Beiträge von Steinar

    Also erst mal müssen die betroffenen Trainer und Vereine da auch mitspielen. Buxtehude und Frankfurt spielen z.B. gerade ein Testturnier in der Oderstadt. Ich bin mir sicher, dass da die Vereine durchaus Ambitionen haben ihre Trainer entsprechend bei der Arbeit zu sehen.

    Und ob es mit der geballten Trainerkompetenz besser gelaufen wäre, wenn die Probleme dermaßen eher im mentalen Bereich, als im sportlichen Bereich liegen? Wer will das abschätzen können?
    Positiv kann sich da nur auswirken, dass mehr Trainer vermutlich besser wissen, wie man die einzelnen Spielerinnen anspricht. Wolf die ganzen Ex-Leverkusenerinnen (ist ja mit Krause nur eine aktuelle im Team, aber Englert, Woltering, Loerper, Richter, Müller), Leun die Buxte-Truppe (Melbeck, Klein, Langkeit), Jensen die Leipzigerinnen (Schülke, Augsburg, Schulze, Müller), Schmidt dann noch Mietzner. Und ohne "Ex-"Coach wären dann nur die beiden Thüringerinnen und Althaus gewesen.

    Der Mannschaft fehlt ja nicht die Qualität. Ihr fehlt es diese Qualität auf die Platte zu bringen.

    Der TuSEM Essen gewinnt in Potsdam 25:24 und rückt zunächst auf Platz 2 vor, außerdem setzt Essen damit den TV Neuhausen, der heute zu Hause gegen den TV Emsdetten spielt, etwas unter druck.

    Dem "Druck" haben sie beeindrucken Stand gehalten. Jetzt kommt es am kommenden Wochenende zum Duell der 21-Punkte-Teams.

    Steinar. Kurz zusammengefasst- von dem was Du eben geschrieben hast- dürfte das bisherige unbefriedigende Auftreten der deutschen Nationalmannschaft auf die mangelnde mentale Stärke, Egoismus und Unfähigkeit sich den Gegebenheiten(Schiedsrichter) anzupassen, zurück zu führen sein.

    Ja, stellt sich nur die Frage was von diesen Dingen Ursache und welches Wirkung ist. ;)
    Das gilt auch für die angesprochenen Würfe von Mietzner und Nadgornaja. Werfen die anderen so wenig, weil die so viel werfen oder ist es vielleicht doch eher anders herum. Mietzner hat sich in meinen Augen jetzt beim Island-Spiel ein wenig die Bilanz versaut, weil da auch kein anderer Mal Verantwortung übernommen hat. Die Quoten von Mietzner und Nadgornaja sind absolut in Ordnung, die Quote von Melbeck und Klein eigentlich auch - nur halt zu wenig Würfe. Bei anderen sind die Quoten jedoch auch katatrophal und die Anzahl der Zeitsftrafen, im Schnitt vier pro Partie, sind einfach mindestens zwei zu viel. Da muss man auch mal die Quoten zum Rest der Mannschaften anschauen.

    Bei der Heim-WM 2007 hatte die deutsche Männermannschaft mit einem Psychologen gearbeitet. Was ist so verkehrt, wenn auch die Frauen diese Möglichkeit bekämen? Das ist bei anderen Sportarten und auch in anderen Ländern im Handball gang und gäbe. Somit müsste man wahrscheinlich-um nach Deinen Massstäben zu urteilen-nicht 3/4 der Nationalmannschaft umbesetzen, weil 75% der Spielerinnen mit dem Druck nicht zurecht kommen. Im Spiel gegen Island ist mir in den letzten 10 Minuten (bis auf vielleicht Sabine Englert) keine aufgefallen, die mit dem Druck umgehen konnte.

    Bei der Heim-WM war der Mentalcoach aber auch nicht offizieller Teil des DHB-Trainerstabes. Wenn wir auf die Liste schauen, dann taucht da auch kein Torwarttrainer auf, obwohl Andreas Thiel durchaus mit den Torhüterinnen arbeitet. Und in vielen Vereinen wird doch regelmäßig mit Psychologen zusammengearbeitet. Zumindest bei Leverkusen ist das der Fall, auch wenn der Psychologe nicht auf der Liste der trainer auftaucht. ;)

    Ganz ehrlich, der Druck von außen war in den vergangenen Jahren nie so niedrig, wie jetzt bei diesem Turnier. Es gab kaum Erwartungen, wenn man mal vom Minimalziel Achtelfinale absieht. Ich habe vor dem Turnier gesagt, dass Platz drei das absolute Minimum in dieser Gruppe ist und dabei bleibe ich auch weiterhin. Die Mannschaft muss sich an ihrem Potential messen lassen und davon sind etliche im DHB-Dress weit entfernt.

    Man hat gegen Norwegen solide gespielt und gewonnen. Man hat dann von Spiel zu Spiel weiter abgebaut, weil einige Spielerinnen wieder einmal zu sehr selbst glänzen und sich ins Turnier kämpfen wollten, als sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Da wird im Konter dann z.B. selbst nach vier vorangegangen Fehlwürfen noch selbst der Abschluss gesucht, obwohl man die besser postierte und mitgelaufene Mitspielerin, die bis dahin schon drei Tore hat, sieht.

    Die Niederlagen gegen Montenegro und Island setzte es nicht, weil die Gegner gut gespielt haben, sondern weil man a) selbst schlecht gespielt hat und b) auch nicht in der Lage war sich auf die Linie der Schiedsrichter mal einzustellen. Mit einer derartigen Performance gewinnst du nicht mal gegen einen Zweitligisten. Die sind in allen drei Spielen nicht mal annähernd an ihrer Leistungsfähigkeit angekommen. Wenn die nur mal in einem der beiden verlorenen Spiele bei 70% gewesen wären, dann wären Platz 1 oder 2 in der Gruppe durchaus keine Utopie gewesen.

    Was gegen Island noch dazu kam, war dann eben auch, dass man das Spiel einfach zum Ende hin weggeschmissen hat. Gegen Montenegro und China hat man mindestens noch bis zum Schluss gekämpft. Das ist das Minimum, was man von einem Sportler erwarten kann. Bis zum Ende alles zu geben, dann wird auch mal eine Niederlage verziehen. Davon hat man aber nichts gesehen. Mit der Konsequenz, dass man heute gegen Angola gewinnen muss, um dann noch im Achtelfinale höchstwahrscheinlich gegen Russland zu spielen.

    Eine Handball-WM ist doch keine Waldorfschule. Wenn man mit dem Druck nicht klarkommt, dann muss man auch nicht Nationalmannschaft spielen.

    Die Wechsel sehe ich nicht als ursächliches Problem an. Gegen Norwegen haben die Spielerinnen von der Bank doch gezeigt, dass man sie auch bringen kann. Das sind doch auch fast alles Spielerinnen, die den Anspruch haben eine Einsatzzeit zu erhalten. Das gilt es dann aber auch mit Leistung zu rechtfertigen. Und es sind einfach zahlreiche Spielerinnen dabei, die ihr Potential nicht abrufen, dazu gehören anders als bei den vorangegangenen Turnieren eben auch die Torhüterinnen.

    Gruppe C:
    Brasilien ist bereits im Viertelfinale (fünf Punkte vor Platz 5)
    Brasilien holt gegen Frankreich in der zweiten Halbzeit von 10:17 auf 26:22 auf (=16:5 in HZ 2). Alles glatt gelaufen oder Gastgeberbonus? (ich habs nicht gesehen)

    Einfach eine unheimlich starke Chana Masson, die in Halbzeit eins noch nicht zwischen den Pfosten stand. So richtig erklären, warum die Französinnen das ncoh weggeschmissen haben, kann man eigentlich nicht. Genügend freie Chancen waren da.

    Tja, vor vier Wochen hielten uns ein paar Außenstehenden für einen Aufstiegskandidaten, dann waren wir plötzlich ein Abstiegskandidat. Ich denke, die Antwort liegt irgendwo in der Mitte. ;)

    Wenn auch gerade noch sehr knapp. Platz 10 ist derzeit genauso weit entfernt, wie Platz 20. Da sieht man ja, wie schnell das in der Liga gehen kann.

    Heute werden die Vorrundengruppen der EM 2012 ausgelost.

    Gruppe A
    Polen

    Gruppe D
    Ukraine

    Lostopf 1
    Spanien
    Niederlande

    Lostopf 2
    Deutschland
    Italien
    England
    Russland

    Lostopf 3
    Kroatien
    Griechenland
    Portugal
    Schweden

    Lostopf 4
    Dänemark
    Tschechien
    Frankreich
    Irland

    Jede Menge Informationen gibt es auf der UEFA-Website

    Auch Sead hatte vor seiner Heiligsprechung vom Express zwischenzeitlich den Beinamen Konfusefendic bekommen. Wollen wir mal nicht so tun, als ob die jüngste Ära nun immer Friede, Freude, Eierkuchen war. ;)

    Und Schindler hat mit Dormagen glaube ich auch schon die eine oder andere Niederlage gegen die von Gorr trainierten Hüttenberger erlitten. Parallelen zwischen Ratka und Gorr sehe ich nicht wirklich - wenn man mal von der Vertragslaufzeit absieht.

    Um die Frage nach dem Schnitzelkoch zu beantworten. Wenn ich im Restaurant die Speisekarte ändere (weil sich Hummer und Austern nicht mehr rentieren), dann brauche ich auch in der Küche jemanden, der weiß, wie man ein Schnitzel gescheit zubereitet. Mir bringt doch der Sternekoch nichts, wenn der nicht mit den zur Verfügung stehenden Zutaten umgehen kann. Die Personalie Teppich sollte da doch auch dem letzten Oberberger die Augen öffnen.