Das kann ich so nicht stehen lassen. Ich unterstelle den Kontrolleuren nicht Ignoranz sondern Professionalität. Sie machen die Kontrollen zu einem zufälligen Termin. Ob das nun der Tag nach der Hochzeit ist oder irgend ein anderer. Ihre Aufgabe ist nicht, selber abzuwägen, ob der der dem Sportler genehm ist. Wo fängt das an und wo hört das auf. Eigene Hochzeit, Hochzeit des Bruders, Taufe des Kindes, Geburtstag der Freundin?
Schaust Du immer zuerst mal, was Du am Donnerstag vorhast, wenn Dich jemand wegen eines 10-Minutentermins am Freitag fragt? Schaust Du, immer bevor Du jemanden anrufst, nach, ob der Geburtstag hat? Schaust Du dir immer zunächst das Kinoprogramm vom Dienstag an, wenn Du am Mittwoch ins Kino willst? Wie gesagt, es geht die Kontrolleure nichts an, was die Sportler am Tag vorher machen. Sie müssen nur wissen, wo sie den Sportler antreffen.
Man kann das System unmenschlich finden, aber in solch einem Fall böswillige Absicht zu unterstellen, geht echt zu weit. Alle Menschen machen manchmal unabsichtlich Dinge, die andern nicht so angenehm sind. Ich glaube auch nicht, dass die Kontrolleure wissen, wie viele Strikes ein Sportler hat. Ich glaube auch nicht, dass es immer die gleichen Kontrolleure sind, die Michael Kraus kontrollieren, und die dann sagen, der hat uns in den letzten Monaten 2x versetzt, da suchen wir uns mal einen möglichst unpassenden Termin aus. Arbeitest Du so?
Und woher weißt Du, dass sie das mit der Hochzeit gelesen haben? Nur weil es auf der gleichen Liste steht. Vielleicht war auch ein Seitenumbruch dazwischen. Vielleicht fragen sie auch nur in der Zentrale nach, wo sie Michael Kraus an einem bestimmten Termin finden. Vielleicht werden die Termine auch in der Zentrale ausgelost und die Kontrolleure bekommen nur die Info, wenn sie wann wo treffen können.
Ich möchte lieber so leben, dass ich den Menschen zunächst mal nichts böses unterstelle. Andernfalls würde ich ein einsames und trauriges Leben führen.
Ich bin auch der Meinung das man das nicht tun sollte und würde deiner Argumentation sogar unter normalen Umständen vollständig zustimmen.
Das ironische daran ist nur, dass ich deinen gesamten Post indem du die Nadaleute verteidigst, die wahrscheinlich wirklich zu großen Teilen tolle Menschen sind, die soweit ich weiß größtenteils sogar ehrenamtlich für einen sauberen Sport kämpfen...umdrehen kann. Schaut der Sportler am Donnerstag wenn er kurz noch mal zur Freundin rüber will oder ne Pizza um die Ecke essen will extra nach ob er das dürfte? Theoretisch muss er das . Er hat zuhause zu sein wenn er es angegeben hat und selbst bei Lappalien die Nada zu informieren wenn er es nicht ist und zwar weil jederzeit jemand vorbeikommen könnte. Wie viele Leute waren skeptisch das Kraus Klingel wirklich kaputt war? Unglaublich viele. Wie viele Leute würden einem Sportler anzweifeln der kurz ein-zwei Stunden in der Stadt war ohne das zu melden? Nicht viele und wie krank ist das bitte wenn man mal darüber nachdenkt.
Das wäre kein Problem, denn genauso wie man nichts böswilliges bei Nadaleuten vermuten sollte, ist es doch im Grunde hochgradig unfair das man das Gegenteil bei Sportlern tut. Wenn er oder sie nicht da ist, ist das ein Strike. Das bedeutet sinngemäß nichts anderes als zu sagen: Wir glauben das du die Zeit in der wir dich nicht angetroffen haben, genutzt hast um zu dopen oder um irgendeine Nachweiszeit verstreichen zu lassen. Wir können das nicht letztgültig beweisen, aber wenn du das dreimal machst, bist du raus. Man nimmt als das schlimmste von Sportlern an. Die Frage ist warum? Weil Sportler dopen? Ja, genau das ist die Begründung, aber da stellt sich die Frage warum man quasi alle Sportler unter Generalverdacht nimmt? Wieso? Sollte man das schlimmste von jemanden annehmen, nur weil er Spitzensportler ist? Theoretisch sind wir alle zu kriminellen Handlungen fähig, aber nehme ich das automatisch von jedem an den ich auf der Straße treffe? Sind drei Strikes wirklich gnädig, ist das Kontrollsystem wirklich die menschlichste Antwort darauf?
Wie gesagt verteidige ich keinen Doper, ich bin aber der Meinung das Leistungssportler, selbst wenn sie viel Geld verdienen ganz normale Menschen sind und als solche können sie nett sein, arrogant, kriminell oder tadellos sein. Das System was wir haben ist allerdings der Meinung das Überwachung richtig ist, weil diese Menschen wenn sie unschuldig sind ja nichts zu verbergen hätten. Das halte ich für grundfalsch und daher kommt es mir sehr falsch vor die Nadaleute in Schutz nehmen, wenn sie in dieser Machtposition nicht einmal berücksichtigen wenn ein Sportler geheiratet hat. Diese Verantwortung des Fingerspitzengefühls ist das allermindeste was Sportler erwarten könnten, wenn er oder sie sich diesem System unterwerfen müssen. Und genau daher unterstelle ich der Nada hier einen bösen Willen bei diesem konkreten Fall, weil es unglaubwürdig ist, das sie nicht wussten das Kraus geheiratet hat.