Es darf doch nicht darum gehen, was man als gerecht empfindet, sondern was Recht ist. 
Ich glaube, dass die Aktion wider den Sportsgeist ist, darüber gibt es keine zwei Meinungen. Die Frage ist jedoch, wieso man hier nun eine derart drastische Strafe ausspricht, wenn in anderen aus meiner Sicht durchaus vergleichbaren Fällen minimale Strafen ausgesprochen werden.
Hier haben die SR ihren Job richtig gemacht und auf die nach Regel 4.2. vorgesehene Rote Karte und Freiwurf entschieden. Da gibt es Stimmen, die fordern, dass die SR bewusst eine falsche Tatsachenentscheidung herbeiführen sollen, um Gerechtigkeit walten zu lassen. Bei allem Respekt, das wäre eine bewusste Manipulation gewesen.
Man kann froh sein, dass das Gespann in diesem Fall so integer und regelkundig war, um diesen Fehler nicht zu begehen. Es ist nicht der Job von Schiedsrichtern die Fehler im Regelwerk auszugleichen. Sie müssen die Regeln eben anwenden und können ggf. im Hintergrund an einer entsprechenden Änderung des Regelwerkes arbeiten. Aber Schiedsrichter dürfen die Regeln nie so weit überdehnen, dass eine Fehlentscheidung bewusst getroffen wird, um Mängel im Regelwerk auszugleichen. Wenn wir das wollen, dann können wir den Sport gleich begraben.
Man muss sich eben im Vorfeld überlegen, welches Vergehen ich wie bestrafe. Ich kann mich nicht einfach hinstellen, einen Strafenkatalaog wie die EHF veröffentlichen und dann sagen: "Der Gunnar gehört sowieso mal weg. Das passt mir jetzt so in den Kram, ich nehme einfach das Komplettpaket von allen möglichen Strafen" So funktioniert ein Rechtssystem einfach nicht.
In der RL Süd gab es wegen eines durchaus vergleichbarens Vergehen (Trainer greift von Außenb ein, indem ein Gegenstoß laufender Spieler beim Laufen am Knie attackiert wird) mit einer Geldstrafe von 150 Euro davon.