Die Welt wird dadurch auch nicht per Definition gerechter, da eine Regel nicht per Definition ungerecht ist. Wenn die HBL Eisenach eine Ausnahme hätte erteilen wollen, hätte sie es tun können. Sie hat es aber nicht gemacht und zwar im Sinne der Chancengleichheit und Gerechtigkeit gegenüber allen anderen Mitbewerbern. Das du dich also auf genau diesen Passus berufst ist recht unlogisch.

    Ich verstehe deine Frustration und natürlich auch das wir in der Tat leicht reden haben, aber wenn du nicht persönlich in deiner jetzigen Position wärest und das Problem neutral betrachten könntest, wärest du mit hoher Wahrscheinlichkeit auf der anderen Seite dieser Diskussion. Hier geht es auch nicht nur um die Anhänger der "reichen" Vereine sondern auch um die kleinen Vereine die alle Hebel in Bewegung gesetzt haben um die Ligastandards zu erfüllen. Das sind häufig schwierige Prozesse und Kompromisse.

    Nein, die Hallenstandards gehören zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, schließlich dienen sie ja auch als Einnahmequelle bzw. Kostenfaktor wenn es um die Miete geht. Das dies willkürlich ist, scheint zwar im ersten Moment ein gutes Argument zu sein, aber es ist im Grunde auch willkürlich andere Rahmenbedingungen festzulegen, die dafür Sorge tragen sollen das Vereine seriös wirtschaften. Denn dies geschieht zwar auch im Interesse der Vereine, aber auch im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit und des Images der Liga. Das ist im Grunde das gleiche wie bei Hallen wo man gute Fernsehbilder haben will.

    Alles ist willkürlich wenn man es runterbricht, inklusive der Regeln des Spiels selbst die bestimmte Spielertypen geeigneter dafür machen als andere. Man könnte das endlos ausbauen und daher ist das kein gutes Argument. Es geht ja nicht darum Eisenach einen Strick zu drehen. Das ist keine Falle die man für diesen Verein gestellt hat sondern eine Rahmenbedingung und zwar eine die, wenn man das ganze wirklich völlig neutral betrachtet, keine absurde Anforderung ist.

    Ich finde wenn man sich als jemand der die Position Eisenachs einnimmt zu sehr auf den wirtschaftlichen Aspekt versteift und das Mannschaften wie den Löwen oder Melsungen auf ihrer besseren geographischen Position hier Lösungen leichter fallen, macht man sich etwas vor was Leistungssport angeht und vor allem Vereinsleistungssport.

    Es ist natürlich blöd für Eisenach eine kleine Stadt zu sein in einer Region die offenbar keine geeigneten sportlichen Bedingungen bietet, aber das gilt für jeden Verein im Leistungssport. Es gibt unglaublich viele Städte die gute und traditionsreiche Sportmannschaften haben, aber niemals wirtschaftliche Rahmenbedingungen bieten könnten, die es braucht um in die Profiligen aufzusteigen. Auch diese Saison steigen Mannschaften die es sportlich geschafft haben zum Beispiel nicht in die zweite Liga auf. Sie kalkulieren das es finanziell keinen Sinn macht. Sie wissen das eine Klage albern wäre. Eisenach hat das Privileg eine Handballmannschaft aufstellen zu können die eine der besten Mannschaften in der zweiten Liga ist. In der ersten Liga herrschen andere Hallenstandards. Eisenach kann diese nicht erfüllen. Das ist schlecht, aber die Berufung darauf das die Region es einfach nicht hergibt, die Politik die keine Halle bauen oder umbauen will oder eine Sponsorendecke die das übernehmen könnte...ist einfach ein Argument das dutzende andere Mannschaften auch bringen könnten. Nicht immer nur auf die Halle bezogen sondern dann eben auf die restlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

    Leistungssport ist nun einmal immer auch eine wirtschaftliche Frage und es ist immer seltsam genau in dem Moment so zu tun es wäre keine, wenn es einem passt.


    Nein, das Problem bei Hamburg war, dass man formal eben keine aufschiebend bedingte Lizenz, wie bei Großwallstadt, erteilt und den Eintritt der Bedingung erlaubt hat. Damit war dieser Bescheid falsch. Man hätte Hamburg sagen müssen, wenn Du das erfüllst, kannste bleiben. Die Lizenzierungskommission ist keine Strafkommission. Sie hat das Delta zwischen Ist und SOll zu benennen und dann den Weg aufzuzeigen. Die HSV-Lizenzverweigerung ist an einem formalen Fehler gescheitert.

    Eisenach wird hier sicher vor Gericht gehen und die Frage aufwerfen: Darf eine Liga etwas vorschreiben, ohne dass es am Ende irgendwo zum Tragen kommt. Wenn eine Regelung einzig für die Fernsehtauglichkeit von Relevanz ist, dann kann die Folge nur sein, dass es dort einfach keine Übertragung gibt. Da dies bei 80 % aller Spiele ohnehin der Fall ist und jede Saison 2-3 Vereine nicht ein Heimspiel übertragen bekommen, hat diese Rechtsfolge nicht mal Einfluß auf die Liga.

    Je mehr ich durch den Lizenzierungskram durchsteige, verstehe ich die Entscheidung. Die Lizenzierungskommission hat klare Vorgaben, wann sie eine Lizenz erteilen darf. Und nach dem Desaster des letzten Jahres war die Kommission peinlichst bemüht keinen Fehler zu machen und ihre Kompetenzen zu überschreiten. Die Regelung steht, wenn man eine Abweichung möchte, dann entweder politisch, Beschluss durch HBL, oder gerichtlich. Das ganze ist mit ein wenig juristischer Begeisterung ein Paradebeispiel für die gelebte Gewaltenteilung in der Gesellschaft.

    Ich glaube nicht das die Gerichtsbarkeit von Sportverbänden als gelebte Gewaltenteilung verstanden werden kann. Das ist schon eine private Sache für sich, auch wenn das nicht bedeutet das sie keinen Sinn hat. Die Lizenzierungsverfahren sind ja nicht böse gemeint, sondern sollen gewährleisten, dass die Vereine seriös und im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit wirtschaften. Das ist ja auch im langfristigen Interesse der Vereine selbst, da jede Blase irgendwann platzen wird.

    Dein Beispiel mit der möglichen Begründung einer Klage Eisenachs, halte ich zwar auch für dein einzigen Weg den sie gehen könnten, aber seriös gesehen haben sie nicht den Hauch einer Chance, da sie nicht beweise können, das sie nächste Saison kein Fernsehspiel haben würden. Ein Verweis das dies in der Vergangenheit nicht geschehen ist, ist kaum ein Beleg und ich glaube man kann in dem Falle sogar sicher sein das die Liga argumentieren würde gerne eines zeigen zu wollen.

    Auch die Liga würde hier nicht böswillig handeln sondern lediglich im Interesse der Fairness gegenüber allen anderen Clubs. Hier geht es nicht um Kiel oder Magdeburg sondern um all die kleinen Clubs die Jahr für Jahr aufsteigen und vor der gleichen Problematik wie Eisenach stehen. Auch diese Clubs müssen sich oft sehr strecken um alle Bedingungen zu erfüllen und Eisenach hat in diesem Sinne schlicht kein Argument, so hart es auch ist.

    Mir graut auf jeden Fall davor das Eisenach und Großwallstadt den Weg über das Schiedsgericht gehen könnten. Das sollte nicht der prinzipielle Weg werden und auch wenn mir klar ist das Hamburg hier einen Präzedenzfall geschaffen hat, der diesen Weg für beide Vereine mehr als nur rechfertigen würde, macht es das ganze Lizenzverfahren doch zu einer Farce. Es gibt bestimmte Bedingungen und alle Vereine bemühen sich sie zu erfüllen. Wenn jeder Verein der das nicht schafft immer davonkommt, wird seriöses wirtschaften und Einhalten von Vorgaben nicht mehr ernst genommen werden.

    Beeindruckend was Magdeburg nach dem Final4 noch im Köcher hat. Wenn sie so weitermachen überholen sie Flensburg vielleicht sogar nach Torverhältnis. Okay ist gegen Berlin und die Löwen natürlich unwahrscheinlich, aber ich denke so wird der SC sie auf jeden Fall schlagen können. Das wird richtig spannend um Platz 3.