BigRick Ich erinnere mich noch sehr gut an die eine Zeit vor ca. 10 Jahren als der ThSV mal gerade wieder in oder vor der Insolvenz stand. Damals war Federn-Oswald Präsident und man suchte nach einem neuen Präsidenten. Herr Levknecht schrieb damals in einem seiner blumigen Pressetexte, dass der neue Präsident doch bitte ein erfolgreicher Unternehmen sein solle der möglichst eigenes Geld mitbringen solle. Das war Betteln nach einem Mäzen auf unterstem Niveau.
Nein, nicht ganz. Zumindest ist meine Erinnerung eine andere: Günther Oßwald war damals nicht Präsi (zumindest nicht gewählter, kann sein, dass er es kommissarisch machte, das weiß ich aber nicht mehr genau), sondern er war im Aufsichtsrat und einer der Personen, die ich vorhin meinte mit "zur Rettung Schatulle geöffnet".
Der Präsi war damals Frank Seidenzahl. Allerdings war man sich nach dessen Rücktritt im Verein einig, dass es wirtschaftliches Know How braucht, um den Verein wieder auf Vordermann zu bringen. Seidenzahl ist ein Superarchitekt, hat aber damals nicht verhindert, dass ein 1,8 Mio Haushalt (mehr als heute) auf so wacklige Füße gestellt wurde, dass es krachen gehen musste. Nachfolger wurde dann Detlev Gollhardt, der als Autohändler in der Region einen guten Ruf genießt und die notwendigen Verbindungen hatte. Aber er hat schnell gemerkt, dass die Verstrickungen im Verein nicht durch ihn durchbrochen werden konnten. Er hat mal in einem persönlichen Gespräch gemeint, dass, wenn er könnte, wie er wollte, so einige Leute hätten verschwinden dürfen. Dafür ist er übrigens auch geholt worden. Aber einer allein kann es halt nicht richten.
Deshalb hat er den Laden schnell weitergegeben mMn an Gerhard Sippel, seines Zeichens pensionierter Gymnasialrektor. Keinesfalls verdächtig, hier mit der fetten Marie zu winken, wenn das Schiff zu schwanken beginnt. Die Personen, die schon Gollhardt loswerden wollte, haben aber im Hintergrund weiter gepraßt.
Es kam, wie es kommen musste. Nach einer weiteren Fastpleite hat man hier endlich den Cut gemacht und bis heute stabile Verhältnisse mit fähigen Leuten an der Spitze. Der Präsi ist ein Geschäftsmann, der Vize ein verdammt guter Anwalt und der Manager ein Handballkenner mit internationaler Erfahrung. Die Problemabteilung ist man endlich losgeworden. Der Etat liegt weit unter dem damaligen und der Verlust eines Großsponsors kann den Verein nicht mehr in die Pleite treiben, weil es keinen mehr gibt. Mittlerweile ist der Verein gesund und wirtschaftet gut.
Damals sah alles ziemlich düster aus und man hat sich darauf verlassen, dass es schon jemanden geben wird, der die Schatulle aufmacht. Jetzt, 10 Jahre später kann der ThSV stolz darauf sein, nicht mehr davon abhängig zu sein. Die Einnahmen bestimmen die sportlichen Investitionen und nicht andersrum. Allerdings mit der Folge, dass wir wohl nie mit den besten 10 werden mithalten können.
Wenn Levi das damals so veröffentlicht hat, dann sicher nicht in Eigenregie sondern in Abstimmung mit den damaligen Gremien. Dass man so öffentlich einen reichen Onkel sucht, war sicher nicht zielführend, allerdings waren wir damals nicht die einzigen, die das versucht haben.