Beiträge von Steinar

    In Essen hätte Leipzig am 1. Spieltag mindestens 3 Rote Karten (Gesichtstreffer, Schiedsrichterbeleidigung durch Zeitstrafe mit Vogel kommentieren und 3. Zeitstrafe) bekommen müssen, wenn die SR ihre Linie aus den ersten 30 Minuten aufrecht erhalten hätten. Ich empfehle zu Weihnachten sich noch einmal die Handball-DVD Projekt Gold auf den Gabentisch sich legen zu lassen. Dort erklärt Henning Fritz als Erfolgsrezept nach der Vorrundenniederlage gegen Polen: "Wir müssen alle so hart spielen, wie Olli, damit die Schiedsrichter gar nicht mehr wissen, wen sie herunterstellen sollen." Genau das ist das Rezept der Körperkulturisten.

    Da spielt unheimlich viel Psychologie mit rein und der DHC macht den Fehler sich über die Saison viel zu sehr, vor allem aber auch immer wieder öffentlich, darüber aufzuregen. Das bringt nichts und kostet nur (mentale) Substanz. Das sind dann Körner, die zum Ende einer Partie eben fehlen.

    Bei der Wurfquote (Tore/Versuche, Angabe in Prozent) nach der Vorrunde liegt Deutschland sogar noch auf dem 15. Platz vor Angola und Island. In dieRangliste habe ich den Durchschnittswert aller Teams (von Russland - Australien) und die Einzelwerte des deutschen Teams aus den jeweiligen Partien mal eingesetzt. Man sieht auch hier wieder, wie die Performance von Spiel zu Spiel schwächer wurde.

    RUS 68
    FRA 65
    NOR 64
    DEN 64
    BRA 63
    ESP 62
    SWE 62
    CRO 61
    MNE 61
    _______GER (NOR) 61%
    KOR 60
    NED 60
    _______GER (MNE) 60%
    ROU 59
    JPN 56
    TUN 56
    _______GER (CHN) 56%
    ______Durchschnitt aller Teams 54%
    GER 54
    ANG 51
    ISL 51
    _______GER (ISL) 51%
    CUB 48
    KZK 47
    CIV 46
    CHN 45
    _______GER (ANG) 43%
    ARG 38
    URU 37
    AUS 23

    Steinar. Banale Frage: was meinst Du mit Wurfquote (Anzahl Tore/Anzahl Würfe x 100%) und Angriffseffektivität (Anzahl Tore/Anzahl Angriffe x 100%)?

    Präzise.

    Ribu: Du hast das Angola-Spiel gesehen, oder? Die Spielweise der Afrikanerinnen ist doch nicht das Problem, wenn ich frei vor dem Tor - wieviele? - zehn oder mehr Würfe nicht mal aufs Tor, sondern an Pfosten oder neben den Kasten bringe. Angola war viel schlimmer als Island, da hat es Woltering im Tor nur noch ergebnistechnisch ausgerissen. Auf dem Feld war das in meinen Augen noch schlechter, als letztes Jahr gegen die Ukraine.

    Thema Personalien: Ich möchte da jetzt gar nicht der Vertreter Krause sein, aber da gibt es viel mehr Spielerinnen, die angesichts ihrer Leistungen sich fragen müssen, ob man sie im Vorfeld hätte nominieren müssen. Bei Krause kann ich zumindest taktische Überlegungen - Sie stellt auf RM einen Gegenpart zu Loerper/Wohlbold und auf RL einen Gegenpart zu Mietzner/Nadgornaja dar. Die Frage ist doch - was wären die Alternativlösungen gewesen?

    Was ich seit Beginn der Ära Jensen noch nicht kapiert habe ist, was die Kreisläufer-Azubine (In der U20 war sie vor zwei Jahren noch RL) schon in der A-Nationalmannschaft macht? Sie mag aufgrund ihrer Körpergröße "die Zukunft" dort sein, aber sie ist eben noch nicht die Gegenwart. Die Kreisläuferposition ist eine der Schlüsselpositionen im heutigen modernen Handball. Eine Susann Schneider oder Wiebke Kethorn hätten mit Sicherheit mehr Anspiele verwertet und bessere Lücken gerissen. Ansonsten hätte ich aber kadertechnisch vermutlich gar nicht so viel verändert. Dass die Spielerinnen ihr Potential nicht auf die Platte bringen, das gilt es zu ergründen.

    Interessantes Interview von Wohlbold. Passt auch mit der einen oder anderen Äußerung von Jensen zusammen.

    Das Problem in meinen Augen ist, dass sich diejenigen, die auch gegen Norwegen nicht supergut drauf waren ins Turnier kämpfen wollten und dann die anderen heruntergezogen haben, anstelle sich von den anderen mitziehen zu lassen.

    Blicken wir mal auf das Norwegen-Spiel. Da ist die Wurfquote bei über 60%, die Angriffseffektivität bei 54%. Das sind Quoten, mit denen man ein Spiel gewinnen kann, obwohl man das Torhüterduell knapp verliert.
    Interessant - und auch das ist ein Zeichen für eine gut stehende Deckung - ist, dass Deutschland 9/37 Paraden hat, Norwegen 13/44
    Handball kann so einfach sein 4 Paraden mehr, aber auch 7 Würfe mehr auf das Tor bekommen, machen am Ende 3 Tore Unterschied für den Gegner ;)

    Dann kommt Montenegro. Die Wurfeffektivität ist da mit 24/40 (60%) durchaus im Rahmen. Das Problem ist dann aber schon die Angriffseffektivität (nur 45%), denn Montenegro gewinnt am Ende trotz deutlich schlechterer Torwartleistung, weil sie einfach acht Würfe (40 vs 48) mehr aufs Tor gebracht haben.

    Dann kommt China. Die Wurfeffektivität geht in den Keller (23/41 = 56%), die Angriffseffektivität sinkt noch weiter (41%). Da es nur ein zweitklassiger Gegner war, kommt man noch zu einem Zittersieg. Aber mit Blick auf das Turnier war noch nichts passiert.

    Dann kommt Island. Und man möge sich Rudi Völlers Weißbierrede fast ins Gedächtnis wünschen. Jetzt gegen Island noch ein tieferer Tiefpunkt. Ich kann diesen Sch... nicht mehr hören. War aber so. Wurfeffektivität bei gerade einmal noch 51 %, Angriffseffektivität bei unterirdischen 34% und die Torhüterleistung auch mit unter 20 Prozent im Schnitt.

    Und die Mädels schaffen es tatsächlich diese schon unterirdische Leistung vom Island-Spiel noch einmal zu unterbieten, als es gegen Angola um alles oder nichts geht. Wurfquote 43 Prozent, Angriffsquote 34% (ja, wir hatten super Chancen und haben die dann im Vergleich noch schlechter gesetzt), da half dann auch eine gute Torhüterleistung nicht mehr.

    Wenn man auf die Gesamtstatistik nach dem Turnier schaut, dann vernebeln die Gesamtwerte ein wenig das Bild, was man eben in der Vorrunde abgeliefert hat. Gegen die drittklassigen Kasachinnen gab es eine Wurfquote von 70%, die Torhüter polieren ihre Bilanz mit einer 60%-Quote auf und die Angriffseffektivität liegt mit 54% wieder auf ansprechbaren Niveau. Das gleiche gilt für das Tunesien-Spiel, wo man eine Wurfeffektivität von 66% hinbekommt, eine Angriffseffektivität bei noch annehmbaren 48% hinlegt und auch die Torh+ter auf über 50% kommen.

    Die Werte für die Vorrunde waren:
    Wurfquote 120/220 (54%)
    Angriffsquote 120/290 (41%)
    Torwartquote 60/186 (32%)

    Die Werte für das Gesamtturnier:
    Wurfquote: 190/325 (58%)
    Angriffsquote: 190/428 (44%)
    Torwartquote: 108/273 (40%)

    Man kann das gleiche auch auf die Einzlanalyse herunterbrechen. Es bringt nichts, wenn man die Bilanz einer Spielerin nimmt, wenn sie nur gegen überforderte Zweit- und Drittligisten ihre Statistik in den annehmbaren Bereich schiebt.

    Norwegen war gar kein herausragendes Spiel, sondern das ist die Qualität, die man im Durchschnitt von diesem Kader erwarten kann. Und hätte man diese Leistung stabilisiert, dann wäre man nach der Vorrunde ungeschlagener Gruppenerster geworden. Man hätte die Niederlande, Kroatien, Spanien im K.O.-Modus bekommen. Alles Gegner, die durchaus in Reichweite sind. Da hätte man auch mit einem guten Fight ausscheiden können - ob nun im Achtelfinale, Viertelfinale oder Halbfinale, aber werweiß wie weit man hätte kommen können. Die Norwegerinnen haben auch dann von Verletzungen wie bei Snelder, Mangue, Pineau profitiert.

    Hm, dann müßte das auf HW.com aber auch noch korrigiert werden, dort werden sie nämlich noch in der Tabelle der 1. Bundesliga geführt und von dort hab ich mir meine Infos gemopst. :P

    Naja, du kannst sie auch drin lassen, offiziell sind sie ja erst nach der Saison weg. Aber dafür dann Buxtehude nicht verschludern..

    Am Ende reichen 25 Minuspunkte, um in die 1. Liga hochzugehen und mit 25 Zählern plus steigt man noch ab. Bislang ist die erste Marke für den Abstiegskampf, die ich mal von einem Verein vernommen habe, die 30-Punkte-Marke. Angesichts des engen Feldes könnte selbst das noch eng werden.

    Ich hab nur keine Zeit, um es jetzt entsprechend herauszusuchen und wortgetreu zu übersetzen. Aber Opa ist ja an Randers nah genug dran, der sollte es mitbekommen haben.

    Sinngemäß: "Im letzten Jahr haben wir unsere Probleme als Team gelöst,jetzt kämpft jede für sich alleine. Wir müssen wieder dahin kommen, wo wir letztes Jahr waren, denn das hat uns stark gemacht."

    Naja, dafür war dann "das gefühlte Final Four" in der letzten Runde dann halt dabei. Wenn das nicht gewesen wäre und es keine Achtelfinalpartie Bittenfeld-Aue gegeben hätte, dann bräuchten wir uns jetzt gar nicht darüber unterhalten...

    Achja, in Spanien ist das schon schön. Da dürfen sowieso nur die Top-Mannschaften ab dem Viertelfinale in den Wettbewerb eingreifen. Da hätten einige der jetzt Meckernden aber dermaßen schlechte Karten.. ;)

    sie war ja in brasilien nicht dabei und wird nicht zurückkehren.

    [/quote]

    Das eine hat ja nicht zwangsweise was mit dem anderen zu tun. Aus welchem Grund sich Grit Jurack (zumindest offiziell) für das Daheimbleiben entschieden hat und gegen eine WM-Teilnahme ist erst mal ihre Sache. Dass sie mit 34 Jahren wohl nach der verpassten Olympiaqualifikation nicht zurückkehren wird, dürfte wohl keinen überraschen. Ich erwarte auch, dass da noch die eine oder andere alterskritische selbst die Konsequenzen zieht und den Weg für einen Neuanfang frei macht. Wer weiß, vielleicht kann dann auch wieder mal Susann Müller ein Thema werden. Ist übrigens ganz interessant, wie sich Camilla Dalby äußert, wenn es um einen Vergleich zwischen der letzten und dieser Saison bei Randers geht.

    Maddrax: Wenn man in den Niederlanden mit einer jungen Truppe an den Start geht, kann man sich gar nicht blamieren.

    Welches Potential diese jetzige Mannschaft gehabt hätte, wird doch deutlich, wenn man sieht, dass bei einem normalen Turnierverlauf nach dem Sieg über Norwegen nun durchaus das Endspiel drin gewesen wäre. Da wären in der K.O.-Runde die Niederlande, Kroatien und Spanien gekommen. Alles durchaus machbar für die zur Verfügung stehende Qualität im Kader. Und die 10 hundertprozentigen pro Spiel, die die Mädels versemmelt haben, kann auch kein Trainer der Welt selbst reinballern. Die machen dann aber den Unterschied aus zwischen Gruppenerster mit 5 Siegen und Gruppenfünfter mit drei Niederlagen.

    Die Frage ist doch nur - hat der DHC etwas nicht ausgenutzt, was erlaub war oder wurde es ihm im Gegensatz zum Gegner nicht zugestanden. Meistens ist es immer der erste Fall und dann ist die Mannschaft eben selbst schuld.

    Wobei ja die Leipziger Mannschaft vor zwei jahren als Concordia Delitzsch recht weit oben (Süd-Fünfter) stand. Sooo überraschend kommt das nicht. Ist ja kein normaler Aufsteiger, der sich da erst mal großartig orientieren muss - zumindest nicht anders, als alle anderen Mannschaften in der neuen Spielklasse auch.