ZitatAlles anzeigenOriginal von sport1.at:
09. November 2005 16:52 Uhr
Prokop: "Wir wollen eine aliquote Refundierung der Gehälter"
Maria Enzersdorf - Gunnar Prokop spielt im Handball-Lager wieder einmal den Vorreiter und sorgt damit für Bewegung.
Der Klubchef des Frauen-Serien-Meisters Hypo NÖ lässt von seinen Rechtsanwälten Klagen gegen den Österreichischen (ÖHB) und Europäischen Verband (EHF) vorbereiten.
Es geht um in den Statuten nicht vorgesehene Abstellungsgebühren für Teamspielerinnen. Die Klagen sollen bis spätestens vor der am 5. Dezember in St. Petersburg beginnenden WM eingebracht werden.
Logwin und Co. fehlen 6-8 Wochen pro Saison
"Es kann nicht sein, dass ich als Verein den Profis die vollen Gehälter zahle, die Spielerinnen aber für eine andere Firma arbeiten", begründete Prokop am Mittwoch seinen Schritt.
Es gehe um einen Betrag von 30.000 bis 40.000 Euro pro Monat. Die Südstädterinnen haben neun Internationale in ihren Reihen, inklusive WM- oder EM-Turnier fehlten Logwin und Co. Hypo sechs bis acht Wochen pro Saison.
"Wir wollen eine aliquote Refundierung der Gehälter"
Laut ÖHB- und EHF-Statuten müssen die Vereine ihre Teamspielerinnen in einem Spieljahr 30 Tage zur Verfügung stellen.
"Wir wollen eine aliquote Refundierung der Gehälter", sagte Handball-"Unternehmer" Prokop, der mit Hypo einen Umsatz von knapp einer Millionen Euro macht.
Dazu komme noch, dass die Klubs während Teamaktivitäten auch noch für die Versicherung der eigenen Spielerinnen zu sorgen haben.
Dänemark denkt ähnlich
Prokop steht mit seiner Forderung nicht alleine da, ganz im Gegenteil.
"In Dänemark, einem der führenden Handball-Länder der Welt, hat eine Befragung ergeben, dass die Trainer meiner Meinung sind", betont Prokop, der seine Klage allen Europacup-Teilnehmern zukommen lassen wird und auf breite Solidarität hofft.
Wegen der WM in Russland stellt z.B. Hypo die Internationalen ab 24. November frei.
Wenig Zeit für Champions League
Und nach dem WM-Turnier (bis 18. Dezember) bleibt den Klubs für die ordentliche Vorbereitung ihres kompletten Kaders auf die Gruppen-Phase der Champions League am 8. Jänner auch nicht mehr ausreichend Zeit.
"Dass wir aber mit der Champions League auch ein bisschen Geld verdienen, bedenkt da niemand", ärgert sich Prokop.
Deshalb fordert er auch die Verlegung von EM oder WM vom Dezember in den Sommer, nach dem Saisonende.
"Ich bin höchst überrascht, dass Hypo eine Klage einbringt"
"Ich bin höchst überrascht, dass Hypo eine Klage einbringt, weil man das nur macht, wenn man in Verhandlungen zu keinem Ergebnis kommt."
"Solche hat es aber nicht gegeben, Prokop hat das Thema gegenüber unserem Generalsekretär Martin Hausleitner nur einmal angedeutet", sagte ÖHB-Präsident Gerhard Hofbauer, der bezüglich Abstellungsgebühren für Teamspielerinnen "immer gesprächsbereit" ist.
Verschiebung von Turniere kein Thema
"Die nationalen Meisterschaftsbetriebe könnten kontinuierlich abgewickelt werden. Doch andererseits hätte man in der warmen Jahreszeit zu wenig klimatisierte Hallen zur Verfügung", betonte Hofbauer.
Für den Europa-Verband ist eine Verschiebung der zwei großen Turniere derzeit kein Thema.
"Bis 2010 gibt es schon fixe Verträge", meinte dazu der stellvertretende EHF-Generalsekretär Alexander Toncourt.
EHF sieht Klage gelassen entgegen
Einer Klage würde die EHF laut dem Österreicher, der im Europaverband intern auch für Finanzen und Organisation zuständig ist, gelassen entgegensehen.
"Wir werden uns erst dann damit beschäftigen, wenn sie eintrifft", sagte Toncourt.
Der Ex-Handballer erklärte, dass es weder in den EHF-Satzungen noch in den Transferrichtlinien eine internationale Regelung gebe, die Zahlungen von nationalen Verbänden an Vereine für Teamabstellungen vorsieht.
ZitatOriginal von sport1.at:
[...]
Sport1: Hypo-Manager Gunar Prokop will ÖHB und EHF klagen, weil er nicht einsieht, dass er für das Gehalt seiner Spielerinnen während ihrer Nationalteam-Einsätze aufkommen soll. Was sagen sie als ÖHB-Teamchef der Herren zu dieser Causa?
Osmann: Was soll das? Ich verstehe es nicht, obwohl darüber auch schon in Deutschland diskutiert worden ist. Woher soll denn der Verband das Geld nehmen? Verein hin oder her. Vom Nationalteam profitieren nicht nur der Verband, sondern auch die Spieler - und Hypo NÖ vom Ansehen des Nationalteams, das seinerseits wieder vom Erfolg der Klubs profitiert. Wie im Fall von A1 Bregenz. Eine Klage wäre für mich unverständlich.