Beiträge von Paul Jonas

    Für mich ist eine Retortenmannschaft eine, die quasi von heute auf morgen zu Geld gekommen ist. Als wahlloses Beispiel dann quasi von einem Etat von sagen wir mal 3 Millionen plötzlich auf 9 Millionen mit Luft nach oben steht. Das hat nämlich keine sportliche Grundlage oder basiert auf einer natürlichen Entwicklung sondern versetzt die jeweilige Mannschaft von jetzt auf gleich in die Lage auf einem völlig anderem Niveau zu reagieren.

    Nach deiner Definition wäre nicht mal Hoffenheim eine Retortenmannschaft glaube ich...
    Egal...ich wollte nicht darüber diskutieren, überlies meinetwegen den Satz, mein Post hatte ein anderes Hauptthema.

    Wie nimmt er die nun schon fast chronischen Schiedsrichterdiskussionen wahr? Sind diese schlimmer/berechtigter als früher oder täuscht der Eindruck?

    Wie steht er zu den andauernden Regeldiskussion, beispielsweise um die Auslegung des Zeitspiels oder des Offensivfouls. Was könnte man da verbessern?

    Also wenn das wirklich so stimmt, das Rudolph nun wieder zahlt, dann erhält der HSV die Lizenz im zweiten Anlauf denn dann ist ja wieder Geld da. Die jetzige Entscheidung konnte das "Geheimtreffen" gestern Abend ja kaum berücksichtigen, denn die offizielle Anhörung für den HSV war am Montag und das ist der Stand auf dem diese Entscheidung basiert.

    Weil es nicht zur Definition einer Retortenmannschaft gehört einen Club mit Geld aus dem Nichts zu erschaffen, um mal Chelsea oder Paris aus dem Fußball als prominente Traditionsclubs als Beispiel zu nennen. In den erste Löwenjahren haben sie mit Geld um sich geschmissen und das auch offensiv verkauft (ala 3-Millionenwechsel Karabatic usw.). Ich sage gar nicht das man das verurteilen muss, aber auch das sind schlichte Tatsachen.

    Mein Punkt war auch ein anderer. Die Löwen haben seit sie als Löwen existieren, sehr gutes Marketing betrieben was sie verhältnismäßig bekannt gemacht hat, auch über den Handball hinaus und diese Saison hilft dabei natürlich auch weiter.

    Ja und? Was geht die IHF ein Deutsches Gericht an?
    Traue der IHF zu, dass sie weiterhin auf Stur stellt und das Gericht nicht anerkennt.
    Am Ende wird der DHB die Ausgleichszahlungen leisten müssen und darf sich mit der IHF um Rückerstattung von nem Schweizer Gericht kloppen. Viel Spaß.
    Interessant könnte auch werden, was das für Spieler anderer Nationen bedeutet von deutschen Vereine abgestellt werden müssen.
    Oder wenn die deutschen Gerichte es dem DHB verbieten die Sanktionen der IHF bei den Vereinen einzutreiben.

    Du solltest dich ein bisschen mit der Klage beschäftigen. Diesen Umstand haben die Vereine bedacht und genau diesen Weg gefunden damit ein deutsches und kein schweizerisches Gericht (wo die IHF sitzt) zuständig ist. Das ist nämlich meist das Problem mit diesen Sportweltverbänden, die sich so aus der Affäre ziehen können. Mit diesem Urteil aber, wenn es denn in den möglichen Revisionen bestätigt wird, hat die IHF gar keine Möglichkeit es zu ignorieren.

    Hat der HSV denn im Zweifelsfalle die Möglichkeit die Lizenz für die zweite Liga nachträglich zu beantragen oder käme eine Lizenzverweigerung dem Abstieg in die dritte Liga gleich? Das wäre schon ein bisschen hart.

    Hm, ich glaube man sollte nicht annehmen das die Likes gleichbedeutend mit der Anzahl der Fans des Vereins bei Facebook ist. Ich kenne sehr viele Leute die mehrere Vereine geliked haben und auch einige die es mal einmalig nach einem coolem Spiel gemacht haben. Das ist nicht zwangsläufig auf Handball bezogen, gerade letztere Gruppe muss sich nicht mal für den Sport oder den Verein interessieren, ein Like ist schnell gemacht.

    Andererseits ist es ja schon ein Indikator was die Strahlkraft der jeweiligen Vereine angeht. HSV Handball und THW Kiel sind nun einmal die populärsten Handballvereine außerhalb des Sports und das wird hierdurch nur bestätigt. Auch die Löwen haben sich in den letzten Jahren kräftig bekannt gemacht und wurden sicherlich auch zu keinem Zeitpunkt als Retortenmannschaft wahrgenommen worden. Ganz zu schweigen davon, dass sie jetzt wo sie diesen Ruf besiegt haben, sicherlich durch diese Saison die größte Strahlkraft haben. Man berichtet über die Mannschaft.

    Ich glaube erstmal werden DHB und IHF alle Rechtsmittel einlegen die ihnen zur Verfügung stehen und ich glaube da werden sie massiv von anderen Sportverbänden unterstützt werden. Denn was für den Handballweltverband als Monopolist gilt, gilt auch für jeden anderen Sportverband. Ob den Vereinen bewusst ist, das sie damit den Profimannschaftssport völlig verändert haben könnten?

    Glückwunsch an die Löwen, ihr lasst nichts anbrennen und beugt gleich mal einem eventuellem 20-Tore Sieg der Kieler vor.

    Was die neue Diskussion um diese Kantersiege angeht, möchte ich abermals relativieren. Genau wie Eisenach ist Melsungen nicht das erste mal so unter die Räder gekommen dieses Jahr. Man könnte bei den Jungs sogar einer momentanen Formschwäche sprechen, denn im letzten Auswärtsspiel vor diesem hier, hagelte es 12 Tore in Flensburg. Da ich selbst davon ausgehe das die Löwen zurzeit im 200%-Modus sind sie besser als Flensburg spielen, ist das also noch ein Sieg der locker im Rahmen ist.

    Ich bleibe dabei...bei den Kantersiegen in den letzten paar Spielen hat mich eigentlich nur Lemgo enttäuscht, denn die können es besser.

    Angesichts von Paris und Vezprem und Kielce und ... und ... und ... ist das nicht verwunderlich. Die Folge ist dann für Vereine, die keinen "Gönner" im Hintergrund haben, dass sie Spitzenspieler nur im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten beschäftigen und ansonsten auf solide Spieler, die nicht dieser Gruppe angehören, setzen, interessante Nachwuchsleute zu günstigeren Konditionen beschäftigen und/oder versuchen, durch gute Nachwuchsarbeit wenigstens einige Positionen mit Eigengewächsen zu besetzen. Diese Politik fährt z.B. Flensburg seit einigen Jahren durchaus erfolgreich, die Füchse tun dies auch, Magdeburg sowieso. Da gibt es reichlich Beispiele. Auch Kiel hat damit mittlerweile begonnen.

    Und wenn ich ehrlich sein soll, ich finde das gut. Nicht nur, weil es die Identifikation mit dem Verein fördert, sondern auch, weil die Vereine so eine höhere Motivation haben, etwas für den eigenen Nachwuchs zu tun, und weil es die Idenfikation mit dem Verein fördert.

    Die Taktik junge Talente entweder aus der eigenen Jugend heranzuführen oder gezielt aus Nachbarligen zu scouten (wie eben Flensburg), sie auszubilden und zu Spitzenspielern zu formen, hat aber eben eine endliche Komponente. Wenn diese Spieler dann eben "fertig" sind, gehen sie zu den richtig reichen Vereinen, ob nun international oder eben zu Kiel oder Hamburg. Für Flensburg ist es glaube ich recht vorteilhaft wenn der HSV wegfällt, zumindest was den eigenen Kader angeht, denn in der Regel ist ein Teil der Attraktivität an den Nordvereinen die regionale Nähe zur skandinavischen Heimat.

    Für die restliche Liga dürfte sich wenig ändern, da Hamburg durch die aufstrebenden osteuropäischen Vereine mehr als ersetzt werden dürfte. Hat man also ein Talent ist das auch nicht "sicherer" als früher.

    Naja, aber im Grunde passiert genau das was er vorher kritisiert hat...das er es ein bisschen erbärmlich wenn das Finanzierungskonzept des Vereins ist bei ihm betteln zu gehen. Genau das passiert auch jetzt wieder.

    @Konkurrenz zu anderen Sportarten
    Man sollte sich da nicht allzusehr vom Glanz der Großstädte blenden lassen. Obwohl zum Beispiel die DEL große Städte mit großen Hallen anbietet (Köln, Hamburg, Berlin, Mannheim) ist der Zuschauerschnitt nicht höher als in der Handball-Bundesliga, genau wie im Basketball. Die Handballliga sollte sogar als Beispiel dienen, das Wachstum eben endlich ist und es nicht endlos aufwärts geht.


    Die Konsequenz daraus dürfte sein, dass Handball den Kampf um den Titel "Wichtigste Mannschaftssportart nach Fußball" verlieren wird und die HBL auf längere Sicht international kaum wird mithalten können mit Mannschaften wie Barcelona, Veszprem, Paris HB etc, mit Ausnahme des THW. Man wird wie in den 80er und 90er Jahren international nur noch mit Glück die Champions League gewinnen können und vielleicht wird sogar die Dominanz im EHF-Cup durchbrochen werden von anderen Ländern (was natürlich für den nicht-deutschen Handball-Fan auch nicht verkehrt wäre).

    Das ist letztlich eine sportpolitische Frage: Wie soll der Handball in Deutschland aufgestellt sein? Will ich im Konzert der großen mitmischen oder lass ich es sein, akzeptiere, dass der Deutsche Handball seine auf Vereinsebene führende Position verlieren könnte und habe eine Liga mi vielen Teams, die "vom Lande" kommen, aber überregional keine echte Strahlkraft haben?
    Bohmann will scheinbar für die HBL die "große Lösung" und kämpft deswegen darum, dass der HSV Hamburg weiterhin der Liga erhalten bleibt, fliegt dafür sogar auf die berühmteste Finca des Handballsports. Das kann man gut finden oder nicht, immerhin handelt er konsequent (in meinen Augen).

    Auch wenn ich Hamburg gerade ein bisschen verteidigt habe, halte ich sowas doch für groben Unfug. Die internationale Stellung des deutschen Handballs ist nicht vom HSV abhängig und war es auch nie. Das käme ja der Behauptung gleich das die deutschen Mannschaften vor Hamburg nicht konkurrenzfähig gewesen wären.

    Die Liga ist stark und gesund. Neben den klassischen Mannschaften haben wir aufstrebende Kräfte wie Melsungen, Hannover oder Wetzlar, auch in der zweiten Liga lauern mit Leipzig und Co einige ambitionierte Vereine. Das die deutsche Liga nun verstärkt aus dem Osten Konkurrenz bekommt, ist nur der Ausdruck der dortigen Stärke und nicht unbedingt unserer Schwäche. Ich halte das für den Sport wesentlich attraktiver als das Quasi-Titel-Abo der letzten Jahre für deutsche Mannschaften.

    Zuletzt gesagt...selbst wenn der deutsche Handball von großen Stadtvereinen abhängig wäre...wir haben da einen Verein namens Füchse Berlin. Ich sehe nicht das hier ein kleineres Potential vorhanden wäre. Diesen Glamour-Faktor den eine Liga angeblich braucht, halte ich für ein Gerücht und nur weil Bayern München sich da im Basketball hervortut halte ich das nicht gerade für erstrebenswert.

    Es ist auf jeden Fall klar des in der heutigen Zeit immer schwerer wird als kleiner Ort einen professionellen Sportverein zu stellen, der in der Lage ist in der höchsten Spielklasse mitzuhalten. Das wird schwerer je mehr Geld in einer Sportart ist. Daher haben Kronau und Burgdorf das in meinen Augen völlig richtig gemacht.

    Im Falle vom HSV verhält sich das natürlich anders, aber man kann ja nicht abstreiten das es ein Zuschauerpotential gibt. Es mag sein das die Zuschauerzahlen vor 3 Jahren noch höher waren, aber in der Halle sind pro Saison durchschnittlich 7-8000 Leute, was mehr ist als die meisten Hallen der Liga überhaupt fassen können. Mag sein das die Hälfte davon reine Erfolgsfans sind, was ich stark bezweifle, aber auch die Hälfte wäre immer noch eine respektable Zahl.

    Man kann also nicht einfach so tun, als wenn mit dem HSV so eine Art Kunstprodukt ohne Publikum verschwinden würde.


    Ich geb dir vollkommen recht, allerdings kann das wirklich keiner sagen. Zumal Vranjes ihn bei seinem letzten Einsatz ( vor 2 Monaten oder so) noch gelobt hat, dass er eine Top-Einstellung an den Tag legen würde. Das ist auch einer der wenigen Kritikpunkte, die ich bei Vranjes finde: Er wechselt zu wenig... Denn zumindest für die Abwehr könnte man so Mogensen entlasten, dafür kann auch besagter Bogunovic in die Bresche springen. :rolleyes: :(

    Es ist garantiert irgendetwas vorgefallen, weil er gerade in der ersten Saisonhälfte überhaupt nicht gespielt hat, obwohl er nicht verletzt war. Zwar war Nenadic da wesentlich besser als jetzt, aber er hat damals fast immer durchspielen müssen, was für einen absoluten Frischling schon sehr seltsam ist, wenn man da jemanden auf der Bank hat, der immerhin ein 3/4-Jahr Bundesligaerfahrung hatte. Letzte Saison hatte Gustaffson auf jeden Fall Einsätze die völlig okay waren, sogar einige gute. Deswegen hat er ja überhaupt eine Vertragsverlängerung bekommen.

    Herzlichen Glückwunsch an Kiel und dadurch das der Sieg relativ hoch ausfällt bleibt es dann ja sogar ziemlich spannend. Das war eine sehr souveräne Leistung und auch mal den Daumen hoch für Sjöstrand. Ich verfolge nicht jedes Kieler Spiel, aber so gut habe ich ihn in Kiel noch nicht gesehen.

    Das bringt mich dann aber auch auf uns. Unsere Abwehr war soweit ich das sehe in Ordnung, aber in der Offensive sind wir in der Endphase dieser Saison schlicht nicht konkurrenzfähig. Mogensen ist völlig überspielt, Nenadic verunsichert, Glandorf überspielt und Weinhold spielt so indiskutabel schlecht (und das seit nun mindestens zwei Monaten) das es mir gar nicht mehr so leid tut das er Kiel "verstärken" wird. Nur Gottfridson ist natürlich toll, aber er kann Mogensen eben noch nicht ersetzen. Im Ergebnis sind wir dadurch einfach zu harmlos und berechenbar, weil nicht alles über die Außen gehen kann. Für die Liga reicht das dieses Jahr sicher noch, aber für das Final4 sehe ich schwarz.


    Korrigiert mich, aber mit Nenadic, Bogunovic (richtig geschrieben?), Mogensen, Gottfridsson, Weinhold und Glandorf zähle ich sechs Rückraumakteure, bei Kiel mit Vujin, Zeitz, Jallouz und einem "behinderten" Jicha mit viel Goodwill vier. Und Ihr habt noch nen Abwehrspezi, der entlastet.

    Soll keine Ausrede sein, sollte das Ding heute für den THW schief gehen, aber die Erwähnung finde ich mehr als berechtigt

    Also Jicha und Goodwill...spielt der nicht mit oder seh ich was anderes. ;)
    Wir müssen das jetzt nicht ausbreiten aber Bogunovic kann man bei uns kaum mitzählen, ich sage nicht das wir dünner besetzt sind, aber ihr seid um keinen Preis im Nachteil.