Original von SilverSurfer
gefunden in der Hessisch Niedersächsischen Allgemeinen
Frisch Auf Göttingen? Nur ein Missverständnis
HANNOVER/ MINDEN. In Wirtschaftskreisen würde man bei einer Zwischenbilanz von einer glatten Fehlinvestition sprechen. Machen sie aber in der TUI-Arena zu Hannover beim Thema Bundesliga-Handball noch nicht. Wohlgemerkt – noch nicht!
Die Handballer von GWD Minden-Hannover, die in dieser Saison acht ihrer 17 Heimspiele in der niedersächsischen Landeshauptstadt austragen, bleiben bislang den Beweis der Erstliga-Tauglichkeit mehr als schuldig. Die 27:33-Niederlage gegen die HSG Nordhorn vom vergangenen Samstag war schließlich schon die fünfte Klatsche in Folge. Mit blamablen 0:10 Punkten stehen die ostwestfälisch-niedersächsische Handballmixtur auf dem letzten Platz der besten Handball-Liga der Welt. Und das trotz einer gewaltigen Finanzspritze des Bau-Unternehmers und Arena-Eigners Günter Papenburg. Eine satte Million Euro hat er vor der Saison in den Traditionsverein gepumpt. Mit dem Zurückzahlen in Form von sportlicher Leistung tun sich die Grün-Weißen aber mächtig schwer. Nur noch 2498 Zuschauer „verliefen“ sich gegen Nordhorn in die TUI-Arena.
GWD-Trainer Rainer Niemeyer, der bei einer weiteren Talfahrt wohl bald selbst in den Mittelpunkt der Diskussionen rückt, hat schon erkannt: „Wir sind total verunsichert und blockiert. Unser Selbstvertrauen ist im Keller.“
Woran das liegt? Sicherlich zum einen an der Verletztenmisere. Der als Spielmacher von TuSEM Essen geholte Isländer Patrekur Johannesson hinkt den Erwartungen buchstäblich hinterher. Selbst einem Laien musste gegen Nordhorn aufgefallen sein, dass Johannesson nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist und seine Knieverletzung (angeblich Knorpelschaden) wohl schwerer sein dürfte, als erwartet. Gleichzeitig wird mit dem Rechtsaußen Tomas Axnér ein weiterer, wichtiger Baustein schmerzlich vermisst. Der Schwede fehlt mit Sehnenriss noch mindestens zwei Wochen. Sein Kommentar nach der neuerlichen Pleite lässt aber tief blicken: „Wir sollten weniger reden, sondern mehr arbeiten.“
Das sollte sich auch die Marketing-Abteilungen des Klubs und der TUI Arena zur Aufgabe machen. Deren Idee, mit der Verteilung von 30 000 Flugblättern auf sich aufmerksam zu machen, endete nämlich in einem kleinen Fiasko. Für den 23. Februar wurde auf dem Zettel ein Heimspiel gegen Frisch Auf Göttingen in der TUI-Arena angekündigt. Diese Partie findet in Minden statt, der Gegner kommt übrigens aus Göppingen. Den Versuch war es aber wert… (GSD)