Jede Seite hat da zwei Medaillen, ich versuche die positiven Ansätze der HBL in dem Punkt zu honorieren. Andere schießen halt in meinen Augen einfach mal aus Prinzip dagegen.
Punkt 1: Jeder kann ein Turnier veranstalten, wann er möchte, oder?
Was soll es denn bringen ein Verbot zu fordern? Will man auch den Balaton-Cup verbieten? Die einzige Konsequenz ist doch, dass die B-Jugend des Deutschen Handball-Bundes im kommenden Jahr vielleicht nicht mehr an dem Turnier teilnehmen kann. Echt super Idee - ob das zum Wohle des Deutschen Nachwuchs ist, darf getrost bezweifelt werden. Beim Rookie-Cup steht durchaus der Leistungsgedanke im Vordergrund. Ich denke mal auch Göppingen wird sich in den nächsten Jahren überlegen eine leistungsfähige Mannschaft dort an den Start zu bekommen, als die Handball-Akademie dann bei nem Spaßturnier abräumen zu lassen.
Punkt 2: Die HBL-Vereine stellen ein Loch von bis zu vier Jahren fest, ehe die Jugendspieler dann mal reif für den Seniorenbereich auf Bundesliganiveau sind. Wieso sind im weltgrößten Handabllverband denn die Talente so schlecht ausgebildet, dass sie erst vier Jahre Senioren spielen müssen, bevor es für die Bundesliga reicht? Andere Länder bringen jedoch immer wieder Spieler wie Palmarsson, Duvnjak oder Karabatic hervor, die in diesem Alter schon für einen deutschen CL-Teilnehmer in Frage kommen. Diese Frage gilt es zu lösen
Punkt 3: Vielleicht haben vereinzelt einige Landesverbände ein gutes Sichtungssystem. Bei anderen LV /RV ist da aber erheblicher Handlungsbedarf. Es ist kein Geld für hauptamtliche Landestrainer da oder die Verantwortlichen fahren dann eben nicht zur Sichtung selbst durch die Gegend, weil sie eben gar nicht selbst ihren Wohnsitz im LV haben. Oder wegen Verbandseitelkeiten sollen SpielerInnen halt lieber mal 1-2 Stunden durch die Gegend fahren, um ein Stützpunkttraining zu erfahren, anstelle nächstgelegenen DHB-Stützpunkt Sondertraining zu erhalten, weil der im Nachbarverband ist. ...
Punkt 4: Ich finde es gut, wenn die HBL-Vereine die Verantwortung übernehmen, die Talente sichten und dann auch nach ihren Bedürfnissen für den Spitzensport ausbilden. Davon profitieren dann auch die Vereine in der Region, denn am Ende kommen vielleicht 2-3 pro Jahrgang, wenn es gut läuft mal in der 1. Liga an, die anderen landen dann aber durchaus in Liga 2 oder 3 und können dort zu Leistungsträger werden.
Punkt 5: Das Umfeld. Der "klassische Dorfverein" kann eben nur gewisse Standards bieten. Für die Leistungsspitze ist das aber meines Erachtens zu wenig. Medizinische Betreuung, Athletiktraining, Krafttraining, ... - das summiert sich doch in den Kosten, die ein kleiner Verein gar nicht leisten kann. Da sollte man im Interesse des Handballs doch auch durchaus froh sein, wenn diejenigen, die es bezahlen können auch tun.
Klar ist es ein Problem, dass es aktuell noch keine Ausbildungsentschädigung gibt. Die aber auf einen gescheiten und rechtsgültigen Weg zu bringen ist doch Aufgabe der kleinen Vereine, evtl. der Landesverbände, Regionalverbände oder des DHB - die ja der Gesamtheit ihrer Mitglieder verpflichtet sind.