Beiträge von Paul Jonas

    Bitte nicht meine Grundhaltung missverstehen. Ein Sahin, die Altintops oder Özil hätten gerne auch für die Türkei spielen können, da habe ich kein Problem mit. Aber bitte nicht erst für Deutschland, dann für die Türkei und dann wieder für Deutschland. Und nochmal das Beispiel Rutenka herangezogen: Was hat der für eine Bindung zu Slowenien und Spanien? Im Gegensatz zu den Beispielen aus dem Fußball ist er weder in dem einen, noch in dem anderen Land aufgewachsen!

    Man muss auch nicht zwingend in einem Land aufwachsen um irgendwann die Staatsbürgerschaft annehmen zu können. Das sollte glaube ich klar sein. Ich spreche ja nicht davon jährlich die Nationalmannschaft wechseln zu dürfen. Solche Sperren wie die 3Jahressperre sind absolut sinnvolle Regeln, weil sich ein junger Spieler das dann eben gut überlegen muss. Aber grundsätzlich sollte diese Möglichkeit bestehen. Da hilft es für meine Begriffe auch nicht zu versuchen im ein Söldnerbeispiel wie Rutenka da mit reinzubringen, weil das schlicht zwei verschiedene Sachverhalte sind und man eben nicht nur einem die Priorität geben kann, zumal wie gesagt das Problem zweier Nationalitäten zwischen denen man sich entscheiden muss, viel häufiger als das Söldnerbeispiel eine Rolle spielt.

    Das es zum Beispiel nich so einfach geht, zeigt in Deutschland ja auch die Personalie Dordic, da ja hier unabhängig von seinem Verletzungspech und 3-Jahressperren so eine Einbürgerung nicht eben mal durchgewunken wird und da ist Deutschland sicherlich kein Einzelfall in Europa.

    Juuna
    Warum sollte wegen eines einzelnen Landes eine allgemeine Regelung getroffen werden die alle anderen Länder betrifft. Wie gesagt...wenn Katar der Beginn eines Trendes wäre, dann wäre ich da eher bei dir, aber so sehe ich andere Problematiken als schlicht wichtiger an, die mit den Lebensrealitäten der Sportler zu tun haben und weniger mit den Titelambitionen der Verbände.

    Da dein anderer Thread ja mittlerweile eine Ethik-Diskussion zu sein scheint, schreibe ich hier nochmal meinen Dank für das tolle Podcastangebot während der Wm rein. Tolle und stets interessante Interviews in denen du des öfteren die Spieler auch mal zum reden gebracht hast. Die beiden Spaßfolgen waren auch toll. Gerne beim nächsten Turnier wieder.

    Nur mal so als Randnotiz, wenn man da schon den Fußball heranzieht (in Klammern der Geburtsort):

    Sami Khedira (Stuttgart)
    Mesut Özil (Gelsenkirchen)
    Jerome Boateng (Berlin)
    Shkodran Mustafi (Bad Hersfeld)

    So viel also zu dem Thema. Die Herren Klose und Podolski sind mit sehr jungen Jahren nach Deutschland gekommen. Bei ihnen mag man das noch diskutieren. Aber das oben genannte Quartett ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Für welches Land sollten die also spielen, wenn nicht für Deutschland? Wenn ein Özil nun sportlich nicht die Qualität gehabt hätte und dann sagt, gut okay, ich spiele für die Türkei, für mich auch noch in Ordnung. Aber dann muss es auch gut sein. Das Beispiel Rutenka ist hier wohl das beste. Warum in Gottes Namen soll der bitte für Slowenien oder Spanien auflaufen dürfen, mit welcher Berechtigung? Das sehe ich übrigens nicht als nationalistisch an. Ansonsten können wir ja auch gleich alle Regeln und Grenzen über den Haufen werfen und jeder spielt einfach für das Land, was am meisten Kohle auf den Tisch legt. Das ist nicht im Sinne des Sports.


    Das ist jetzt aber ein bisschen so gerechnet wie es dir gerade passt. Bei Özil gab es diese Diskussion nun einmal. Genauso sind nämlich die Gebrüder Altintop und Sahin hier geboren und aufgewachsen, für welches Land sollten sie denn spielen außer für Deutschland...ach Moment... ;)

    Es gibt nun einmal für viele junge Menschen die Situation der doppelten Staatsbürgerschaft, das ist eine Lebensrealität. Das führt bei de bestehenden Regeln im Fußball zu einem unglaublichem Gebuhle bei dem dann ein junger Mensch entscheiden muss zwischen realistischen Perspektiven, falschen Versprechungen, Mediendruck, Familie usw. hier geht es schlicht nicht wie beim Falle Katars primär um Geld sondern erstmal um eine Zukunft als Sportler. Nationalmannschaften sind heute multikulturelle Konstrukte, ohne das da eine finanzielle Planung dahinter steht. Natürlich ist die deutsche Handballnationalmannschaft noch längst nicht so multikulturell wie die Fußballnationalmannschaft, aber das ist ja eher ein trauriges Zeichen für unseren Sport als etwas was man verhindern müsste.

    Die Geschichte mit Katar ist etwas anderes, aber ich bin der Meinung das man dort andere Regelungen finden müsste, denn nur weil die Gefahr eines Missbrauches besteht, kann man diese grundsätzlichen Situationen junger Spieler die vor einer Entscheidung zwischen zwei Nationen stehen, die verdammt hart ist, nicht einfach ignorieren. Das ist ein kritikwürdiges System und ich hoffe inständig das der Handball es nicht auch noch übernimmt. Die drei Jahre sind ohne das Katarbeispiel, bisher eine gute Sache gewesen. Wenn ich jahrelang in einem Land "arbeite" und dann die Nationalität annehme, soll man doch auch für dieses Land spielen dürfen. Es ist doch auch in anderen Lebensbereichen nicht so als wenn man nicht deutscher oder Däne werden könnte, wenn man die entsprechenden Bedingungen die damit einhergehen erfüllt hat.

    Dieses Söldnerszenario betrifft viel zu wenige Fälle als das die Regelungen diktieren darf. Ich finde capitano das du meine hier aufgeworfenen Punkte zumindest registrieren solltest, auch wenn deine Meinung hier klar scheint. Sonst bist du doch auch differenzierter.

    Hat denn jemand Torwartstatistiken aus der dänischen Liga? Wenn er dort nämlich nicht spielt, kann ich diese Entscheidung nachvollziehen, denn als junge Privatperson plant man vielleicht unbedingt in der dänischen Provinz zu verweilen. Ist ne blöde Phase für einen jungen Spieler, wenn er sich nicht schnell durchsetzt, muss immer die Überlegung im Raum sein, vielleicht doch einem Studium oder einer Ausbildung Vorrang zu geben.

    Was Ersatz für Glandorf angeht...ich glaube nicht das es auf der Welt mehr als fünf Spieler gibt, die wirklich besser sind als Glandorf auf dieser Position. Wer sich einen vergleichbaren Spieler als Ersatz vorstellt, macht sich da glaube ich Illusionen.

    Ja, aber um Deutschland geht es bei der Fußballolympiade auch nicht sondern in der Tat um Afrika. Ähnlich wie die Vereinsweltmeisterschaft die eher für Südamerika ein großes Ding ist, genießt das Olympische Fußballturnier vor allem bei den Afrikanern einen großen Stellenwert, weil sie da eben gewinnen können. Nebenbei wird die größte Sport der Welt nicht aus dem Kalender gestrichen, selbst wenn da nur noch die E Jugend antreten sollte.


    Da bin ich Hardliner und das macht es aus meiner Sicht auch nicht besser. Wer 18 Jahre alt ist, der ist alt genug zu wissen, für welches Land er spielen möchte. Klar, man kann mit gewissen Teams eben dann nichts erreichen, einen Andy Schmid würde ich auch gerne im DHB-Trikot sehen. Aber man sollte nur für sein Land auflaufen, das finde ich angebrachter. Wenn jemand als Kind oder Jugendlicher in ein anderes Land kommt, dann habe ich da absolut gar kein Problem mit, bin großer Freund von Integration. Aber nur des sportlichen Erfolges wegen bitte nicht.


    Ich finde das ist sehr veraltet und nationalistisch gedacht. Mal unabhängig von Katar haben wir das Problem doch eh nicht im systematischen Sinne, in welchem Falle stellt es sich denn sonst noch?

    Viel wichtiger ist die Frage der Identität eines jungen Menschen und die sollte er nicht schon mit 18 festlegen müssen. Es hat seinen Grund warum die doppelte Staatsbürgerschaft für viele Menschen so eine große Rolle spielt (etwas was jemand der nur mit einer Nationalität geboren ist, sowieso nur auf einer abstrakten Ebene nachvollziehen kann), aber im Sport soll man sich gefälligst mit 18 festlegen weil vereinzelte Missbrauchsgefahr bestünde? Ich halte die Regel gerade im Fußball für völlig weltfremd und bin froh das sie die zumindest insofern gelockert haben das man sich erst nach der U21 wirklich entscheiden muss. Ich war stets völlig entsetzt wenn Türken und oder deutsche Fans auf Spieler wie Sahin oder Özil eingeprügelt haben, weil sie angeblich ihr jeweiliges Land verraten haben. Diese Entscheidung ist brutal und sie einem jungen Menschen bindend abzuverlangen im Grunde unmenschlich.

    Ich finde die Regel im Handball eigentlich sehr gut. Jeder Handballer im besten Alter wird sich die Frage stellen, ob er es riskiert 3 Jahre lang nicht für sein Land auflaufen zu wollen, nur weil es den Einzelfaktor Katar gibt, halte ich es für völlig überzogen hier an der Lebensrealität der modernen Zeit vorbeizuplanen und den Leistungssport so zu organisieren wie im 19. Jahrhundert. Man sollte nicht so tun als wenn es Gefahr läuft Schule zu machen oder weiß da jemand bereits mehr?

    Nun gut, dann erfahren wir es ja bis zum Wochenende denke ich. Zugeknöpft sind die Burschen ja immer, ich hätte nur im diesem speziellem Fall gedacht das es diesmal auch mit der WM zu tun hat, ala das Ljubo dort eventuell sogar den einen oder anderen direkt kontaktiert.

    Hätte mich auch wirklich schwer gewundert wenn da nichts gekommen wäre, bin mal gespannt.

    Nachdem ich gerade gesehen habe, dass sich die Füchse nochmal verstärkt haben, frage ich mich schon wie Flensburg den Rest der Saison handhaben will.

    Auf dem jetzigen Stand wollen sie offenbar wirklich mit Jakobsson durchspielen. Ich bin mal so frei zu glauben das Vranjes in dieser Hinsicht schon weiß warum wir ihn geholt haben und das er mehr kann als er bisher gezeigt hat, aber selbst wenn er jetzt voll durchschlägt ist das doch ein sehr riskantes Ding, gerade wenn man bedenkt das auch er in der Vorrunde bereits verletzt war. Glaubt ihr das da noch was passieren wird bis zur Rückrunde?

    Ich glaube das die Meldung mit den Zuschauerzahlen nicht stimmt, weil viele sich nicht ein ABO von SKY oder wie es in anderen Ländern heißt, genommen haben. Aus meinen Bekanntenkreis hat es auch einige gegeben die gesagt haben: es kommt auf SKY und somit habe ich kein Interesse daran. Neue Fans kannst du mit bezahl TV sowieso nicht gewinnen. IHF oder wer auch immer ein Weg geht, gibt Fehler nicht dierekt zu und redet es schön.

    Und ich schreibe noch davon das man nicht alles aus deutscher Perspektive sehen soll...manchmal... :D

    Natürlich stimmt diese Aussage nicht für Deutschland. Allein 2013 dürften das Viertelfinale gegen Spanien mehr Leute geguckt haben als Sky insgesamt für alle Deutschlandspiele an Zuschauern gehabt hat. Aber darum ging es auch nicht bei meiner Aussage. Die IHF sprach von den insgesamt höchsten Zuschauerzahlen bei einer WM, das bezieht sich natürlich nicht nur auf Deutschland und irgendwelche Sky Abos...ich dachte das wäre klar. ;)

    Ich glaube sogar das die Fans in den allermeisten Ländern diese WM nicht als großartigen Skandal erlebt haben. Die Fans aus Frankreich, Ägypten, Polen, Österreich usw. dürften glaube ich sogar jede Menge Spaß gehabt haben und zumindest wenn man der iHF glauben darf war es die bisherige WM mit der größten TV-Zuschauerzahl. Nicht jedes Land hatte so viele Störgeräusche wie Deutschland.


    Bei einem Störgeräusch interessiert mich übrigens ob das ein Nachspiel gibt. Denn theoretisch müssten Fans doch eigentlich finanzielle Ansprüche haben, wenn sie beim Deutschlandspiel und wie man hört auch beim Finale nicht reingekommen sind. Gesetzt den Fall das man zum Beispiel nur zum Finale angereist ist und dann nicht reinkam, könnte man sogar mit 100% argumentieren. Hat da jemand was von jemandem gehört der da war?

    Glückwunsch den Franzosen, ein verdienter Titelgewinn und ein Ende ist nicht abzusehen.

    Auch mal gut von der Regie: Auf die jubelnde Mannschaft die Kamera und nicht diesen unseligen Standard das dieser Moment der Ekstase verpasst wird um den Trainer einzublenden der eh cool bleibt.

    Mit Verlaub, ich gehe nicht völlig blind durch die Welt...... :rolleyes:

    Die WM im Katar ist für mich ein trauriger Höhepunkt einer Entwicklung. Es kann nur besser werden......


    Ich weiß nicht ob wir das nicht zu sehr aus deutscher Brille sehen mit unseren vielen kleinen Skandälchen.
    Ich habe vor der WM einen Artikel in der New York Times gelesen, der im wesentlich ein Omeyer-Porträt war, aber Handball als eine der aufstrebenden globalen Sportarten bezeichnet hat. In Osteuropa boomt das ganze meiner Meinung nach richtig, Beachhandball scheint global beliebt zu sein sodass da auch Länder wie Brasilien konkurrenzfähig beteiligt sind und man kann über Katar sagen was man will, aber das wird in der Region der Popularität des Handballs schon helfen.

    Ich glaube manchmal vergisst man so etwas bei unseren Sachen mit Rudolph der BBL die uns scheinbar rechts überholt und diesen Wild-Card-Geschichten. Handball ist eben mehr als Deutschland und Rudolph/Wildcard und andere Tiefpunkte interessieren international glaube ich weniger Handballfans als wir glauben.

    [quote].
    Das war schon 2007 so. Dort aber eben in seiner krassen Ausprägung nur im Spiel Deutschland-Frankreich in den letzten 10 Minuten. Das hier in Katar ist ne deutlich andere Qualität.

    Ich glaube das waren erstens nicht nur die letzten 10 Minuten und zweitens rufe ich dann immer wieder das Viertelfinale gegen Spanien in Erinnerung zu dem die Spanier dann auch eine recht eindeutige Meinung hatten. Es war glaube ich ganz angenehm für die allgemeine Erinnerung das wir im Finale den Polen recht früh den Zahn ziehen konnten, damit hier eine Kontroverse gar nicht erst nötig wurde. Für meine Begriffe kann man von einer anderen Qualität also in keinem Falle sprechen, maximal von einer blasser werdenden und deutschgefärbten Erinnerung. Das sehe ich hier bei diesem Turnier längst nicht so eindeutig, weil anders als 2007 die Gegner von Katar im Viertelfinale und Halbfinale schlicht schlechter gespielt haben als der Gastgeber.

    Also ich fände es schon sehr fragwürdig auf die Ergebnisse der kommenden EM und zudem Ergebnisse anderer Mannschaften die man nicht beeinflussen kann, zu spekulieren. Nachher wird nämlich Ungarn Sensationssieger oder besagtes Schweden und dann stehen wir da.

    Viel besser wäre es heute zu gewinnen. Die Slowenen sind genauso müde wie wir und haben genauso wie wir zwei Spiele in Folge verloren was demotiviert und sind zudem ein Gegner dem wir allemal gewachsen sind. Wenn wir heute verlieren wäre das schlicht und einfach nicht gut in Hinblick auf Olympia. Die Teilnahme am Quali-Turnier ist ja auch noch lange keine Teilnahme in Rio, aber das mindeste was man erstmal erreichen sollte.