So, nachdem ich gestern einen Bericht über die Verhältnisse im spanischen Handball gelesen habe, habe ich daraus mal ein paar ironische Konsequenzen für den DHB gezogen.
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Es bahnt sich eine Lösung für den deutschen Handball anEin paar Tage war die Silbermedaille von Athen erst alt, als die erste schlechte Nachricht Deutschland überkam. Der DHB sei von der Insolvenz bedroht. Zwar versuchten die DHB-Verantwortlichen schnell die Sache zu beschwichtigen, aber der Zahlung eines Sonderbeitrag für die Regionalverbandes wurde auch gesprochen. Die Begeisterung der Regionalverbände hielt sich verständlicherweise in Grenzen und somit muss man sich vielleicht nach einer anderen Lösung umschauen.
Katalanen wollen eigene Auswahl
Fündig werden kann man in Spanien. Wie die unter anderem die spanische Zeitschrift europasur berichtet hat es der katalanische Handballverband geschafft, dass es in ein paar Wochen zu einer Wahl kommt, in der über die Gründung einer katalanischen Auswahl entschieden werden soll. Der spanische Verband RFEBM ist von dieser Maßnahme nicht begeistert und nahm während des Supercupspiels in Person von Präsident Jesus Lopez Ricondo Stellung. Diese Kritik kann Rafel Niubo, Generalsekretär des katalanischen Sportbundes, nicht nachvollziehen. "Dieses Verhalten zeugt vom mangelnden Respekt gegenüber dem katalanischen Sport. Ich bin überrascht, dass diese Aussagen von jemanden kommen, der für den Beitritt von Schottland und England als Ersatz für Großbritannien gestimmt hat. Dieser Fall eröffnet uns neue Wege, um die Möglichkeit einer katalanischen Auswahl zu erhalten.", so Niubo
Regionalverbände bereits zugelassen
Was war geschehen? Im Sommer diesen Jahres hat die EHF entschieden, dass Großbritannien nicht als ein einziger Verband Mitglied der EHF ist, sondern dass die beiden Verbände Schottland und England jeweils eigenständiges Mitglied werden. Nun mag man einwenden, dass auch im Fußball die britischen Gebiete eigene Verbände hätten, aber hier liegt der Fall ein wenig anders. Den schottischen und englischen Fußballverband gab es schon vor der Gründung der FIFA und somit
ist diese Trennung historisch begründet. Beim Handball trifft das nun nicht zu, weswegen das Begehren der Katalanen verständlich ist.Bald zwanzig Europapokalteilnehmer?
Doch wie könnten die Konsequenzen für Deutschland aussehen?
Die Regionalverbände verweigern dem DHB die Zahlung des Sonderbeitrages und der deutsche Handballbund müsste Insolvenz anmelden. Hierauf werden dann die Regionalverbände eigenständige Mitglieder der EHF. Als neuem EHF-Mitglied stehen einem Verband insgesamt 4 Europapokalplätze zu (Je ein Platz im EHF-Cup und im Pokalsieger-Cup, sowie zwei Plätze im Challenge Cup). Deutschland käme somit bei fünf Regionalverbänden auf zwanzig Europapokalteilnehmer. Für die einzelnen Verbände gäbe es vielleicht dann nach den letztjährigen Abschlussplatzierungen folgende Europapokalteilnehmer:NOHV: SG Flensburg-Handewitt, THW Kiel, Stralsunder HV, SV Post Schwerin
NHV: SC Magdeburg, Wilhelmshavener HV, HSV Hamburg, HSG Nordhorn
WHV: TBV Lemgo, VfL Gummersbach, TuSEM Essen, GWD Minden
SWHV: SG Wallau/Massenheim, HSG D/M Wetzlar, ThSV Eisenach, MSG Melsungen- Böddiger
SHV: TV Großwallstadt, Frisch Auf Göppingen, VfL Pfullingen, SG Kronau/Östringen(Hoffentlich sind jetzt auch alle Vereine dem richtigen Verband zugeordnet)
Mit diesen Mannschaften sollten dann auch innerhalb eines Jahres ein paar ChampionsLeague Plätze erobert werden können. Vielleicht entschliesst sich die EHF auch für Deutschland zu einer Sonderregelung, so dass man dem NOHV, NHV und WHV direkt einen Platz in der Königsklasse überließe. Für internationale Wettbewerbe können sich fünf unterschiedliche Auswahlmannschaften qualifizieren. Ob diese dann allerdings die Stärke der deutschen Nationalmannschaft der letzten Jahre hat, darf bezweifelt werden. Allerdings dürfte die gute Jugendarbeit in Minden und Magdeburg für einen Vorteil beim NHV und WHV sorgen. Man wird sehen, wie sich die Verhältnisse in Europa und insbesondere in Deutschland entwickeln.