Beiträge von Domstadtadler

    Der Sieg gestern war so wichtig und deshalb so schön. Ich hoffe, das gibt nun Sicherheit für den Samstag. Dort ein Sieg und die ganz große Gefahr wäre erst einmal gebannt.

    Eins muss aber klar sein: Sollte der Klassenerhalt gelingen, muss man sich einer ehrlichen Analyse stellen, in welcher Konstellation man in die neue Saison geht. Und da sollte keine Position im Verein unangetastet sein. Es sind so viele falsche Entscheidungen in den vergangenen 18 Monaten getroffen worden.

    Für mich ist diese Pressemitteilung ein kommunikatives Eigentor. Die Trainerfrage wurde doch öffentlich gar nicht gestellt. Wenn ich mich aber gemüßigt fühle, in einer Pressemitteilung dem Trainer den Rücken zu stärken, dann müssen die Zweifel doch von innen heraus gekommen sein. Hier hat die MT von sich aus eine Trainerdiskussion geöffnet und direkt auch wieder geschlossen. Ähnlich verhält es sich beim Marionetten-Zitat zu Allendorf. Wer hat ihn als Marionette bezeichnet? Fans, Sponsoren, Journalisten oder wer? Durch das Zitat von Frau Braun ist das Thema aber jetzt auch in der Welt. Axel Geerken hat man mit dieser Mitteilung beschädigt. Aber eben auch nur so halb beschädigt. Er darf immerhin noch das höchste im Amt im Verein bekleiden. Ob die Gemengelage so günstig ist, wage ich zu bezweifeln. Generell finde ich es mutig an Stelle der MT einem Rookie wie Michael Allendorf das Vertrauen zu schenken. Erinnert mich so ein bisschen an das kurze Kapitel von Kevin Schmidt beim HC Erlangen. Ich glaube, dass die Anforderungen bei grundsätzlich ambitionierten Klubs wie Melsungen und Erlangen für solche Anfänger einfach zu groß sind. In zweiter Reihe langsam herangeführt zu werden, erscheint mir den sinnvollere Weg.

    Wir sind im Moment die schlechteste Mannschaft der Bundesliga. ASV Hamm-Westfalen ist formstärker, GWD Minden auch. Der Club macht jetzt eine Social-Media-Kampagne, um den Zusammenhalt zu beschwören. So etwas kann helfen, aber das Entscheidende ist auf dem Platz. Und da sehe ich nullkommanull positive Entwicklung unter dem neuen Trainer. Es wird im Gegenteil immer schlimmer. Chancenlos zu Hause gegen Hannover und Erlangen. Das man bei den Löwen verliert, ist ja keine Überraschung und auch keine Schande. Was da gestern in den ersten 30 Minuten geboten wurde, war unterirdisch. Ein Dankeschön an die Löwen, dass sie in der 2. Hz. ihre Kräfte geschont haben. Sonst wäre das ein Debakel in bislang nie dagewesener Dimension geworden.

    Ich habe gestern gedacht, dass es besser wäre, wir machen noch einmal einen Trainerwechsel. Das kann doch nicht teurer sein als ein Abstieg. Und dann habe ich mir gedacht. Der neue Trainer würde ja von den gleichen Personen ausgewählt wie der aktuelle. Wäre das dann tatsächlich ein Upgrade?

    Ich finde es ungerecht, den Journalisten der HNA nach dieser Podcast-Folge zu kritisieren. Ich habe keineswegs wahrgenommen, dass er irgendwelche Ausreden für die Melsunger Niederlage in Berlin gesucht hätte. Und was er zur allgemeinen Stimmung im MT-Lager berichtet hatte, war absolut hörenswert. Das war sehr kritisch und wird den Melsunger Verantwortlichen nicht gefallen haben. So wie er den Kristopans-Transfer kritisiert hat, war das keine Vereinsberichterstattung. Für den Hörer lieferte dieses Interview einen absoluten Mehrwert. Auch die Beurteilung der Zukunft von Martinovic und Häfner brachte neue Erkenntnisse.

    Ich teile die Einschätzung, dass viele Journalisten im Podcast oftmals nicht so kritisch sind. Beste Beispiele: Der Kieler Mann und der aus Erlangen.

    Es ist genau das passiert, was ich befürchtet habe. Der Druck ist einfach zu groß. Potenzial wäre da, um nicht abzusteigen. Aber der Kopf lähmt die Spieler. Es bringt nichts, wenn man in Flensburg und Berlin gut aussieht und nur knapp verliert, dann aber gegen Erlangen und Hannover so sesolat auftritt, dass die keine Mühe haben, die Punkte mitzunehmen. Erlangen musste sich doch noch nicht einmal anstrengen. Horvath hat ein Spiel bislang gewonnen: Das war in Großwallstadt. Ansonsten keine positive Tendenz. Ganz im Gegenteil. Keine Impulse. Keine Stabilität. Neuzugänge, bei denen man sich fragt, welche Rolle die einnehmen sollen. Das ist alles sehr wild und macht mich nachdenklich.

    Das, was die Situation so schwierig macht, ist doch die Tatsache, dass uns gute Leistungen gegen Top-Clubs nichts bringen, wenn am Ende eine Niederlage steht. Fakt ist (und das ist doch typisch im Abstiegskampf): Wenn der Druck geringer ist, dann kann die Mannschaft eine ordentliche Leistung abliefern, von der man sagt, dass die doch gegen die direkten Konkurrenten zum Sieg reichen müsste. Theoretisch ist das ja so. Aber: Die HSG hat ja nun schon mehrfach in dieser Saison bewiesen, dass sie gegen diese Gegner diese ordentliche Leistung nicht aufs Feld bringt. Wahrscheinlich weil der Druck zu groß ist, die Angst des Verlierens dafür sorgt, dass das Potenzial nicht ausgeschöpft wird. Unser Vorteil: Wir haben drei Punkte mehr als Minden auf dem Konto. Es reichen uns wahrscheinlich vier Siege, um den Klassenerhalt einzutüten. Das kann alles gelingen. Ich hoffe darauf. Aber gegen Erlangen sollte Sieg Nummer eins gelingen, um die Nerven aller zu beruhigen.

    Die Zweifel an diesem Transfer muss man doch verstehen. Wenn ein Drittliga-Spieler zwei Klassen überspringt, dann ist das ein Spieler, der dir im ersten halben Jahr nicht helfen wird. Schon gar nicht, wenn du gezwungen bist, zu punkten. Für mich macht es den Anschein, als wäre das der absolute Nottransfer. Zumal der Optimismus in den Spieler nicht so groß zu sein scheint. Sonst hätte man ihm mehr als nur ein halbes Jahr Vertrag gegeben. Ich bin echt voller Angst, was in den kommenden Wochen und Monaten passieren könnte.

    Gute Analyse in der Gießener Allgemeinen. Vor allem legt da endlich mal jemand den Finger in die Wunde. Ich schätze Jasmin Camdzic sehr, aber in dieser Saison ist ihm bei der Suche nach Neuzugängen das glückliche Händchen verloren gegangen. Vor allem Schmidt und Wagner bringen uns nicht weiter. Bei diesen beiden weiß ich aber nicht, in wie fern die von Matschke durchgedrückt wurden.

    Wenn ich gestern Stuttgart gesehen habe oder selbst den ASV Hamm-Westfalen: Beide sind derzeit in einer besseren Form als die HSG.

    BUMM Du hast Recht, dass Wandschneider Mappes verhindert hat. Aber das war vor drei oder vier Jahren. In der vergangenen Saison gab es doch auch die Möglichkeit, ihn zu holen. Da ist er nach Gummersbach gegangen. Von der HSG hat sich meines Wissens nach bei ihm niemand mal erkundigt. Obwohl ja durch den Abgang von Feld ein Platz auf RM frei geworden ist. Man kann von Wandschneider halten, was man will. Aber eines hätte er definitiv gehabt: Kenntnis über die Liga und Kenntnis im Abstiegskampf. Außerdem die Kenntnis, wie schnell es bergab gehen kann. All das, scheint momentan bei den Führungskräften nicht ausgeprägt vorhanden zu sein.

    Mir wird Angst und Bange. Das, was ich da gestern gesehen habe, wird nicht reichen. Hannover hat hoch verdient gewonnen, hat aber nicht brilliert. Denen genügte ein ordentlicher Auftritt, um mit 7 Toren Unterschied zu gewinnen. Meine Güte waren wir schlecht. Die Verunsicherung ist bis zu meinem Sitzplatz zu spüren gewesen. Wir sind längst in diesem Teufelskreis des Abstiegskampfs gefangen. Angst frisst Seele auf.

    Gestern ein Stimmungskiller in der Vorbereitung: 30:35 zu Hause gegen den ThSV Eisenach. Und das obwohl keine schlechte Mannschaft auf dem Feld stand. Natürlich haben einige wichtige Spieler gefehlt, aber letzlich waren unter anderem Klimpke, Wagner, Mellegard, Schmidt, Nyfjäll, Rubin, Lipovina, Weissgerber und Schelker mit dabei. Das muss reichen, um ein besseres Ergebnis zu erzielen. Ich kann mich nur wiederholen: Die Lage ist verdammt brenzlig. Und der neue Trainer kommt erst Ende der Woche wieder nach Wetzlar.

    Ich finde für 15 Euro darf man bessere Qualität erwarten. Diese Bildaussetzer nerven. Für mich ist Maik Thiele komplett überfordert. Ich finde es befremdlich, wenn er von "Oma Inge" spricht, wenn es um Magnusson geht. Das soll wahrscheinlich sehr locker rüberkommen. Mag sein, dass ich da empfindlich bin, aber in einem seriösen Medium sollte das nicht vorkommen. Auch die gestellten Frotzeleien mit seinem Mit-Kommentator fand ich am Freitagabend in der Konferenz nervig. Das hatte was von Schüler-Radio.

    Egal, zu welchem Zeitpunkt was geäußert wurde. Fakt ist doch, dass ein Trainer fast eine Saison lang im Amt war und dann eine Vertragsverlängerung bekam. Das bedeutet doch, dass die Verantwortlichen einen guten Eindruck von diesem Trainer gewinnen konnten. Jetzt stellt sich heraus, dass dieser Trainer ganz offensichtlich (so sagt es ja Klimpke) qualitative Mängel hatte. Es liest sich so, dass diese Mängel auch nicht unbedingt Bagatellen waren. Warum ist das niemandem aufgefallen? Die Ausrede, dass der Trainer versprochen hatte, bestimmte Dinge zu ändern, kann man in diesem Zusammenhang nicht gelten lassen. Hier geht es ja nicht daraum, dass der Trainer versprochen hatte, künftig um 14 Uhr zu trainieren, er hat die Trainingszeit aber bei 18 Uhr belassen. Sondern hier geht es ja ganz offensichtlich darum, dass die fachlichen Qualitäten nicht in dem Maße vorhanden waren, um die HSG besser zu machen. Welche Versprechungen soll der Trainer denn gemacht haben? Ich kritisiere gar nicht, dass man Matschke geholt hat. Ich kritisiere aich nicht, dass man ihn entlassen hat. Eine krasse Fehlentscheidung war es aber, angesichts der Details, die jetzt herauskommen, den Vertrag ohne Not zu verlängern.

    Ich wünsche allen HSG-Fans einen guten Rutsch. Wir müssen alle Kraft sammeln für das härteste halbes Jahr Bundesliga seit ewiger Zeit. Das wird ein unglaublicher Kraftakt. Ich hoffe, dass der neue Coach der richtige ist. Wirklich bewerten konnte man es bislang nicht. Dafür waren die Gegner zu stark. Dass er jetzt erst einmal bei der WM ist, ist sicherlich nicht gut. Aber das lässt sich nicht mehr ändern. Die ersten drei Heimspiele gegen Hannover, Erlangen und BHC könnten bei positivem Verlauf die Situation schon erheblich entspannen. Ansonsten werden die Duelle danach in Stuttgart und zu Hause gegen Minden zu echten Nervenspielen. Da ist immer alles möglich.

    Ich gehöre ja auch zu den MT-Bashern. Platz sechs klingt ordentlich, in Relation zum Etat ist das aber einfach nicht gut. Zumal der Abstand zu den Top-Teams schon gewaltig ist. Melsungen hat meinen Respekt für den Einsatz und das Vertrauen in einige junge Spieler. Das ist sehr positiv. Die negativen Entwicklungen von Gomes oder Martinovic zeigen aber einmal mehr, dass irgendetwas nicht stimmt. Es gelingt einfach viel zu selten, Spieler zu holen und besser zu machen. Stattdessen ist ein schleichender Abwärtstrend bei vielen zu beobachten. Martinovic ist da gerade das Paradebeispiel.

    Einen Aspekt möchte ich gerne noch einmal aufgreifen. Ich war in der Vergangenheit ein absoluter Befürworter von Kai Wandschneider. Ich habe nichts gegen neue Wege und habe auch Verständnis aufgebracht, dass nach zehn Jahren ein neuer Weg eingeschlagen wird. Allerdings habe ich damals immer schon gesagt, dass das Wichtigste immer die Ergebnisse sind. Und die hat Kai Wandschneider auf grandiose Art und Weise geliefert. Nicht ein Jahr lang, auch nicht zwei Jahre lang, sondern von 2011 bis 2021. Ich kenne die Kritik an ihm: kein modernes Training, zu viel Fußballspielen, Flip-Chart statt Power-Point, kein Interesse am Gesamtverein, kein Austausch mit der 2. Mannschaft, kein Besuch von Jugendspielen usw. Letztlich wünscht man sich natürlich, dass ein Cheftrainer im Gesamtverein Wurzeln schlägt. Letztlich bringt es uns allen aber nichts, wenn der Cheftrainer in der Dutenhofener Sporthalle einzieht, um kein Jugendspiel mehr zu verpassen, die Bundesliga-Truppe aber in den Abstiegskampf rutscht. Das ist jetzt natürlich grandios überzeichnet, aber ich denke, jeder versteht, was ich sagen will. Lustigerweise heißt es zur Entlassung von Matschke nun: Es war alles gut. Nur die Ergebnisse haben gefehlt.

    Aber mal im Ernst: Ich kann doch einem leitenden Angestellten keinen neuen Vertrag geben und dadurch hoffen, dass er seinen Lebensmittelpunkt nun verlegt. Wenn mir das als Verein so wichtig ist (was ich verstehen kann), dann muss ich das vertraglich festhalten, um etwas in der Hand zu haben. Wenn sich der leitende Angestellte auf eine solche Regelung nicht einlassen will, dann darf ich den Vertrag nicht verlängern.