nummer8: Ja, das ist mir in der Tat egal. Wenn die Zeitstrafe zurecht erteilt wurde, weil es ein progressivwürdiges Vergehen war, dann ist das vom Spieler zu akzeptieren. Ihr versucht hier eine Grauzone für euren Spieler zu etablieren, die es aus meiner Sicht nicht gibt. Und Siodmiak jammerte in Rotenburg (bei einem Vorbereitungsturnier!!!) auch rum, wenn er eine Zeitstrafe kassierte, als er jemanden "nicht nur am Trikot festgehalten", sondern knallhart attackiert hatte.
Benni: Da ich die Szene nicht gesehen habe, kann ich das nicht beurteilen. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Regelwerk Rot + Bericht durchaus rechtfertigen würde (8.6b). Aber Roggisch und seine Spielweise sind doch nur das Ergebnis. Daran haben die Trainer in Schutterwald, Göppingen, Essen, Magdeburg, bei den Löwen und in der Nationalmannschaft auch hingearbeitet.
Jetzt gilt es noch die Frage zu beantworten, warum und dann denkt über die Zitate von Zerbe, Stephan und Fritz noch mal ganz genau nach.
Roggisch ist ein extremer Spieler, schon richtig. Und ich will die Spielweise auch gar nicht als erstrebenswert betrachten. Aber für den Erfolg war sie ja offensichtlich zielführend, oder? Früher hieß der Roggisch im Nationalteam Petersen und wenn Roggisch nicht mehr ist, dann wird er vielleicht Wiencek, Heinl oder sonstwie heißen.
Das Handballparkett ist eben kein FDP-Traumland, wo die Maxime gilt, dass der Markt sich selbst reguliert. Erfolg hat der, der die Grenzen des Erlaubten bis zum Äußersten ausreizt. Roggisch weiß, dass er bei einer solchen Aktion mit zwei Minuten davon kommt. Deshalb macht er es. Wenn er ernsthaft Rot + Bericht riskieren müsste, würde er es vermutlich auch nicht machen.