Beiträge von Steinar

    Techert ja
    Stapelfeldt hat zwar Vertrag - muss aber auch nichts heißen, wie man letzte Saison bei Spriestersbach gesehen hat - ist aber tendenziell eine reine Angriffsspielerin
    Wode ist tendenziell eher eine reine Abwehrspielerin
    Oldenburg hat sich gegen die Konkurrenz bislang nicht so durchsetzen können, wobei sie gerade letztes Jahr im Spiel um Platz 3 beim Final 4 gezeigt hat, dass sie das Potential für die erste Liga hat. Vielleicht reift sie einfach ein Jahr lang bei Travemünde.

    Will ja auch nur sagen, dass man erst mal per se nichts ausschließen sollte. Anders gefragt: Wenn Lang Blomberg wirklich verlässt - welche Vereine kämen denn als Alternativen überhaupt in Frage? ;)

    Im letzten Jahr kam Techert auch, obwohl Spriestersbach eigentlich einen Zweijahresvertrag hatte. Nominell hat Buxtehude derzeit sogar vier Spielerinnen für RL im Kader (Techert, Wode, Stapelfeldt und Oldenburg). Und wer hat von denen schon alles einen Vertrag über die Saison hinaus?

    Lang hat eben den Vorteil, dass sie Abwehr und Angriff spielen kann.

    Wenn wir unsere A-Mannschaft als Ausbildungsmannschaft sehen, dann ist das in der Tat nicht so schlimm. Oder um es anders zu formulieren. Hätten Osmann oder Brand den einen oder anderen U23-Spieler (selbst Groetzki fällt da ja schon fast raus) mitgenommen, dann hätte man beim ersten Großturnier doch durchaus Verständnis haben können (ja, ich weiß, die WM 2005 hat uns da eines besseren belehrt - da hat Heiner ja auch aufs Maul bekommen)

    Die Qualität reicht für 2. oder 3. Liga durchaus. Für einen Dietrich kam der Sprung nach Essen durch die Insolvenz der Salamander Stuttgart auch etwas zu früh, die Jahre in Friesenheim waren gut für ihn.

    Zitat


    Wären Sie Deutsche Nachwuchsspieler, würden Sie aber evtl. bei einem der Topclubs in der HBL auf der Ersatzbank sitzen, weil man sich die Spieler schon mal als Nummer 17 oder 18 in der Hinterhalt hält. Ggf. macht der ein oder andere ja kurzfristig einen Riesensprung und ein anderer Verein würde das früher erkennen und den Spieler verpflichten. "Dann grase ich doch lieber schon mal alles ab, so kriegt sonst keiner ein Hälmchen ab und ich bin auf der sicheren Seite. Das da der ein oder durch den Auffangkorb fällt, was solls...". Auc da hat der DHB eher wenig Einfluss zur Zeit.

    Was ist die Lösung? Soll man der HBL verbieten Spieler unter Vertrag zu nehmen? Die Spieler müssen mit Blick auf ihre Karriere eine Entscheidung treffen. Wenn Spieler drei Jahre verlieren, weil sie erst mal Stufe für Stufe nach unten gereicht werden müssen, bis sie mal auf ihrem Niveau angelangt sind, dann ist das der Spieler selbst schuld, der sich eben für das falsche Angebot entschieden hat. "Jeder ist seines Glückes Schmied." Auch hier der HBL den schwarzen Peter zuzuschieben finde ich falsch. Der DHB könnte allerdings durchaus auch die Auswahlspieler in ihren Entscheidungen beraten - wird aber schwer, solange man dort oben nicht einer Meinung ist.

    Die Frage ist doch: Was kann der DHB tun?
    Und da fällt mir eben möglicherweise eine U23-Nationalmannschaft ein, in der man dann schon mal die Spieler an die Abläufe des Systems Brand gewöhnt (oder je nachdem wie linientreu Heuberger und Schwarzer das schon bei den Jugend-/Juniorenteam machen - weiter fortführt). Möglich wäre auch Einsatzzeiten deutscher Spieler zu belohnen (Beispiel Beko-BBL) - der DHB muss wissen, was ihm die Ausbildung seiner Spieler wert ist. Umsonst wird man keine qualitativ hochwertige Ausbildung erhalten.

    Die Ausbildung ist möglicherweise so gut wie bei den anderen - wobei man nicht diesen Blenderfehler begehen sollte und die Qualität der Ausbildung an den Titel festmachen sollte. Die Qualität, die angeliefert wird, reicht ja offensichtlich nicht aus für die erste Liga, also ist die Ausbildung nicht gut genug. Ob es Schritte gibt, die man in der Zwischenzeit gehen kann, dafür habe ich in der letzten Zeit genügend Vorschläge gemacht.

    Es gibt Ausnahmetalente, wie einen Palmarsson - bei uns heißt der Wiencek - die direkt den Sprung in den Seniorenbereich schaffen können. Bei Wiencek muss man immerhin bedenken, dass er schon in seiner ersten Saison einen tschechischen Nationalspieler verdrängt hatte. Der hätte auch direkt bei einem HBL-Verein den Sprung geschafft - ich halte das eine Zweitligajahr dennoch für eine wichtige Erfahrung.

    Ein Jicha, Patrail, Accambray, Barachet, .... sie alle kamen oder kommen in diesen jungen Jahren auch noch nicht in die HBL, weil sie für dieses Niveau einfach noch nicht reif genug waren oder sind.

    Wöller: Da bin ich ja bei dir, nur einen ganzheitlichen Ansatz hat und wird meines Erachtens im DHB in naher Zukunft wohl niemand verfolgen. Heiner Brand fordert mehr Einsatzzeit für deutsche Spieler, eine freiwillige Selbstbeschränkung wird wohl nur schwer funktionieren und - ich denke, das zeigt doch dieser Artikel - ist auch nicht die Lösung. Da behandelt man ein Sympton, aber nicht die Ursache.

    Während Brand (siehe oben) der Meinung ist, dass Pekeler in Kiel fünf Minuten Einsatzzeit neben Marcus Ahlm weiter bringen, kommt Heuberger und erklärt, dass eben 10 Minuten Einsatzzeit, wenn das Spiel entschieden ist, nichts wert sind. Heuberger verweist auf Accambray und Barrachet und dass die sich eben im Gegensatz zu den damaligen deutschen Spielern weiter entwickelt hätten. Ich kann den Leistungsstand der beiden damals nicht beurteilen, aber zumindest stützt es doch eher die These, dass ein Wechsel ins Ausland (Frankreich, Schweiz, Dänemark,...) nicht das Schlechteste sein muss.

    Eine Liga wie Frankreich kann eben durch die starke HBL ein Paket anbieten, was so in Deutschland nicht zu bekommen ist. Einsatzzeiten auf internationalen Niveau paaren sich mit hohen Einsatzzeiten in der Liga. Die Zweite Liga oder die untere Tabellenhälfte in Deutschland kann keine Einsatzzeiten im Europapokal bieten. Die Spitzenvereine können aufgrund der hohen Leistungsdichte in der HBL (übrigens ganz im Gegensatz eben zu Spanien) keine großen Einsatzzeiten in der Liga verteilen. Man muss doch jetzt nicht glauben, dass die Franzosen freiwillig so Spieler wie Accambray und Barrachet im Rückraum spielen lassen. Das hängt doch auch damit zusammen, dass die HBL eben so Ausnahmespieler wie Fernandez, Narcisse, Gille, ... wegkauft. Auch ein Junillon war ja schon mal in Melsungen.

    Was man übrigens bei dem Bananenweitwerfer-Zitat vom damaligen Bundestrainer Hotti Bredemeier berücksichtigen muss ist, dass in Gummersbach (wird ja Förderung des Norwegischen Handballs vorgeworfen) damals ein gewisser Heiner Brand Trainer war.

    SteamboatWillie: Um deine Forderungen zu erfüllen, müsste man dann eben die leistungsbezogene Ausbildung bei den HBL-Vereinen konzentrieren, ähnlich wie das die DFL mit ihren vorgeschriebenen Leistungszentren ja macht. Der eine oder andere Verein ist doch schon den Schritt in diese Richtung gegangen - Gummersbach, Großwallstadt, Magdeburg,... Da kommt dann aber auch der Widerstand der Dorfvereine, die ja im DHB doch noch eine gewichtige Rolle spielen - da reicht ja ein einziger Blick hier ins Forum zu den Diskussionen um Jugendzertifikat, A-Jugend-Bundesliga oder Rookie-Cup.

    Selbst der Wechsel in ein solches Leistungszentrum wird doch schon mit Blick auf Ausbildung, familiäres Umfeld,... abgetan - die kämpfen doch mit den gleichen Problemen, die auch bei einem Wechsel ins Ausland auftauchen würden. Um zu fordern, dass die HBL die beste Ausbildung bietet, müsste man die Ausbildung inklusive LV-, RV-, DHB-Stützpunkten den Verbänden entreißen und vollständig in die Hände der HBL legen. Nur wenn die HBL verantwortlich ist, kann sie auch verantwortlich für den Zustand der Jugendspieler verantwortlich gemacht werden.

    Und wenn ein Brand der Meinung ist, dass einem Pekeler fünf Minuten Einsatzzeit hinter Marcus Ahlm mehr nützen würden, als 60 Minuten gegen Marcus Ahlm - nunja dann sollte er vielleicht mal einen Blick auf die Entwicklung des einen oder anderen Spielers im Kreise der Nationalmannschaft sehen. Oder einfach mal die Entwicklung Anic contra Wiencek anschauen.

    Wenn jemand eben nebenher noch ein Studium oder eine Ausbildung ernsthaft absolviert,dann wird sich das immer negativ auf die Leistung als Sportler auswirken. Und die Leistung eines Sportlers wirkt sich halt auf seinen Marktwert aus und das muss dann jeder Spieler für sich entscheiden, welches Risiko er eingeht.

    Wöller: Diese C-WM-Geschichte ist ein sehr schöner Ansatz. Wie hat man übrigens damals die Krise analysiert

    Zitat

    Der SPIEGEL 19/1990

    Da Ausländer in den Bundesligen die zentralen Positionen besetzen, entwickeln sich die hiesigen Aktiven, wie etwa Handball-Guru Vlado Stenzel beklagt, nicht zu "Persönlichkeiten", sondern scheitern bei großen Aufgaben an Nervenschwäche und mangelnder Kreativität. Die Gastspieler, ohnehin schon besser ausgebildet, profitieren von dem harten Wettbewerb in den Bundesligen zusätzlich - und bringen diese Erfahrung dann in ihre Nationalteams ein.

    Achja, wie viele Ausländer waren damals erlaubt? Einer?

    Tvedten ist für mich die größte Überraschung, so viel, wie der noch an 100-Prozentigen und dazu noch entscheidenden verballert hat. Allerdings fallen mir auch kaum auffälligere ein. Guigou und Honrubia haben mich nicht überzeugt, Christiansen und Eggert auch nicht (hängt natürlich auch von Hansen ab), Juanin, Ugalde, Källmann, Strlek - am ehesten vielleicht noch Sigurdsson als Alternativ - aber ansonsten war es keine WM für Linksaußen.

    Man könnte aber z.B. einen Tariflohn für Rookies (U23-Spieler) einführen. Geld spielt dann keine Rolle bei der Entscheidung zu Gunsten eines Vereins. Nachteil, Zahlung möglicherweise von Schwarzgeld.

    Der DHB/ Die HBL könnte eine gewisse Summe bereitstellen und die wird dann je nach Einsatzzeiten der deutschen (U23-) Spieler an die Clubs verteilt. - So etwas gibt es glaube ich im Basketball.

    Ferner muss der DHB die Frage beantworten, warum einige große Talente durch das Sichtungsnetzwerk fallen. Glandorf, Loerper, Wiencek (weitestgehend) - wenn man sich weiter mit der Thematik beschäftigt, fallen einem mit Sicherheit noch weitere namhafte Beispiele ein.