Beiträge von Steinar

    Schaut man sich den Fall von Jo Deckarm an, wird - glaube ich - klar, warum es diese Regel gibt, auch wenn Jo mit einem Feldspieler, den er vorher eben nicht sehen konnte, zusammengeprallt ist.

    Weil es eben ein Feldspieler war, ist dieses Beispiel doch wohl jetzt nicht wirklich ein ernst gemeinter Versuch der Rechtfertigung zu Torwart-Gegenstoß. Also bitte. Gerade weil es ein Feldspieler im Falle Deckarm war (davon ab, dass ich diese Situation nicht als klassischen Gegenstoß ansehe und man gerade in der Situation auch mit Gegenspielern rechnen sollte), wäre es doch ein Grund das Pferd von einer anderen Seite aufzuziehen und den TG-Spieler in die Pflicht zu nehmen.

    Die Regel ist nun erstmal da und derartige Szenen - ich habe bei solchen Aktionen auch schon Kreuzbandrisse bei Torhütern erlebt - wurden damals billigend bei der Regeländerung in Kauf genommen. Ist zumindest nicht so, dass niemand im Vorfeld vor genau derartigen Entwicklungen und Szenen gewarnt hätte. Aber man kann das ganze ja auch nach dem Auftreten noch mal reflektieren.

    Moderner Gegenstoß (gelaufen von A)
    TW A: spielt möglichst langen Pass
    A7 (meistens wurfferner Außen): läuft möglichst schnell nach vorne (ohne Rücksicht auf Verluste) und nimmt den Ball so spät wie möglich an

    B3 (wurfferner Halber) versucht das Stürmerfoul zu provozieren
    TWB muss eigentlich im Kasten bleiben, da sonst die Rote Karte droht - selbst, wenn er in Ballbesitz kommt und selbst wenn er nicht aktiv den Zusammenprall verursacht.

    Also die Situation Torwart-Gegenstoß als "Angriff von hinten" zu werten, halte ich ja für ganz abenteuerlich ... aber so langsam werden mir da die Gedankengänge dann zumindest nachvollziehbar. Auch wenn ich die Annahme, dass der TG-Spieler "ungeschützt" ist und den Zusammenprall nicht verhindern kann, weiterhin für groben Unsinn halte.

    Faktisch ist es so, dass die Torhüter in den Torraum verbannt wurden. Und die Folge sind eben diese langen TG-Pässe, bis auf neun Meter, wo man früher halt nur bis zur Mittellinie gespielt hat. Die Passzone hat sich durch die Regeländerung mehr in Richtung gegnerisches Tor verlagert, weil man eben nicht mehr mit einem entgegenkommenden Torwart rechnen muss (man ist ja von jedweder Verantwortung als TG-Spieler befreit worden.)

    Mit Glück oder Unglück hat das wenig zu tun. Dies ist eine normale Folge aus der durchgeführten Regeländerung, die auf der falschen Annahme beruht, dass der Konterspezialist eben keinerlei Verantwortung trägt.

    Durch die Zwangsverbannung der Torhüter in den Torraum werden die Gegenstoßpässe immer weiter und risikoreicher gespielt. Ich hab genau derartige Folgen auch schon in diesem Forum nach Einführung der neuen Regel prognostiziert. Ich versuche mal die Suchfunktion anzuschmeißen....

    Ich hatte eigentlich im Hinterkopf, dass der DHC zum Saisonschluss nicht nur Punkte abgezogen bekommt, sondern auch kein Aufstiegsrecht hat. Oder irre ich mich?

    Aufstiegsrecht wäre nur beim Abstieg in die 3. Liga ein Thema gewesen. Von 3. Liga in die 2. wäre nicht gegangen, von 2. in die 1. geht.

    Dass der TUSEM auch nach dem Wochenende an erster Stelle liegt - egal, welche Tabelle man sich nun anschaut - finde ich eh sensationell. Aber da sieht man eben auch, was taktische Disziplin einfach schon ausmacht in dieser knappen Liga. Allerdings sind ja die nächsten Spiele für Essen auch der Knüller - Hamm (nun mit Pomeranz), Erlangen, Emsdetten, Potsdam, Neuhausen und Minden - birgt erstmal genügend Gelegenheit, um sich Minuspunkte einzufangen.

    Dass Minden am Ende der Saison nicht auf einem der ersten drei Plätze steht, ist für mich derzeit noch nicht vorstellbar. Aber ich hab die Mannschaft diese Saison ja noch nicht gesehen ;)

    Der "letzte Angriff" wird in der bisherigen Berichterstattung hervorgehoben. Die Parade von Meyer hingegen steht im offiziellen und führt zumindest diesen bislang einzigen konkreten Kritikpunkt bereits ad absurdum. Sollte es weitere Fehlentscheidungen geben, dann doch bitte Butter bei die Fische. Sprecht doch die "klaren Fehlentscheidungen" entsprechend an. Ich hab diese und letzte Saison noch kein Spiel erlebt, wo das Dormagener Publikum nicht schon während des Spiels über die SR gemeckert hätte, von daher misst man dem nicht wirklich viel Bedeutung bei.

    Wirklich? Wenn ich mir die EHF_Listen ansehe, ist die Anzahl der Däninen um 7 grösser als die vom THC. Also gehe ich davon aus, dass Midtjylland verletzte Spielerinnen besser kompensieren kann.

    Wenn jede einzelne Spielerin über die gleiche Qualität verfügt, dann würde das möglicherweise zutreffen. Schau doch mal auf die "EHF-Liste". Alleine beim THC sind doch 8 Namen drauf, die du im Normalfall nicht in der ersten Mannschaft findest. Aber der THC hätte mit Sicherheit auch noch mehr als diese 8 Spielerinnen in der zweiten Mannschaft oder im Jugendbereich und hätte diese auf die Liste schreiben können....


    Wäre interessant, wenn man die Etats der beiden Vereine vergleichen würde. Ob die Mannschaft von Sabine Englert die nächste Runde erreicht, ist alles andere als sicher.

    Was soll das bringen? Ja, der FCM ist mehr oder weniger ein Profiverein und beim THC gehen viele noch nebenher einer Arbeit nach. Nichtsdestotrotz haben viele eine Arbeitsstelle auch vom Verein vermittelt bekommen, die Arbeitszeiten werden in Absprache mit den Trainingszeiten getroffen. Unterm Strich haben die besseren Bedingungen dazu geführt, um zweimal gegen den THC zu gewinnen.


    Momentan sieht es eher so aus, als ob die skandinavische Dominanz in dieser Saison gebrochen werden könnte. Wobei in Györ Skandinavierinnen am Werke sind. Und Buducnost ist stark von Spielerinnen geprägt, die mit dänischen Vereinen die CL reichlich gewonnen haben (Popovici, Bulatovic, Savic).

    Bei den vielen Halbfinalteilnahmen von Györ (5 in den letzten 5 Jahren) haben die Skandinavierinnen aber noch nicht die große Rolle gespielt. Auch der letztjährige Finaleinzug von Itxako war nicht wiklich skandinavisch geprägt - nur weil Tervel mal bei Larvik und Turey lange in Dänemark spielte. Und auch Valcea, Togliatti oder Hypo standen in den vergangenen Jahren ja schon mal recht weit oben. Es gibt halt nur eine handvoll echter Weltklassespielerinnen. Und wo die spielen, da können es die Vereine dann weit i n der CL schaffen. Als Popovic in Dänemark spielte, waren halt Slagelse oder Viborg entsprechend weit vorne.

    Mit den in Deutschland herraschenden Bedingungen kann man wie der HCL in den letzten beiden Jahren vielleicht den Sprung unter die besten acht schaffen - mehr eben nicht. Allerdings profiterte der HCL in beiden Jahren auch von finanziellen Problemen bei seinen Vorrundengegnern. Soll die Leistung nicht schmälern, muss aber auch bei der Gesamtbetrachtung einberechnet werden.


    Ich glaube, dass Clara Woltering eine gute Entscheidung getroffen hat, nach Montenegro zu gehen. Ich drücke ihr die Daumen, denn die deutschen Mannschaften sind leider draussen.

    Buducnost hätte schon im letzten Jahr das Finale erreichen können, wenn man da nicht vor dem Halbfinale diesen Streit mit seiner Toptorjägerin Bulatovic gehabt hätte, die dann gegen Larvik außen vor blieb.

    Buxtehude hat sich ganz klar auf die Bundesliga konzentriert und die Spielanteile in der Champions League auf alle Spielerinnen verteilt. Wenn man es darauf angelegt hätte und die erste Sechs praktisch hätte durchspielen lassen, dann sähe die Bilanz möglicherweise auch etwas besser aus. Gleiches gilt eigentlich auch für den THC - nur hat man dort im Vorfeld den Hauptrundeneinzug ins Auge gefasst. Und wenn man beim THC über Verletzungen diskutiert, dann muss man doch auch sehen, dass der FC Midtjylland mit Sicherheit nicht weniger gebeutelt war. Möller, Groot, Torstenson... im Vergleich dazu ging es dem THC noch gut.

    Ich tippe trotz der Heimniederlage gegen Essen ja eher auf den DHC in den Top 3.

    Bei Essen ist der aktuelle Tabellenstand wirklich schon eine Sensation. Man darf nicht vergessen, dass da ja mit Pavel Prokopec der erfahrene Kopf im zentralen Rückraum und mit Felix Handschke eigentlich noch der etatmäßige Linksaußen fehlt und auch nominell vom Papierform ja kein Neuzugang für Gerlich verzeichnet wurde. Man hat aber bewiesen, dass man mit absoluter spielerischer und taktischer Disziplin eben wirklich jeden schlagen kann. Die Jungens machen ihren Job so gut, dass mancher Journalist Simon Ciupinski (Geburtsort Duisburg) und Pieczkowski (Letmathe) gar schon für polnische Legionäre hielt und gar nicht auf die Idee kam, dass das ja klassische Namen innerhalb der Region sind. ;) Verlässt man die Marschroute allerdings nur ein bisschen zu lange, dann kann das auch gerne mal ins Auge gehen. Bei anderen Mannschaften ist die individuelle Qualität manchmal so hoch, dass man trotz der einen oder anderen taktischen Undiszipliniertheit trotzdem noch gewinnt.

    Wobei, Minden und Bietigheim dann ja heute auch wieder die Unberechenbarkeit der Liga unter Beweis gestellt haben...

    Ach ja, aussagelogisch kann man das Problem meiner Meinung nach nicht lösen; es geht um (deutsche) Sprache und nicht um Mathematik.

    Auch für die Sprache (Mathematik ist nur die Sprache der Naturwissenschaften) gelten die Regeln der Aussagenlogik. Ich habe Aussagenlogik während der Schulzeit auch nie bewusst in Mathematik, sondern im Philosophie-Unterricht kennengelernt.

    Also nicht falsch verstehen, ich würde es durchaus begrüßen, wenn die Schritte-Regel hier nun zwei Schritte ausweisen würde, weil es eben dem normalen Zuschauer nur schwer vermittelbar ist, dass jemand gefühlt sechs Schritte, aber nach Schiedsrichterzählweise nur drei Schritte macht.

    Nun, das Problem resultiert ja eigentlich aus der unterschiedlichen Herangehensweise. Wenn ich den normalen Regeltext lese, dann würde ich da auch ein exklusives Oder (Entweder-Oder) herauslesen. Nun soll aber Ein Schritt richtig sein und dann muss man sich überlegen, wie kann das sein?

    Der vermeintliche Widerspruch zwischen Regeltext und der nun scheinbar richtigen Antwort (Ein sChritt) lässt sich dann - und nur dann - auflösen, wenn wir ein inklusives Oder verwenden.

    "Wenn es regnet oder jemand mit einem Schlauch herumspritzt, dann ist die Straße nass."

    Es kann aber aussagenlogisch durchaus auch jemand während eines Regens auf die Idee kommen mit einem Schlauch herumzuspritzen.

    Eine "oder"-Aussage ist eben nicht ohne weiteres eineindeutig. Im Deutschen weist du bei der oder-Aussage eben nicht, ob Klaus nun 1 oder 2 Euro hat, nur bei der und-Aussage kannst du dir sicher sein.