Ja gut, das ist halt ein anderer Ansatz. Ich meine halt, man sollte den sportlichen Wettbewerb ganz nach vorn stellen. Wenn eine Mannschaft in einer Liga sportlich zu verorten ist, sollten die Liga und vor allem die stärkeren Mannschaften ein Interesse daran haben, das Team dort so zu unterstützden, dass es nicht finanziell erdrückt wird. Die Liga hat doch selbst ein Interesse daran, nicht nur die Hälfte der Spiele mit einer gewissen Spannung ablaufen zu lassen.
Ich machs mal an Eisenach fest: Hier ist unser kostenloser Stream, der teilweise die Zuschauerzahl drastisch erhöht hat, ersatzlos gestrichen. Okay, wenn es einen Vertrag gibt, der das verbietet, dann soll es so sein. Aber dann muss in dem Vertrag auch stehen, dass jedes Team eine gewisse Anzahl an Livespielen bekommt. Ich kenne Sponsoren aus Eisenach, die durch den Aufstieg die Reichweite ihrer Werbung paradoxerweise verkleinert sehen und da ist was dran. Wir haben jetzt 8 Spieltage hinter uns und nach dem Handball im Fernsehen Plan ist die ganze Hinrunde für uns Stream- oder TV-technisch eine Nullrunde. Für Sponsoren ist es essentiell, dass sie immer wieder neue Zuschauer ansprechen können. Gerade TV oder Stream ist da eine Möglichkeit. Zulasten der kleinen und angeblich weniger interessanten Vereine (Riesenkontra!) werden hier die großen Vereine subventioniert. Hier freuen sich die Sponsoren und können dementsprechend eine ganz andere Reichweite erreichen, die ihnen dann auch etwas wert ist.
Wieauchimmer, einigen wir uns darauf, dass wir unterschiedlicher Meinung sind:
Ich meine, die sportlich besten Vereine haben in den jeweiligen Ligen zu spielen und es muss ihnen möglich sein, in den Ligen einen entsprechenden Spielbetrieb aufrecht zu halten. Das heißt nicht, dass sie Spieler bezahlt bekommen. Wenn man sich keine besseren Spieler leisten kann, dann muss die Aufstiegsmannschaft halt ein weitere Jahr spielen und notfalls wieder absteigen, weil es sportlich auch die richtige Konsequenz ist. Wenn die Kosten, die man an die Liga abzudrücken hat, so hoch sind, dass eine Traditionsmannschaft wie Bayer Dormagen nicht aufsteigt bzw. aufsteigen kann, dann ist da gehörig was faul. Entweder bei Bayer oder bei der Liga. Was man allein durch die Zugehörigkeit zu einer Liga bekommt, sollte genügen, um die Kosten für den Ligabetrieb aufzubringen.
Andere, vermutlich auch Du, sehen es so, wer sich die Kosten nicht leisten kann, darf bzw. sollte auch nicht aufsteigen. Das kann man gern so sehen, aber ich habe meine Probleme damit, weil wir dann in ein geschlossenes Lizenzsystem, wie bei den sogenannten Profiligen in den Staaten, rutschen, bei denen das sportliche Element bis zur Unkenntlichkeit in den Hintergrund gerät.
Ich mach den Vergleich ungern, aber ich mach ihn: Bei der DFL sieht die Sache so aus, dass viel solidarischer gedacht wird. Die Ausgeglichenheit ist im Vergleich zur PD oder PL bei weitem besser und sorgt für volle Stadien. In Italien, Spanien oder mit Abstrichen GB interessiert sich kein Schwein für die Teams ab Tabellenplatz 12 und das sieht man auch an den Zuschauertabellen, im Stadion und im TV. Genau so etwas produzieren wir hier in der HBL auch gerade.
Wir sollten dies von der DFL kopieren. Hier bekommt zwar jeder seinen Anteil gemäß der Leistung, aber die Plattform zur Werbung und Entwicklung ist bei allen die Gleiche.
Woran man bei der HBL schon erkennt, dass dies nicht der Fall ist? Zwei Beispiele:
1. Der Werbefilm beinhaltet nur Topspieler der besten paar Teams. Die halbe Liga ist gar nicht vertreten. Warum? Tut das Not? Warum stilisiert man hier nicht schon eine Ausgeglichenheit, die auch das Anschauen aller Spiele schmackhaft macht?
2. Beim Gastspiel bei den Füchsen lagen Klatschpappen von der DKB aus. Ein Hinweis auf 4 oder 5 Mannschaften fehlte völlig. Alle anderen waren mit ihren Maskottchen abgebildet. Schon hier zeigt sich eine Zweiklassengesellschaft. Das gehört vertraglich verboten!
So, I rest my case. Habe mich genug aufgeregt.