Original von express.de:
STOPFT ER DAS LIQUIDITÄTSLOCH?
Mysteriöser Millionär steigt beim VfL ein
Von ALEXANDER HAUBRICHS
Gummersbach – Der Rücktritt von VfL-Aufsichtsratsboss Hans-Peter Krämer und seine Folgen. „Unser Verein befindet sich jetzt in einer kritischen Phase“, weiß nicht nur Coach Alfred Gislason.
Denn der Handball-Macher hinterlässt – entnervt von den Bremsern in Oberberg und gesundheitlich angeschlagen – einen Klub im Schwebezustand: Die sportliche Zukunft ist ungeklärt und die Finanzierung der neuen, lebensnotwendigen Halle in Gummersbach – bis Mittwoch Krämers Projekt – ist fraglicher denn je.
Zudem klafft derzeit wegen der ungünstigen Kölnarena-Termine, diverser Altlasten aus der Ära von Amtsvorgänger Jochen Kienbaum und der Probleme eines Hauptgeldgebers auch noch ein siebenstelliges Liquiditätsloch im Etat der Oberbergischen.
„Es kommt einiges an Arbeit auf uns zu“, sagt VfL-Manager Stefan Hecker. „Jetzt müssen wir das Ganze auf andere Beine stellen.“
EXPRESS erfuhr: Es gibt schon einen Plan. Heute trifft sich der Rest des Aufsichtsrates zu Gesprächen. In denen geht es vor allem um eine Person: Hartmut Lademacher.
Der Unternehmer ist seit der Boom-Zeit am „Neuen Markt“ Multi-Millionär, lebt trotz seiner Oberberger Wurzeln in einer von Deutschlands reichsten Gemeinden: in Königstein im Taunus. Zu den VfL-Spielen lässt er sich von seinem Chauffeur im Rolls-Royce Phantom oder in seinem Maybach kutschieren.
Schon einmal zog Lademacher die Fäden bei den Oberbergischen: Im Januar 1999 rettete er den VfL nach der Maxima-Pleite, nur um ein Jahr später wegen mangelnder Unterstützung seinen Rückzug anzutreten. Jetzt soll er wieder helfen.
Interims-Boss Gerd Rosendahl sagt EXPRESS: „Namen kann ich nicht kommentieren, aber wir freuen uns über Jeden, der sich beim VfL konstruktiv einbringt.“
Der künftige Sportdirektor Francois-Xavier Houlet erklärt: „Ein neuer Geldgeber ist sehr wichtig“, sagt aber auch: „Es besteht immer die Gefahr, dass einer plötzlich die Lust verliert. Deshalb muss man das auf breite Beine stellen.“
Das bleibt jetzt erst einmal aus: Krämers Kontakte zum russischen Gas-Riesen Gazprom (EXPRESS berichtete) liegen ebenso auf Eis wie die Gespräche mit einem großen Textil-Discounter. Die Zukunft des VfL bleibt ungewiss.