Doch die derzeitige Verletzungsmisere hat ihn zu einem Umdenken
gezwungen. Der geschrumpfte Kader muss nun anders behandelt, die
Ressourcen sehr zielorientiert eingesetzt werden. „Wir müssen das Beste
aus dieser misslichen Situation machen", betont Ljubomir Vranjes. „Wir
dürfen nicht vergessen: Wir sind noch in allen drei Wettbewerben dabei."
Über die Probleme im linken Rückraum spricht er nicht mehr. Die Partie
in Hannover hat offenbart, dass es auch an deren Stellen kräftig zwickt.
Holger Glandorf etwa ärgert sich seit über zwei Monaten mit
Leistenbeschwerden herum. Oft kann der Linkshänder kaum bis gar nicht
trainieren. Optimal wäre wohl eine Pause von drei Monaten, so sein
Übungsleiter. „Wir haben einen Weg gefunden, dass er in der nächsten
Zeit möglichst oft spielen kann."
Fragezeichen kursieren auch um Michael Knudsen. Seit letzten Mittwoch
behindert eine Rücken-Blessur den dänischen Kreisläufer. Ob er gegen
Lübbecke eingreifen kann, steht in den Sternen und dürfte erst kurz oder
gar während der Partie entschieden werden. Immerhin: Mattias Andersson
ist zurück im Training, gegen Lübbecke kann die SG wieder auf ihren
Top-Torhüter setzen. Auch Goran Bogunovic ist nun etwas mehr in die
Spielzüge eingebunden als noch vor der jüngsten Auswärts-Niederlage.
So oder so: Angesichts der vielen Sorgen ist die bislang blütenweiße
Bilanz gegen die Ostwestfalen nicht mehr als ein schöner Wink aus der
Vergangenheit. In der aktuellen Situation wird die Aufgabe gegen den TuS
definitiv ein Balance-Akt, der den vollen Einsatz aller erfordert.