Am Anfang jeder positiven Entwicklung steht eine Idee (oder ein Traum, um bei BR_98 anzuknüpfen). Der muss dann untersetzt werden: mit Geld, mit einer Struktur und mit Personal. Das hat Holland gemacht und führte es vom Handball-Niemandsland zum Weltmeistertitel. Das hat Ungarn so gemacht und es hat sich aus dem europäischen Mittelmaß wieder in Richtung Spitze vorgearbeitet. Deutschland ist ein reicheres Land und hat mehr Handballerinnen als Holland und Ungarn, aber es geht nicht vorwärts. In Abwandlung eines Wortes von Karl Kraus könnte man sagen: "Es genügt nicht, keine Idee zu haben, man muss auch unfähig sein, sie umzusetzen." Im deutschen Frauenhandball fehlt nicht nur die zündende (aber realistische) Idee, wie es gelingen könnte, wieder an die Weltspitze zu kommen. Es fehlt auch der Wille, einen solchen Weg zu gehen. Und bekanntlich fängt der Fisch immer am Kopf zu stinken an: Wenn der DHB nicht die Weichen im Frauenhandball anders stellt und den Zug auf dieser Schiene mit ordentlich Dampf ausstattet, ist auch die Wahrscheinlichkeit gering, dass sich an der Basis etwas verändert. Politik wird von Menschen gemacht, auch Handballpolitik. Und damit komme ich zum Ausgangspunkt zurück: Mehr kompetente Frauen in der DHB-Führung könnten auch zu anderen Entscheidungen beitragen.