Beiträge von Domstadtadler

    Die Personalmeldungen von heute überraschen mich positiv. Toll, dass sich Niko künftig mit einbringt. Solche Leute braucht es nah am Verein.

    Und den Geschäftsführer eines erfolgreichen Fußball-Regionalligisten abzuwerben, ist durchaus ein Coup. Beides stimmt mich hoffnungsvoll, dass die Verantwortlichen verstanden haben, dass es so nicht mehr lange gut geht.

    Kuzmanovski war ein großes Missverständnis. Ich sage aber auch: Das hätte man vorher wissen können. Jetzt muss ein RM kommen, der bestenfalls auch die Perspektive mitbringt, Nachfolger von Fredriksen zu werden. Laut WNZ soll aber in jedem Fall ein weiterer Spieler kommen. So äußerten sich zumindest Carstens und Camdzic.

    Tolles Spiel gestern. Ich bin wahrlich kein Füchse-Fan, muss aber sagen, dass mir gestern in der Schlussphase das Herz aufgegangen ist, als ich die Aktionen von Lichtlein gesehen habe. Diesem jungen Spieler in der Crunchtime des Spitzenspiels diese verantwortungsvolle Rolle zu übertragen, verdient Respekt. Toll, dass der Junge das auch derart überragend umgesetzt hat. Umso unverständlicher ist es, dass er im Nationalmannschafts-Aufgebot nicht auftaucht. Das verstehe ich einfach nicht.

    Aus der Ferne betrachtet, scheint es so, als ob die verfügbaren Top-Spieler eher nicht nach Kiel gehen. Einer nicht gerade kleiner Teil macht einen Bogen um die Bundesliga und etliche andere gute Spieler zieht es eher nach Flensburg (Pytlik) oder Berlin (Gidsel, Mensing). Das war ja mal anders. Wenn Kiel Ernst gemacht hatte, haben sie den Spieler bekommen. Deswegen haben sie derzeit ein Problem im Tor, wobei Mrkva in Leipzig absolut nicht der Negativfaktor war. Aber sie haben eben auf etlichen Positionen nicht ins obere Regal gegriffen oder vielleicht auch greifen können. Und das nicht nur in diesem Sommer, sondern auch schon in den vergangenen Wechselperioden.

    Elias Ellefsen á Skipagøtu ist talentiert, aber noch lange nicht reif, um ein Spitzenteam als RM zu führen.

    Eric Johansson ist talentiert, aber noch lange nicht reif ein Spitzenteam zu führen

    Karl Wallinus ist talentiert, aber auch nicht die Stütze in den schwierigen Phasen eines Spiels

    Petter Overby würde ich in Wetzlar mit Kusshand nehmen, in Kiel ist das aber eher ein Mitläufer.

    Wenn dann ein Weinhold lange ausfällt, ein Pekeler (verständlicherweise) Zeit braucht, um auf Niveau zu kommen, ein Duvnjak und ein Wiencek längst nicht mehr die Konstanz früherer Tage haben und ein Reinkind noch nie dieser Gamechanger auf lange Strecke war, der er jetzt sein müsste, dann kommt so ein Saisonstart dabei heraus.

    Meines Erachtens hätte Figo besser einkaufen müssen und Jicha müsste als Trainer einfach ein Stück besser sein, als er es momentan ist, um die Schwachstelle durch geiweftes Coachen oder kluge Taktiken zu kompensieren. Dass er besser sein müsste, heißt aber nicht, dass er grundsätzlich schlecht ist.

    Wenn man mal das HSG-Auftaktprogramm anschaut, dann ist die Bilanz von vier Punkten aus diesen sechs Spielen mit Magdeburg (H), Kiel (A), Lemgo (H), Leipzig (A), Göppingen (H) und Hannover (A) in Ordnung. Die verlorenen Punkte zu Hause gegen Lemgo hat man sich in Hannover wiedergeholt. Ansonsten ist es keine Schande in Leipzig und in Hamburg zu verlieren. Jetzt kommen eben die Wochen der Wahrheit mit BHC, in Balingen, zu Hause Erlangen und Stuttgart sowie in Eisenach. Viel wird im Moment vom morgigen Spiel gesprochen. Der BHC ist der Gegner, der von diesen fünf meiner Meinung nach die beste Qualität und überhaupt nichts dort unten zu suchen hat. Ich hoffe aber, dass die Mannschaft befreit zu Hause aufspielt und nicht diesen Heimkomplex weiterführt. Bin gespannt, wie das morgen wird, befürchte aber, dass der BHC zu gut ist.

    Meines Erachtens entscheidet der Tor-Schiedsrichter nicht auf Abwurf, sondern auf Stürmerfoul. Ganz klare Geste, die in den Zeitlupen deutlich zu erkennen ist. Insofern haben die Leipziger zwar wieder den Ball ins Spiel gebracht, hätten aber den Freiwurf dort ausführen müssen, wo das Foul passiert war. Das haben sie nicht getan. Doch bevor der Schiedsrichter das hätte korrigieren müssen, haben sie auf Time-Out entschieden.

    Ich glaube, dass das nach den Regeln in Ordnung war.

    Ich hoffe nur, dass der Weggang von Alex Finke nicht darin begründet ist, dass das Schiff langsam sinkt. Sportlich ist es in Schieflage, aber ich hoffe, dass es finanziell noch immer passt. Gerade an einem Tag wie diesem, an dem es aus Hüttenberg eine Schreckensmeldung gibt. Da fehlt ja angeblich derzeit ein Betrag in mittlerer sechsstelliger Höhe.

    Meine Kritik richtet sich da auch eher an den Experten. Bei Tamo Schwarz ist es halt oftmals so, dass man glaubt, dass man gerade dem THW-Fanclub-Vorsitzenden zuhört.

    Ansonsten war es aber wieder einmal ein toll anzuhörender Podcast. Björn Pazen macht das super (was der alles weiß ... bewundernswert) und das Interview der Woche war mehr als hörenswert. Tolle Führungsfiguren in diesem kleinen Verein.

    THW Kiel in der Tat sehr unkritisch behandelt, wobei Tamo Schwarz ja auch nicht dafür bekannt ist, besonders kritisch mit dem THW umzugehen. Wenn ihn die Flensburger in der 1. Halbzeit des Nordduells so dermaßen negativ überrascht hatten, dann war es ja bspw. ein Armutszeugnis des THW nur mit 3 Toren zu führen. Wenn Kiel zu Hause gegen Melsungen mit 17:26 zurückliegt, dann muss doch an diesem Tag einiges im Argen liegen. Das kann man dann nicht mehr mit dem Fehlen von Pekeler und Weinhold erklären.

    Danke an Helge Käding für die Aufklärung. Als Mittelhesse kann ich mich gut an die angesprochene blaue Karte gegen den Hüttenberger Ragnar Johansson erinnern. Der hat einen Schlagwurf abgesetzt und in der Bewegung den Erlanger Christoph Steinert im Gesicht getroffen. Die Schiedsrichter (damals Brodbeck/Reich) werteten das absurderweise als absichtliche Aktion und schickten Johansson mit der blauen Karte vom Feld.

    Was mich interessierten würde: Welche Konsequenz hat diese Fehlentscheidung für die Schiedsrichter Thiyagarajah/Thiyagarajah? Denn ich finde, es ist menschlich in Bruchteilen einer Sekunde eine Fehlentscheidung zu treffen. Das ist nicht gut und sollte nach Möglichkeit auch nicht passieren, aber es kommt vor. Wenn ich mir aber ein Fernsehbild zeigen lassen kann und komme dann zu so einer Entscheidung, die den Ausgnag des Spiels in Berlin nicht beeinflusst hat, die aber womöglich Folgen für das nächste Spiel des SCM hätte haben können, dann ist das eine katastrophale Fehlleistung.

    Ich vermute aber, beim nächsten Topspiel werden die beiden wieder angesetzt. Und danach wieder. Und danach wieder.

    Man kann Carstens jetzt noch nicht in die Pflicht nehmen. Klar war es nicht gut, am Donnerstag nicht frühzeitig Kräfte zu verteilen. Aber es lief so gut, dass er den Flow nicht unterbrechen wollte. In der aktuellen Situation macht sich bemerkbar, dass das Scouting seit längerem schon nicht mehr gut ist. Welche Rolle da ehemals Kai Wandschneider hatte, weiß ich nicht, aber es lässt sich nicht abstreiten, dass die Trefferquote bei Transfers nicht mehr so hoch ist seit er nichts mehr damit zu hat.

    Meiner Meinung nach war auch nicht die Entlassung von Matschke falsch, sondern die Vertragsverlängerung ein paar Monate zuvor. Probleme, die zur Entlassung geführt haben, wurden scheinbar zu diesem Zeitpunkt ignoriert. Ein klarer Management-Fehler des GF, der jetzt womöglich den Spielraum bei Neuverpflichtungen einengt, weil ein Trainer noch bezahlt werden muss oder aber teuer abgefunden wurde (was ich nicht weiß, wie der Stand ist).

    Das Ding gestern war ein Treffer bis ins Mark. Das war nicht nur eine Niederlage, sondern ein ganz fieser Tiefschlag, der uns richtig zurückwirft. Dieses Spiel wird Spuren hinterlassen. In Kombination mit der desaströsen Zuschauerzahl blicke ich gerade mit düsterem Blick in die kommenden Wochen. Immerhin: Till war super. Das muss er jetzt konstant bringen. Cavor und Rubin 45 Minuten gut dabei. Carstens muss die beiden jetzt so steuern, dass sie das möglichst bis zum Schluss halten. Spielsteuerung von der Mitte muss viel, viel besser werden. Vielleicht ist Fredriksen ja jetzt befreit, wenn sein Wechsel feststeht. Aber: Mir fehlt der Glaube. Bei allem Respekt vor Lemgo: Die waren so schwach wie schon lange nicht mehr. Und trotzdem hat es zum Sieg gereicht. Das ist soooo bitter.

    Ich habe mal eine Frage an die HSG-Insider. Ich bin ja nur Zuschauer und Fan, aber eben nicht so sehr nah dran an allem. Ich könnte mir vorstellen, dass wir gegenüber den Wandschneider-Jahren auch einfach nicht mehr zu viel Geld zur Verfügung haben. Letztlich hat sich die HSG selbst als das Wasser bis zum Hals stand eher nur billige Lösungen gegönnt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Zelenovic viel Gehalt aufrufen konnte nachdem er ein Jahr lang nicht gespielt hatte.

    Ich glaube, dass die Diskussionsfreudigkeit in diesem Forum hier ein gutes Sinnbild für die momentane Lage des Vereins ist. Alle sind irgendwie geschockt. Wir haben gestern - wie eigentlich sehr oft - zu fünft um den Fernseher gesessen und waren schon beim 1:9 bedient. Da hat selbst das kühle Licher nicht mehr geschmeckt. Fast wortlos haben wir die erste Halbzeit über uns ergehen lassen und erst in der Pause angefangen, lauthals zu schimpfen.

    Danke an den THW Kiel, dass er in Durchgang zwei einfach mal den Schongang angeworfen hat. Sonst wäre es locker eine 10:35-Niederlage geworden. Für uns alle steht fest: Ja, wir hatten zwei Brocken zu Beginn. Aber in diesen Spielen war unser Team nicht bundesligatauglich. Was da im Angriff abläuft, ist mehr als erschreckend. Da sind etliche Spieler dabei, die von einer Verlegenheit in die nächste tapsen. Beinahe jede Aktion ist vorhersehbar. Cavor und Rubin sind so unbeweglich geworden, dass ich fast glauben würde, die stemmen nur noch Hanteln in die Luft und vernachlässigen die Koordination. Ich sehe auch keinen Hoffnungsschimmer. Es fehlt ja im Grunde keiner, dem ich zutrauen würde, entscheidende Impulse zu setzen.

    Ich weiß nicht so recht, was ich sagen soll. Dass es mal Ruckler und Wackler gibt, finde ich normal. Ich hätte aber schon gedacht, dass es insgesamt besser läuft. Vor allem deswegen, weil mit Springer ja ein richtig großes Medienhaus dahintersteht. Da war es einfach meine Erwartung, dass so etliche Kinderkrankheiten, von denen viele hier, aber auch an anderen Handball-Stammtischen sprechen, nicht passieren.

    Außerdem habe ich mich sehr über die Kommentatorin des Spiels Lemgo gegen Erlangen gewundert. Das war nur schwer zu ertragen. Und bitte bitte bitte: Diese Kritik hat nichts damit zu tun, dass eine Frau kommentiert hat. Wenn sich aber eine Stimme bei jeder spektakulären oder aber dramatischen Szene komplett überschlägt, dann macht das das Zuschauen und vor allem das Zuhören zu einer schwer ertragbaren Angelegenheit.

    Nachdem ich nun alle Spiele beim Linden-Cup live gesehen habe, rechne ich wieder mit einer schwierigen Runde. Gegen den BHC hatten wir nicht den Hauch einer Chance, auch wenn das Ergebnis etwas anderes vermuten ließe. Die beiden anderen Spiele zeigten auch Licht und Schatten. Ich will in eine Vorbereitung nicht zu viel hineininterpretieren. Aber man erkennt schon, dass bestimmte Probleme bleiben werden. Vranjes ist eine Verstärkung, aber ob er bei seinem Alter eine ganze Saison lang performen wird, wünsche ich mir, ist aber mit Fragezeichen versehen. Bei den anderen Neuen Meyer-Ejlersen, Zelenovic und Fuchs muss sich das noch zeigen.

    In Eurphorie bin ich jedenfalls nach den gezeigten Leistungen nicht verfallen.

    Sehr guter Kommentar in der Gießener Allgemeinen. Schonungslose Kritik - so muss Journalismus laufen. Das Interview von Seipp auf mittelhessen.de hat mir gezeigt, wo eines der Probleme der HSG derzeit sitzt. Das war mir einfach zu wenig selbstkrtisch und viel zu viele Plattitüden. Alles zu weichgespült.

    Ich bin wahnsinnig erleichtert. Ich denke, jetzt sollte nichts mehr anbrennen. Fünf Punkte Vorsprung auf Minden plus das bessere Torverhältnis werden für den Klassenerhalt reichen. Wir sind dem Tod noch einmal von der Schippe gesprungen. Wichtig wird nun sein, die richtigen Lehren aus dieser Saison zu ziehen. Was denkt Ihr? Was muss verändert werden?

    - Die Wahl des neuen Cheftrainers ist die wichtigste überhaupt. Man hört keine Namen, noch nicht einmal Gerüchte. Petkovic wäre als Feuerwehrmann zu gebrauchen gewesen, als Mann für einen Neuaufbau sehe ich ihn nicht. Eher schon Hartmut Mayerhoffer. Den könnte ich mir gut vorstellen, sofern er das machen will.

    - Camdzic sollte wieder Co-und vor allem Torwarttrainer werden. Ich meine schon, dass man bei Till einen Abwärtstrend erkennt seitdem Jasmin sich nicht mehr um die Torhüter im Speziellen kümmert. Die Aufgabe als Sportlichen Leiter sollte man Jasmin nicht mehr anvertrauen.

    - Die Gesamtverantwortung trägt meines Erachtens aber Björn Seipp. Die äußerst missglückte Außendarstellung beim Horvath-Rausschmiuss, die seltsame Vertragsverlängerung von Matschke, die generell falsche Einschätzung von Matschkes Fähigkeiten, anscheinend auch die falsche Einschätzung bei der Besetzung des Sportlichen Leiters und so ein paar kleinere andere Dinge, die sich aufsummieren, hätten den Club beinahe die Bundesliga gekostet. Es sind Geschäftsführer schon wegen weitaus weniger Fehler gegangen. Ich weiß nicht, ob das Kartenhaus bei der HSG zusammenberechen würde, wenn Seipp nicht mehr dort wäre. Er verantwortet den Laden ja nun schon seit ein paar Jahren. Sein Handballsachverstand hält sich ja in Grenzen.

    Erstens: Die Entlassung ist aufgrund der Punktausbeute und der gezeigten Leistungen der Mannschaft vollkommen richtig.

    Zweitens: Überhaupt einen in der Bundesliga vollkommen unerfahrenen Trainer, der zudem über reichlich wenig Ausstrahlung und Überzeugungskraft verfügt, zu installieren, war ein großer Fehler, der vielleicht mit dem Abstieg bestraft wird.

    Drittens: Dass sich Horvat um seine Zukunft kümmern muss, wenn er nur einen Vertrag bis Saisonende hat, gehört im Profisport nun mal leider dazu. Ich möchte nicht wissen, welcher Spieler schon mit welchen Vereinen gesprochen hat, sollte es zum Abstieg kommen. Soll Horvat ein Angebot ab Juli ablehnen, weil er gerade mit der HSG im Abstiegskampf steckt. Ohne Zweifel wäre das ein toller Zug von ihm gewesen, aber doch fern jeder Realität. Es zeigt aber, dass er null Verantwortungsgefühl für die HSG oder für die Mannschaft hat, weil er eben auch null Verbindung zur HSG, zur Region, zum Umfeld hat. Krass ausgedrückt: Was juckt es ihn, wenn der Club absteigt.

    Viertens: Das Verhalten von Horvat ist kein Kündigungsgrund. Ergo: Er bekommt vermutlich - wie auch Matschke - weiterhin sein Gehalt.

    Fünftens: Petkovic wäre naheliegend, ich weiß aber nicht, ob er sich das antut.