Beiträge von Domstadtadler

    Habe das Spiel im TV gesehen. Ich hatte immer darauf gewartet, wann der SCM den Schalter umlegt. Und ich hatte das Gefühl, dass die SCM-Spieler lange dachten, dass sie das Spiel irgendwann drehen könnten. Dazu fehlte es aber an der nötigen Abwehrleistung gepaart mit einem starken Torhüter. Tatsächlich hätte beides in den letzten zehn Minuten gereicht, um diese Partie knapp zu gewinnen. Doch die Mikkelsen-Treffer waren einfach zu billig. Da fehlte es an der nötigen Abwehrkonzentration.
    Den Vorwurf, den sich die Magdeburger machen müssen, ist der, dass sie die Melsunger ins Spiel haben kommen lassen. Einen Gegner, der derart verunsichert ist, muss du gleich abkochen. So aber hat diese individuell stark besetzte Truppe Selbstvertrauen getankt. Und dann ist die MT für jeden Kontrahenten gefährlich.

    Als Wetzlarer tut es mir Leid, dass ich das sagen muss. Aber ein großes Problem der Melsunger ist der Geschäftsführer. Geerken darf so unfassbar viel Geld ausgeben und setzt es häufig falsch ein. Die MT versucht, mit Transfers ihr Image aufzubessern. Deswegen werden viele deutsche Nationalspieler geholt, in der Hoffnung, dass sich deren positive Aura auch auf den Club auswirkt. Das Problem ist: Deutsche Nationalspieler kosten richtig viel Geld. Spieler der Kategorie Reichmann, Lemke, bald auch Heinevetter bringen dich aber nicht derart weiter, dass du plötzlich ganz vorne mitspielst. Bei dem Etat müsste das aber der Anspruch sein. Ein cleverer Manager findet aber europaweit Spieler, die ein höheres Niveau mitbringen.

    Und: Das wichtigste Glied in der Kette ist der Trainer. Und da lag Geerken mit der Besetzung von Grimm komplett daneben. es mit grimm nach der Beurlaubung von Roth zu versuchen, war okay. Doch schon da hätte man merken können, dass man mit diesem Trainer nicht die ganz großen Ambitionen anmelden kann. So ist der Club jetzt in einer schwierigen Situation. Denn, wenn Grimm nun gehen muss (meiner Meinung nach ist das nur eine Frage der Zeit), dann sind kaum brauchbare Alternativen auf dem Markt. Vor einem halben Jahr hätte das noch anders ausgesehen. Für das Geld, das in Melsungen zu verdienen ist, wäre der eine oder andere namhafte Coach sicherlich gekommen. Ich denke da etwa an Vranjes.

    Ich weiß aus verlässlicher Quelle, dass der THW gerne Daniel Kubes als Co-Trainer geholt hätte. Allerdings hat der noch einen Vertrag in Emsdetten und die Verantwortlichen dort hätten sich einen verfrühten Abschied ihres Trainers fürstlich entlohnen lassen, so dass es keinen Deal gab.
    Ich finde es mutig, einem Rookie als Cheftrainer, der genau ein Jahr als Assistent bei Gislason vorzuweisen hat, einen Rookie als Co-Trainer an die Seite zu stellen. Natürlich gibt es Beispiele, die funktioniert haben. Aber all die, die jetzt an Machulla denken: Der hat jahrelang an der Seite von Vranjes Erfahrung gesammelt. Ich weiß nicht, ob Jicha da schon so weit ist. Und Kiel ist eben nicht Minden oder Wetzlar. Ich bin gespannt!

    Hast Du eine Quelle? Meines Wissens nach besteht seitens der MT ein Interesse an Camdzic, nicht aber an Wandschneider. Was auffällt: Eigentlich wollte die HSG diese wichtige Personalie längst geklärt haben. Dass es sich so lange hinzieht, könnte ein Indiz dafür sein, dass es schwierig ist, dieses Duo weiter an sich zu binden.

    Immerhin hat er dem Team beim EM-Titelgewinn ganz ordentlich den Stempel aufgedrückt. Man muss sich nur mal ansehen, wer aus dem damaligen Kader für die WM in Frage kommt und wie vergleichbar die Form ist. Das lässt mich zweifeln.

    Dissinger ist als großer Hoffnungsträger zur EM 2016 gefahren. Er hat letztlich ein gutes Spiel gemacht. Und das war gegen Russland, in dem er sich dann auch noch verletzt hat.

    Puh, das waren zwei zähe Spiele. Sicherlich waren die Gegner zu schwach, um das Team auch annähernd gefährden zu können, aber ein bisschen mehr hätte es schon sein dürfen. Es gibt ja auch nur noch wenig Gelegenheit, sich weiter einzuspielen. Drei Tage Mitte Dezember und dann die zerstückelte WM-Vorbereitung vom 28.-30 Dez. und ab dem 2. Januar. Ich finde es gut, dass Fäth dabei war. Ich hoffe Prokop kommt von seinem Trip runter und nominiert Fäth für die WM. Ihn in guter Form und mit Rückendeckung des Trainers brauchen wir.

    Über dieses Aufgebot lässt sich ja trefflich streiten. Martin Strobel ist außerhalb meines Radars. Ich kann nicht sagen, ob er der alles überragende Zweitliga-Spieler, der nun zwingend geeignet ist, die Nationalmannschaft zu retten. Der Gedanke Prokop ist sicherlich der, einen klassischen Spielmacher auf der Mitte zu haben, der alles denkt und lenkt. Aber wäre dann nicht ein Kogut oder ein Mappes die bessere Wahl gewesen? Pieczkowski hängt mit Leipzig vollkommen durch, ist aber trotzdem dabei. Den Denkzettel hat nur Philipp Weber erhalten - zu Recht übrigens. Aber spielen Tim Sutton und Fabian Böhm momentan so gut? Und sind sie vor allem so überzeugend, dass ich es mir als Bundestrainer leiste, einen Steffen Fäth nicht zu nominieren? Ich denke nein. Fragen über Fragen ...
    Natürlich bin ich als Wetzlarer gegenüber Fäth voreingenommen. Aber der fällt nun bei den Löwen eindeutig positiv auf. Ich erinnere mich an diese bärenstarke erste Halbzeit gegen Barcelona. Auch sonst belebt er das Spiel der Löwen maßgeblich. Und was macht Prokop? Das, was er seit Beginn seiner Amtszeit macht. Er beachtet Fäth nicht. Aber warum? Die Trainer, die Vertrauen in Fäth setzen, bekommen es regelmäßig zurückgezahlt. Das war bei Wandschneider und bei Petkovic so. Auch mit Jacobsen scheint es zu funktionieren. Prokop kriegt es nicht hin, setzte ihn bei der EM Max Janke vor die Brust.
    Bitte nicht falsch verstehen: Wenn die Konkurrenz auf Rückraum links besser oder wenigstens auf einem Niveau wäre, könnte ich das verstehen. Aber Böhm und Suton kommen an Fäth nicht heran. Warum sich der Bundestrainer das leistet, das muss er mal erklären. Vielleicht kann Il Capitano da mal nachfragen. Ansonsten bin ich - wie die meisten - sehr skeptisch. Der President´s Cup ist bei diesem Turnier näher als das Halbfinale.

    Also ich würde den Fokus gerne mal auf das andere Team legen: Ludwigshafen hat wenig finanzielle Mittel. Die versuchen eben, ein zweites Wunder zu schaffen und wenden dabei Methoden an, die ihnen helfen sollen, die individuelle Unterlegenheit wettzumachen. Aber was ist bitte mit Erlangen los? Die haben enorme finanzielle Möglichkeiten und spielen grottenschlecht. Ich gebe zu, dass ich für diesen Club aufgrund des Aufsichtsratsvorsitzenden wenig Sympathie habe, doch auch wenn ich versuche das ganz neutral zu bewerten, ist das einfach viel zu wenig. Letztlich gewinnen sie, weil Lenz am Ende drei Kullerbälle von Mappes kassiert und die Ludwigshafener diesen schnellen Konter an den Pfosten setzen. Unter Eyjolfsson fand in der vergangenen Saison eine Steigerung statt, so dass ich den HC in dieser Runde einen einstelligen Tabellenplatz zugetraut hätte. Aber mittlerweile ist das ja ein krasser Rückschritt. Und was die Auszeit zehn Sekunden vor Schluss sollte, verstehe ich auch nicht. Das war peinlich und vermutlich eine Retourkutsche wegen der vergangenen Saison.

    Glückwunsch an den TBV. Ob verdient oder nicht, ihr habt ein Tor mehr geworfen. Der letzte Angriff der HSG war schlecht, sicherlich sah Till Klimpke beim letzten Wurf auch nicht glücklich aus. Aber vorher hatte der Junge echt gut gehalten.
    Eine Frage habe ich aber dennoch: Warum haben die SR im letzten Lemgoer Angriff die Zeit angehalten? Anstatt die Uhr runterlaufen zu lassen, stoppen sie die Zeit drei Sekunden vor dem Ende, so das FvO anstatt direkt werfen zu müssen, noch springen kann. Für mich war kein Vergehen, kein Zeitschinden, kein Wischen erkennbar, das das Timeout gerechtfertigt hätte.
    Dennis Baier von Sky konnte auch nicht aufklären. Der hat ohnehin mal wieder so vieles nicht erkannt.

    Ich lese nun seit Wochen zu diesem Thema hier mit. Manchmal stehen mir die Haare zu Berge. Weiß denn irgendwer, was zwischen Trainer und Mannschaft passiert ist? Ich glaube nein. Ich weiß es auch nicht. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es hier um Eitelkeiten oder um Kleinigkeiten geht. Unsere Nationalspieler machen mir nicht den Eindruck, sie seien Diven und würden sich nun wegen irgendwelcher Bagatellen gegen den Trainer stellen.

    Und noch etwas: Kein Spieler hat sich öffentlich geäußert. Intern sind sie befragt worden und sie haben ihre Meinung gesagt. Und das ist doch in Ordnung. das sind mündige Menschen, die sich artikulieren können. Niemand weiß übrigens zu 100 Prozent, wer befragt wurde. Jetzt von einer Spielerrevolte zu sprechen, finde ich respektlos. Die Entscheidung pro oder contra Prokop trifft das DHB-Präsidum, nicht der Mannschaftsrat.

    Hier wird davon gesprochen, dass vorher alles gut war und nun alles schlecht sein soll. Die EM-Quali war überragend. Allerdings muss man auch sagen, dass Prokop da noch nicht den Versuch unternommen hatte, viel zu ändern. Zwischen Juni und Dezember hat es genau einen Lehrgang gegeben. Auch der fand mitten in der heißen Phase der Bundesliga-Hinrunde statt. Auch dort dürfte Prokop an Stellschrauben gedreht haben, aber noch nicht die große Keule geschwungen haben. Was ich damit sagen will: Es ist gut möglich, dass bei der wenigen Zeit, die Mannschaft und Trainer vor der heißen EM-Vorbereitung miteinander verbracht haben, gar keine atmosphärischen Störungen aufgekommen sind, sondern sich die Problematik erst entwicklet hat, als man sich intensiv auf das Turnier vorbereitet hat.

    Und nochmal: Ich glaube nicht, dass es um Bagatellen geht, sondern eher um Grundsätzliches.

    Gradios, was die Löwen da gestern gespielt haben. Hut ab und Glückwunsch aus Mittelhessen. Schön, dass schon nach 15 Minuten keiner mehr auf die Schiedsrichter geachtet hat ;)

    Die Spannung in der Meisterschaft besteht wohl darin, ob Andy Schmid verletzungsfrei durch die Runde kommt oder nicht. Fällt er mal für vier Wochen aus, bekommen auch die Löwen gegen die Hälfte der Liga Probleme. Bleibt er fit, wird es die dritte Meisterschaft hintereinander.

    Zum einen haben die Löwen von den Topteams den schmalsten Kader. Eine Top-Reihe und dahinter für Spitzenmannschaften ein überschaubareres und damit billigeres Personal. Zum anderen hat Frau Kettemann ja immer darauf hingewiesen, dass die Altlasten nun so gut wie abbezahlt seien, so dass ab sofort mehr Geld zur Verfügung steht.

    Da muss ich jetzt noch einmal einhaken. Genau diese letzten Sekunden von Leipzig sind doch der Beweis dafür, dass das ungute Gefühl von Hanning berechtigt ist. Wie konnten denn Elite-Schiedsrichter in dieser letzten Berliner Aktion allen Ernstes auf Freiwurf und nicht auf Siebenmeter entscheiden? Das war keine schwierige Entscheidung, keine Kann-Entscheidung, sondern glasklar. Das muss ein Schiedsrichter selbst in der Kreisliga richtig entscheiden. Dass man als Berliner dann komische Gedanken entwicklt, finde ich nachvollziehbar. Dass Hanning das trotzden öffentlich nicht äußern sollte, habe ich in meinem Post vorhin ja schon niedergeschrieben.

    Alles, was Bob Hanning macht, geschieht mit Kalkül. Die Aussagen zu Baumgart/Wild sind im Original nicht so schlimm wie sie hier gemacht werden. Dennoch: Es gehört sich nicht, schon gar nicht, wenn man nicht nur Füchse-Manager ist, sondern auch noch DHB-Vize. Dass diese Ämterverquickung seit jeher ein Problem ist, wird nicht nur hier deutlich.

    In der Sache kann ich Hanning aber verstehen: Von den Unparteiischen, die sich in Deutschland Elite-Schiedsrichter nennen dürfen, sind Baumgart/Wild die mit Abstand schlechtesten, die aber gleichzeitig mit der größten Arroganz daherkommen.

    Und wer erinnert sich noch? Vor fast genau zwei Jahren sagte Ljubomir Vranjes folgendes: "Mein Gefühl ist wirklich, dass das nicht in Ordnung war. Und da ist es mir auch scheißegal, ob ich dafür eine Strafe kriege. Aber wenn man so ein Spiel wie heute hat, dann muss man auch die besten Schiedsrichter haben. Und die sind nicht die besten Schiedsrichter."

    Er sprach über Baumgart/Wild. Nach einem Heimspiel. Der Gegner? Rhein-Neckar Löwen.Und nein, ich möchte damit NICHT sagen, dass das die Haus-und-Hof-Schiris der Löwen sind, sondern nur, dass die beiden schon mehrfach bewiesen haben, dass sie das Niveau für solche Spitzenspiele nicht haben. Ich kann mich an ein Spiel der HSG Wetzlar in der Rittal-Arena gegen Flensburg erinnern, da haben die beiden in den letzten zehn Minuten die kuriosesten Entscheidungen pro Flensburg gepfiffen. Aus einem Sechs-Tore-Vorsprung der HSG wurde dann am Ende ein Remis.

    Ich würde Golla für den idealen Kohlbacher-Ersatz bei uns halten und hatte gehofft, dass er auf den Markt kommt. Für ihn wäre der Weg nach Wetzlar ein sinnvoller. Hier könnte er die uneingeschränkte Nummer eins am Kreis sein und sich wie so viele vor ihm unter Kai Wandschneider prächtig entwickeln und dann 2020 zu einem Top-Club wechseln. In Melsungen hat er die Konkurrenten Danner und Maric vor der Nase, in Flensburg weiß ich nicht, wer von den Kreisläufern nächste Saison noch da ist. In jedem Fall wird dort die Konkurrenz auch nicht schlecht sein. Wenn die MT ihn aber halten wollte und er in Flensburg tatsächlich im Gespräch ist, dann ist das für die HSG aus wirtschaftlichen Gründen illusorisch. Dann hätte sie nur eine Chance, wenn ein Berater dem Spieler tatsächlich den oben beschriebenen Weg empfiehlt.