Beiträge von Löwenherz

    Über einige Nominierungen kann man sich nur wundern: So hatte z. B. Grandveau eine völlig andere Qualität als Leuchter (bei allem Respekt vor ihrer Leistung, schließlich war sie unsere beste Werferin aus dem Rückraum). Auch die Wahl von Glauser wundert mich sehr: Mit ihrer Quote von 33% liegt sie auf Platz 25, bei "Best saves percentage by position" ist sie in keiner Kategorie unter den ersten 10 Torfrauen und im Finale hatte sie 20%. Da fragt man sich, nach welchen Kriterien hier vorgegangen wurde.

    Den mutigen Trainer, der eine Mörk im WM Finale benched musst du mir erst mal zeigen ^^

    Das ist ja genau das Problem: Wenn er Mörk (die meines Erachtens deutlich über ihren Zenit hinaus ist) auf der Bank lässt und Norwegen verliert, dann wird ihm deshalb die Schuld daran gegeben. Wenn Norwegen ohne Mörk gewinnt, wird es heißen: Er hat Glück gehabt, trotz dem gewonnen zu haben. Trotzdem wäre es richtig gewesen, heute hin und wieder etwas anderes zu versuchen.

    Zug zum Tor, Intensität, unbedingter Wille, Cleverness, das sind die Dinge, die ich meine und was die Französinnen verkörpern und nachahmenswert sind.

    Genau das fehlt bei unserer Mannschaft - vor allem der unbedingte Wille, vorn das Tor zu machen und sich hinten den Ball zu holen. Wenn ich z.B. sehe, wie oft unsere Rückraumspielerinnen verweigern und ohne Druck auf die Abwehr quer spielen, anstatt voll auf die Lücken zu gehen, und das mit Spielerinnen der Spitzenmannschaften vergleiche, die immer wieder entschlossen in die kleinsten Räume gehen, auch wenn sie mal ein Stürmerfoul gepfiffen bekommen ... Lott ist dabei die einzige Ausnahme, hat aber in ihrem ersten großen Turnier ordentlich Lehrgeld zahlen müssen. Natürlich hängt das auch damit zusammen, dass unser Angriffsspiel oft zu langsam und zu ideenlos ist, um überhaupt Lücken in die Abwehr zu reißen. Und über die Abwehr hinweg geht eben leider sehr wenig: Von 129 Würfen von 9m fanden gerade mal 50 (39%; Frankreich 51%) den Weg ins Tor. Fast ein Drittel davon machte Leuchter (16 Tore) mit einer Quote von 48 % (zum Vergleich: Bölk 11 Tore, Quote 34 %).

    Und wer sehen will, wo unsere Abwehr in Vergleich zur Weltspitze steht, sollte sich zum Vergleich z.B. nochmals das heutige Spiel um Platz 3 anschauen. Da wurde wirklich ordentlich gekämpft und zugepackt.

    Zum Finale: Interessant ist u.a., dass Frankreich das Spiel trotz der deutlich schlechteren Trefferquote gewonnen hat 69% : 76%. Des Rätsels Lösung: Norwegen hatte doppellt so viele TF wie Frankreich (18 : 9) - natürlich auch dank der aggressiven französichen Abwehr. Doch das Spiel hat meines Erachtens vor allem der norwegische Trainer verloren, der nicht den Mut hatte, Mörk auf die Bank zu setzen und nur die 7m werden zu lassen. Mörk auf dem Feld heute nahezu ohne Wirkung (1 Feldtor), aber mit 5 TF (wie oben schon jemand schrieb).

    Rückblickend war es vielleicht gar nicht so eine gute Idee, im Vorfeld 2 Testspiele gegen einen wahrscheinlichen Viertelfinalgegner zu machen. Jedenfalls hat Schweden davon mehr profitiert als wir und sich optimal auf unsere Mannschaft eingestellt. Am Ende stehen wir wieder da, wo wir seit vielen Jahren hingehören: Irgendwo zwischen Platz 5 und 10.

    Ne.. die geht Richtung 1,80m.

    Wiedermal so ein gedankenloser Rohrkrepierer von Dir: Als würden nur Zwerge auf außen spielen. Beispiel von heute: Skogrand. Sie ist nur 3 cm kleiner als Ihlefeldt, spielt in der Nationalmannschaft erfolgreich als Außen (heute 9/9, einschließlich 7m) im Verein auf RR. Auch andere Außen sind 1,70 m oder größer (z.B. Malestein, Stockschläder). Warum also sollte so etwas bei Ihlefeldt in Zwickau nicht auch gehen?

    Rückraumspielerinnen haben sie eigentlich genügend. 5 ausl. Nationalspielerinnen + die zwei jungen Deutschen + die junge Ungarin.

    RA, LA und Kreis sind sie nur einfach besetzt. RA-Backup gibt es garnicht. LA-Backups haben Kreuzband und Kreis-Backup hat Schulter.

    Ich hätte eher eine Außen erwartet.

    Mitten in der Saison muss man nehmen, was man bekommen kann. Vielleicht ist sie bereit und in der Lage, auch auf außen zu spielen. Und eine Außen, die auch aus dem Rückraum werfen kann, ist nicht schlechteste Option und kann die Flexibilität des Angriffsspiels erhöhen.

    Die Nr.1 fehlt und die Nr.2 und 3 haben in Liga&CL in etwa die gleiche Anteil Würfe aufs Tor bekommen. Somit dürfte die Spielzeit recht ausgeglichen sein. Foggea hat bspw. in Bietigheim begonnen. Kommt die Nr1. zurück, dann geht es eben um 2 und 3. Nichts anderes sagte ich. Und nächstes Jahr wird das Trio mit Andre noch besser und somit die Situation für Filter schwieriger. Außer Darleux geht auch.

    Wieder einmal vergleichst Du Äpfel und Birnen. Bei Filter und Foggea gehst Du vom gegenwärtigen Niveau aus. Bei Darleux unterstellst Du, dass sie in Zukunft wieder vollständig an ihre früheren Leistungen anknüpfen kann und es bei Filter und Foggea keine Weiterentwickung geben wird. Heiße Luft ohne jeden Realitätsgehalt - gerade wenn man bedenkt, welche Entwicklung Filter in den letzten Jahren genommen hat.

    Ich schrieb ja schon, dass man dort das Experiment mit ausländischem Trainer wohl wieder beenden dürfte. Koreanischer Speedhandball ist ja schon fast eine eigene Gattung. Was soll da ein europäischer Trainer? Zumal die Spielerinnen kaum Englisch verstehen dürften. Die müssten ihre Toptaltente in europäischen Ligen unterbringen. Das gäbe einen Schub. Aber vielleicht ist das auch zu einfach gedacht. In Europa spielen sie ja dann keinen Speedhandball.

    Der Unterschied von Junorinnen zu Damen ist noch eklatanter als bei den Ungarinnen.

    Ansonsten ist in diesem Turnier die Europazentriertheit so stark wie nie. Angola -1 gegen Frankreicn, -6 gegen Slovenien,Unentschieden gegen Island. Gerade so dem Presidentscup entgangen. Brasilien ist auch in die Jahre gekommen und liefert beim Nachwuchs nichts mehr. Sehr traurig.

    Ja, auch ich meine, dass Korea und Japan europäischer spielen als früher, was ihnen - insbesondere bei Korea - einiges von ihrer einstigen Stärke nimmt. Z.B. war die oft gespielte schnellfüßige 3-3-Abwehr für jedem Gegner eine Herausforderung. Gerade Korea ist individuell gar nicht schlecht, aber das aktuelle Spielsystem scheint nicht recht auf die Potentiale der Spielerinnnen zu passen.

    Ebenso wie Du glaube ich auch nicht, dass der Abstand zwischen den europäischen und den nicht-europäischen Mannschaften geringer geworden ist (So habe ich Dich zumindest verstanden.). Angola konnte schon immer gut mithalten und Senegal spielt ja (wie hier schon geschrieben wurde) im grunde genommen europäischen Handball, der mit jenen im Lande nicht viel zu tun hat. Fazit: In der Vorrunde hat keine einzige nicht-europäische Mannschaft gegen eine europäische Mannschaft gewonnen. Das sollte zu denken geben.

    Mit allem habe ich gerechnet aber nicht, dass die deutschen Mädels die Polinnen so deklassieren. Hatten unsere Nachbarinnen aus dem Osten einen so rabenschwarzen Tag oder unsere Mädels einen so guten? Vielleicht beides.

    Glückwunsch an unsere deutschen Mädels und dem Trainerstab.

    Ja, sicher beides. Von unseren Mädels war es das beste Spiel seit langem und Polen war gegenüber dem Spiel gegen Japan nicht wiederzuerkennen. So schlecht habe ich Polinnen überhaupt noch nicht gesehen. Wichtig ist, dass unsere Mannschaft jetzt den Fokus behält, vor allen in der Abwehr, und die Spiele immer bis zum Ende durchzieht: Die letzte Viertelstunde war nicht so toll (viele Fehlwürfe, und andere Fehler). Natürlich ist es schwer, bei so einem klaren Vorsprung die Konzentration hochzuhalten. Aber in den kommenden Spielen werden die Mädels bis zum Schluss hellwach sein müssen. Hoffentlich kann Bölk noch zulegen. Sie war im Angriff heute schwach und auch in den beiden vorhergehenden Spielen keineswegs brilliant. Lott nach ihrer Verletzung heute noch verhalten, aber ihr traue ich auf jeden Fall eine Steigerung zu.

    Ich denke, dass es wichtig führ die Entwicklung des Handballs in diesen Ländern ist, überhaupt an einer WM teilzunehmen.

    Über die Jahre könnte sich da was entwickeln.

    Ich meine, man muss zwischen 2 Dingen unterscheiden:

    Einerseits dem unersetzbaren (vor allem emotionalen) Erlebnis, an einer WM teilzunehmen (vielleicht ein einziges Mal im Leben), das ich jeder Spielerin von Herzen gönne;

    andererseits der Rolle einer WM-Teilnahme für die Entwicklung des Sports in bestimmten Ländern. Ob es wirklich einen nennenswerten Lerneffekt bringt, wenn man/frau in jedem Spiel mit 20 - 30 Toren Differenz aus der Halle geschossen wird, wage ich zu bezweifeln. Dafür könnte evtl. die Differenzierung in eine A- und eine B-WM mehr bringen, wo auch mal die Chance zu Spielen auf Augenhöhe besteht.

    Sie hat das gemacht was man gegen eine Abwehr, die nur aus "Außenspielerinnen" besteht, macht. Physis ausspielen und dann werfen oder 1:1 gehen.

    Wenn das so selbstverständlich ist: Warum haben das unsere Mädels gegen Japan nicht in gleichem Maße so gemacht (mit Ausnahme Lott ein paar Mal bis zu ihrer Verletzung)? Außerdem siehst Du zu einseitig einzelne Spielerinnen. Bei den Polinnen ist einfach mehr Feuer im Spiel als dies bisher bei unserer Mannschaft der Fall war: Mehr Tempo, mehr Zug zum Tor, mehr kämpferische Entschlossenheit. Hoffen wir, dass sich unsere Mädels morgen daran ein Beispiel nehmen. Videostudium wird es wohl gegeben haben.

    Und zu den Torfrauen der Polinnen: Erstens hatte Placzek mit 32 % gestern keine schlechte Quote, zweitens erinnere ich Dich an die alte Weisheit: Klasse zeigt sich nicht nur darin, dass viele Bälle gehalten werden, sondern vor allem die entscheidenden. Und genau das hat Placzek gestern getan.

    Welcher Angriffswirbel? Im Prinzip haben sie mit Kobylinska nur das Gleiche gemacht wie die Ösis die ersten 10 min gegen Südkorea mit Ivancsok & Pandza. Voll in die kleinen Leute rein. Rosiak durchwachsen. Bei der wird sich morgen der Knöchel garantiert melden. Und die RM-Starterin wird gegen D vermutlich fehlen.

    Ein Mittelblock mit Spielerinnen aus Göppingen und Solingen sollte einem selbsternannten Top5-Kandidaten eigentlich keine Sorgen machen. Außen sind sie natürlich deutlich besser als die Deutschen besetzt.

    Deine Bemerkungen verstehe ich als Ironie. Oder haben wir verschiedene Spiele gesehen? Kobylinska war überragend (9/11). Dass sie nicht Spielerin des Spiels wurde, sondern Sasaki (6/11), ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich sehe keine deutsche Rückraumspielerin, die auch nur annähernd diese Qualität hat. Rosiak hatte zwar keine gute Quote, aber gegen Ende einige der entscheidenden Tore gemacht. Und die beiden Außen, die wir ja gut aus der HBF kennen, sind mit Ihren Quoten (zusammen 8/9, wenn ich mich recht erinnere) viele sicherer als unsere Außenspielerinnen (was Du wohl auch so siehst). Ich glaube, am Montag spricht viel für Polen. Natürlich hoffe ich auf einen Sieg unseres Team, würde jedoch keinen Cent darauf wetten.

    Also beim HCL hinterlässt Fabian Kunze eine größere Lücke als nur die auf der Trainerbank. Er hat für den Verein gebrannt, und der HCL hat ihm viel zu verdanken. Besonders nach der Insolvenz hat er sehr mit angepackt und immer weit mehr gemacht, als er es hätte tun müssen.

    Es bleibt spannend, wie es weitergeht und welche neuen Impulse Erik Töpfer geben kann.

    Das sehe ich genauso. Doch offenbar musste ein neuer Impuls her, und der hat ja erstmal gewirkt. Insbesondere der Sieg in Rödertal war nicht unbedingt zu erwarten. Ob das nur ein Strohfeuer ist oder es mit dem HCL nun dauerhaft wieder aufwärts geht - das wird sich zeigen.

    Polen - Japan: Ein sehr ansehnliches Spiel, wenn auch mit vielen Fehlern auf beiden Seiten. Japan verliert erstens wegen 5 vergebenen 7m, zweiten wegen 20 Turnovers und drittens wegen der schwächeren Torfrauenleistung.

    Unsere Mannschaft muss sich gegen Polen sehr warm anziehen. Bin gespannt, wie unsere Abwehr den polnischen Angriffswirbel stoppen wird. Da ist mächtig Feuer drin: hohes Tempo und ein strikter Zug zum Tor.

    Die █ wirst du nicht mehr so oft sehen. Es ist doch schon längst seit einigen Turnieren Gang und Gäbe, mehr auf die ✌️ zu gehen.

    Die Frage ist, ob das im Sinne des Handballs sein kann. Man vergibt damit ein Instrument zur Differenzierung von Strafen, das ich für wichtig halte. Und frühe Zeitstrafen (oft für Kleinigkeiten) benutzen manche Schiris meines Erachtens als Signal: "Ich habe das Spiel im Griff, greife hart durch!" Was aber oft nur deren Unsicherheit überdecken soll.

    Es soll doch ein Turnier der besten der Welt sein oder?

    Bei einigen Gespannen hab ich da starke Zweifel.

    Und was die teilweise raushauen ( oder nicht) da würd ich als Trainer nicht an mir halten können.

    Auch Dänemark darf sich bei den Schiedsrichtern dafür bedanken, dass das Spiel noch gedreht werden konnte. Was die Schiris der dänischen Abwehr durchgehen ließen, der serbischen jedoch nicht bzw. dort ungleich härter bestraften - unfassbar ...