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Zu 99,9 Prozent: Klassenerhalt sicher - Trainerin bleibt
ANDBALL: Die TSG Ketsch kann nach dem Sieg über Kirchhof für eine weitere Saison in der 1. Bundesliga planen
© Schwetzinger Zeitung - 21.03.2006 Von unserem Redaktionsmitglied Andreas Lin
Prozentrechnung war am Sonntag nach dem vermutlich vorentscheidenden Sieg der TSG Ketsch gegen Kirchhof (wir berichteten) in der Neurotthalle gefragt. "Zu 99,9 Prozent sind wir durch", erklärte die strahlende Karin Euler. Doch um auch noch die verbleibenden 0,1 Prozent unter Dach und Fach zu bringen, fahren Karin Euler und ihre Bären nächste Woche nach Dortmund, "um dort zu gewinnen". Schließlich "sind wir noch nicht hundertprozentig sicher", wollte auch Jeannette Ullrich nichts von voreiligen Glückwünschen für den Klassenerhalt wissen. "Man weiß ja nie", warnte die Kreisläuferin, die nur hundertprozentig wusste, dass sie mit ihrem Muskelfaserriss diese Woche nicht wird trainieren können.
Mit Prozenten wurde am Sonntag auch im Hinblick auf die neue Saison jongliert. Auch hier kam von Karin Euler die 99,9-Prozent-Antwort - diesmal bezogen auf auf ihr weiteres Engagement bei der TSG. Im Prinzip ist die Sache also klar, es sind nur noch einige Detailfragen zu klären. Die sind für Karin Euler einzig mit der Person von Heiko Gerling verbunden. Denn den 30-Jährigen, seit Anfang des Jahres Co-Trainer bei den Bären, will die Diplom-Sportlehrerin weiter an ihrer Seite wissen. "Denn alleine kann und will ich es nicht mehr machen", erklärte sie. Schließlich habe sie ja auch noch einen - scherzhaft formuliert - "Nebenberuf" als Lehrerin. Deshalb müsse ein Co-Trainer da sein, der einmal pro Woche das Training auch allein gestalten können. Und die Chemie zwischen Gerling und ihr sowie der Mannschaft stimme hundertprozentig: "Wir verstehen uns gut." Außerdem sei es gut, wenn da ein Mann mit im Spiel sei: "Da herrscht da manchmal auch ein anderer Ton."
Neben den 100- und 99,9-Prozent-Themen gibt es allerdings auch noch etwas niedrigere Varianten. Allenfalls "fifty-fifty" scheinen die Chancen für ein weiteres Engagement von Astrid Wörner. "Das hängt hauptsächlich von privaten Dingen ab, aber auch vom Job", meinte die Spielmacherin im Gespräch mit unserer Zeitung und es war ihr anzumerken, dass ihr Sache schwer auf dem Herzen liegt. Die TSG-Verantwortlichen würden die seit acht Jahren in Ketsch spielende Handballerin gerne halten. "Aber die Entscheidung wird bald fallen, schließlich muss ich mich ja irgendwann entscheiden", sagte Astrid Wörner.
Bei 80 Prozent liegt übrigens die Wahrscheinlichkeit, dass die TSG Ketsch in den nächsten Tagen eine Rückraumspielerin für die nächste Saison verpflichten wird. Die Abteilungsleiter Andrea und Franz Lemberger zeigte sich optimistisch, dass das etwas wird. "Es sind noch einige Feinheiten zu klären", sagte Franz Lemberger gestern. Mit einer zweiten Kandidatin wird verhandelt, in Prozenten ließen sich die Aussichten hier aber nicht festmachen. Bei beiden möglichen Verstärkungen handelt es sich aller Voraussicht nach um junge deutsche Spielerinnen.
"Denn Ausländerinnen sind für uns praktisch nicht zu bezahlen", sagt die Abteilungsleiterin. Kirchhofs Rückraumkanonierin Vita Mukhina beispielsweise ist offensichtlich auf dem Markt, verlangt aber Gerüchten zufolge 2600 Euro netto pro Monat - was für die TSG schlichtweg einige Prozente zu viel ist. "Und diesen Weg wollen wir auch nicht gehen", betont Andrea Lemberger. "Schließlich werden ja auch unsere eigenen jungen Spielerinnen in jedem Spiel ein paar Prozent besser." Julia Löbich und Friederike Gubernatis hatten dies gegen Kirchhof wieder unterstrichen.
Eine ausländische Verstärkung könnte allerdings doch möglich sein und aus Holland kommen, wohin die TSG-Verantwortlichen dank der ausgezeichneten Erfahrungen mit der ins Bundesliga-Team aufrückenden Nachwuchstorfrau Mandy Burrekers gute Kontakte pflegen - sogar mit der Nationaltrainerin. Zu wieviel Prozent holländisch die Bären-Truppe nächste Saison sein wird, steht aber noch in den Sternen.