Das Problem in meinen Augen ist, dass sich diejenigen, die auch gegen Norwegen nicht supergut drauf waren ins Turnier kämpfen wollten und dann die anderen heruntergezogen haben, anstelle sich von den anderen mitziehen zu lassen.
Blicken wir mal auf das Norwegen-Spiel. Da ist die Wurfquote bei über 60%, die Angriffseffektivität bei 54%. Das sind Quoten, mit denen man ein Spiel gewinnen kann, obwohl man das Torhüterduell knapp verliert.
Interessant - und auch das ist ein Zeichen für eine gut stehende Deckung - ist, dass Deutschland 9/37 Paraden hat, Norwegen 13/44
Handball kann so einfach sein 4 Paraden mehr, aber auch 7 Würfe mehr auf das Tor bekommen, machen am Ende 3 Tore Unterschied für den Gegner 
Dann kommt Montenegro. Die Wurfeffektivität ist da mit 24/40 (60%) durchaus im Rahmen. Das Problem ist dann aber schon die Angriffseffektivität (nur 45%), denn Montenegro gewinnt am Ende trotz deutlich schlechterer Torwartleistung, weil sie einfach acht Würfe (40 vs 48) mehr aufs Tor gebracht haben.
Dann kommt China. Die Wurfeffektivität geht in den Keller (23/41 = 56%), die Angriffseffektivität sinkt noch weiter (41%). Da es nur ein zweitklassiger Gegner war, kommt man noch zu einem Zittersieg. Aber mit Blick auf das Turnier war noch nichts passiert.
Dann kommt Island. Und man möge sich Rudi Völlers Weißbierrede fast ins Gedächtnis wünschen. Jetzt gegen Island noch ein tieferer Tiefpunkt. Ich kann diesen Sch... nicht mehr hören. War aber so. Wurfeffektivität bei gerade einmal noch 51 %, Angriffseffektivität bei unterirdischen 34% und die Torhüterleistung auch mit unter 20 Prozent im Schnitt.
Und die Mädels schaffen es tatsächlich diese schon unterirdische Leistung vom Island-Spiel noch einmal zu unterbieten, als es gegen Angola um alles oder nichts geht. Wurfquote 43 Prozent, Angriffsquote 34% (ja, wir hatten super Chancen und haben die dann im Vergleich noch schlechter gesetzt), da half dann auch eine gute Torhüterleistung nicht mehr.
Wenn man auf die Gesamtstatistik nach dem Turnier schaut, dann vernebeln die Gesamtwerte ein wenig das Bild, was man eben in der Vorrunde abgeliefert hat. Gegen die drittklassigen Kasachinnen gab es eine Wurfquote von 70%, die Torhüter polieren ihre Bilanz mit einer 60%-Quote auf und die Angriffseffektivität liegt mit 54% wieder auf ansprechbaren Niveau. Das gleiche gilt für das Tunesien-Spiel, wo man eine Wurfeffektivität von 66% hinbekommt, eine Angriffseffektivität bei noch annehmbaren 48% hinlegt und auch die Torh+ter auf über 50% kommen.
Die Werte für die Vorrunde waren:
Wurfquote 120/220 (54%)
Angriffsquote 120/290 (41%)
Torwartquote 60/186 (32%)
Die Werte für das Gesamtturnier:
Wurfquote: 190/325 (58%)
Angriffsquote: 190/428 (44%)
Torwartquote: 108/273 (40%)
Man kann das gleiche auch auf die Einzlanalyse herunterbrechen. Es bringt nichts, wenn man die Bilanz einer Spielerin nimmt, wenn sie nur gegen überforderte Zweit- und Drittligisten ihre Statistik in den annehmbaren Bereich schiebt.
Norwegen war gar kein herausragendes Spiel, sondern das ist die Qualität, die man im Durchschnitt von diesem Kader erwarten kann. Und hätte man diese Leistung stabilisiert, dann wäre man nach der Vorrunde ungeschlagener Gruppenerster geworden. Man hätte die Niederlande, Kroatien, Spanien im K.O.-Modus bekommen. Alles Gegner, die durchaus in Reichweite sind. Da hätte man auch mit einem guten Fight ausscheiden können - ob nun im Achtelfinale, Viertelfinale oder Halbfinale, aber werweiß wie weit man hätte kommen können. Die Norwegerinnen haben auch dann von Verletzungen wie bei Snelder, Mangue, Pineau profitiert.