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FIA-Kommission kippt neue Quali
München - Die FIA-Kommission hat überraschend das neue Qualifying-Format, das bereits beim Großbritannien-Grand-Prix eingesetzt werden sollte, wieder verworfen.
Die endgültige Ratifizierung des neuen Zeitfahrens in zwei Sessionen, in denen alle Fahrer gleichzeitig auf die Strecke gehen sollten, galt eigentlich nur als Formalie.
"Es bleibt so langweilig wie es war"
FIA-Bosse und Teamchefs machten mit ihrer Entscheidung, doch das stark kritisierte Einzel-Zeitfahren beizubehalten, aus ihren Bemühungen, die Königsklasse spannender zu machen, eine Farce.
Das wussten auch manche der an der Sitzung Beteiligten. Bernie Ecclestone konstatierte: "Es wird überhaupt keine Änderungen geben - es bleibt so langweilig wie es war."
Dabei galt der Formel-1-Manager, unter anderem bei Jaguar-Boss Tony Purnell, vor der Sitzung noch als "die treibende Kraft", wenn es darum ging, das Qualifying-Format zu ändern.
Ecclestone als Wendehals?
Doch scheint Ecclestone seine Meinung während oder kurz vor der Sitzung geändert zu haben. Purnell beschwert sich: "Ich war überrascht, dass er es (das neue Qualifying; d. Red) nicht besonders leidenschaftlich vertrat. Ich verstehe das nicht. Ich bin verwirrt."
Und Purnell ging noch weiter in seiner Kritik: "Wir kündigten eine Änderung an, jeder war damit einverstanden, und jetzt stoppen wir sie auf einmal wieder. Ich bin wie betäubt."
Mosley will "radikalere Änderung"
Eine Begründung, warum die Formel 1 auch weiterhin zwei Läufe durchführen wird, in denen ein Fahrer nach dem anderen auf die Piste geht, hatte Max Mosley parat.
Der FIA-Boss erklärte: "Wir hatten das Gefühl, dass sich das neue Format nicht groß von dem unterschied, das wir schon 2002 hatten. Vielleicht brauchen wir eine etwas radikalere Änderung."
Diskussion um Quali-Format geht weiter
Noch also ist die Diskussion um das Qualifying nicht beendet. An eine Formel-1-interne Lösung des Problems scheint selbst Mosley jedoch nicht mehr zu glauben.
"Wir fragen jetzt die Öffentlichkeit, was sie haben will. Wahrscheinlich über das Fernsehen. Aber das ist Bernies Angelegenheit", so Mosley lapidar.
Davidson begrüßt Entscheidung
Bei den Fahrern stößt die Entscheidung der FIA-Kommission nicht nur auf Widerstand. Gegenüber dem DSF meinte Anthony Davidson: "Ich finde es gut, dass das geplante neue Qualifying-Format nicht kommt."
Die Begründung des BAR-Testfahrers: "Veränderungen in der Saison wären schlecht und würden gleichzeitig bedeuten, dass etwas falsch gemacht wurde. Für die Fahrer ist die jetzige Quali optimal, da man alleine auf der Strecke ist und zeigen kann, was man drauf hat."
Doch nicht nur die Tatsache, dass das verworfene Quali-Format dem der Saison 2002 glich, scheint die FIA-Kommission dazu veranlasst zu haben, gegen ihren eigenen Vorschlag zu votieren.
Kippte Minardi die neue Quali?
Widerstand regte sich auch von Team-Seite. Minardis Teamchef Paul Stoddart sei derjenige gewesen, der seine Unterschrift verweigerte, meinte Eddie Jordan.
Stoddart soll befürchtet haben, dass mit einer Neuregelung des Zeitfahrens auch die alte 107-Prozent-Regel wieder belebt wird. Sie besagte, dass im Qualifying zu langsame Fahrer vom Rennen ausgeschlossen werden. Gerade für Minardi wäre dies ein großes Problem gewesen.
Eddie Jordans Sicht der Dinge: "Paul (Stoddart; d. Red) behauptete, dass es mindestens drei oder vier Rennen gäbe, wo die Quali-Änderung es sehr schwer machen würde, diese Regel einzuhalten. Daher stand er nicht hinter dem, was er schon unterschrieben hatte."
Die Suche nach einer geeigneten Qualifikation für die Formel 1 geht also in die nächste Runde. Wieder einmal.
Thomas Hammer
Tja, immer wieder was neues aus der Formel 1. Langeweile kann da trotz der dauerhaften Siege des M.S. nicht aufkommen ![]()