Ich werfe mal etwas provokant die Frage in den Raum, warum sich die Schiedsrichter nicht verbessern sollten, wenn sie ihren Sport unter professionellen Bedingungen ausführen? Ich halte das sogar für wahrscheinlich, zumindest nicht ausgeschlossen. Es geht nicht um Lehrvideo oder Geld, aber alleine die Tatsache, dass die Athletik sich verbessern wird, könnte zumindest dazu führen, dass man die mögliche Leistung auch über 60 Minuten besser abrufen kann. In den Zeiten des Tempohandballs ist es fast unmöglich als Amateur dieses hohe Tempo über die volle Distanz ohne zumindest zwischenzeitlichen Leistungsabfall mitzugehen.
Wieso ist eigentlich das Gefälle zwischen der 1. und 2. Bundesliga leistungstechnisch so riesig? Hat das eventuell auch was mit dem Unterschied zwischen Halbprofis und Profis zu tun?
Die Altersabsicherung ist natürlich ein Problem, aber eben auch ein lösbares. Die Kumpel in der Zeche haben auch nicht unbedingt bis 65 gearbeitet. Da muss man entsprechende Regelungen schaffen, Aufbau eines Fonds oder auch Profi-Zeitnehmer, Profi-Sekretäre und Profi-Spielaufsichten ![]()
Für mich ist der große Knackpunkt eher die Frage, ob man dadurch trotzdem die besten möglichen Schiedsrichter bekommt. Da habe ich so meine Zweifel. Welche Schiedsrichter würden auf die Karte Profischiedsrichter setzen, selbst wenn das Thema Altersversorgung geregelt wäre? Ich fände es gut, wenn man sich als Schiedsrichter nach einer guten Saison für den Europapokal qualifizieren kann und dann nicht aus beruflichen gründen drauf verzichten zu müssen, aber letztlich gibt es auch bei den Handballern große Talente, die sich gegen die Profilaufbahn entschieden haben (zuletzt Kristian Nippes vom BHC).
Ab wann kann man Profischiedsrichter werden? Wie lange braucht man realistisch, um bei ausreichendem Talent in den Kadern sich nach oben zu arbeiten? Mindestens fünf bis sechs Jahre. Oder wäre eine Ausbildung zum Profischiri denkbar, in der man dann schneller die entsprechende Qualifikation erreicht?