Ohja stimmt, da habe ich falsch zitiert, zwischen "neues" und "anderes" Gesicht besteht ein semantischer Unterschied (wenngleich in der praktischen Konsequenz es auf dasselbe hinausläuft - neuer/anderer Kader)
Nun ist es natürlich auch so, dass man Spieler mit einer entsprechenden individuellen Klasse auch "passend" machen kann. Diese Fähigkeit scheint dem THC etwas abhanden gekommen zu sein...(gelang ihm vielleicht auch in der Vergangenheit nicht immer, da fiel das aber nicht so auf, weil ein fester Spielerstamm da war, der natürlich auch strukturbildend war. Neue Spielerinnen passen sich natürlich auch vorhandenen Strukturen an)
Das Vorhaben von Müller ist nicht ganz einfach, zumal es ja mit einer europäischen Zukunft verbunden sein soll (das setzt nun mal ein gewisses individuelles Niveau der Spielerinnen voraus) - "Winnermentalität" und "Kämpferherz" suchen alle Vereine und der THC hat ja nun auch nicht eine Monopolstellung in der Vergangenheit in diesen Hinsichten als Verein gehabt.
Du versuchst, meine Bemerkungen als allgemeines Bla-Bla abzutun, weil Du nicht verstanden hast (oder nicht verstehen willst), worum es geht: Häufiger als jede andere Mannschaft der Liga hat es der THC über rund ein Jahrzehnt lang verstanden, schon verloren geglaubte Auseinandersetzungen noch zu drehen. Spontan erinnnere mich an ein Meisterschaftsfinale gegen Buxte, ein Payoff gegen Bayer, aber auch an verschiedene CL-Partien. Diese Fähigkeit, von Müller als "THC-Gen" bezeichnet, ist mehr und mehr verloren gegangen und mittlerweile völlig verschwunden. Heute ist es eher so, dass der THC immer wieder klare Führungen aus der Hand gibt.
Um es an einem konkreten Spiel zu verdeutlichen: In einem vorentscheidenden Meisterschaftspiel vor einigen Jahren hatte der THC in Metzingen das ganze Spiel über kaum ein Bein auf die Platte bekommen und lag wenige Minuten vor Schluss klar zurück. Loerper machte 58 min. lang ein überragendes Spiel, dann aber einige schwerwiegende Fehler. Wohlbold, bis dahin im Spiel wenig auffällig, trieb den THC zum Ausgleich und sagte 11 Sekunden vor Schluss sehr energisch den letzten Spielzug an, bei dem sie selbst einen Siebenmeter rausholte, der zum Sieg führte.
Gerade Wohlbold personifizierte wie kaum eine andere Spielerin dieses "THC-Gen": Die Kombination von Willens- und Nervenstärke, verbunden mit einem klaren Kopf bis zum Schlusspfiff. Und diese Fähigkeiten rissen die gesamte Mannschaft immer wieder mit und ließen sie viele Spiele auch gegen individuell stärkere Teams gewinnen. Heute ist es umgekehrt: Der THC verliert reihenweise Spiele gegen Mannschaften, denen man von der individuellen Klasse der Spielerinnen deutlich überlegen ist, oder kommt bestenfalls zu sehr mühsamen Siegen (in dieser Saison z. B. gegen Leverkusen, Bensheim, 2x gegen Oldenburg und in Rosengarten). Und hier will Müller wieder ansetzen, wie nicht nur der TA-Artikel zeigt, sondern auch seine sehr heftige Kritik am Auftritt der Mannschaft am Sonntag nach dem Spiel gegen Oldenburg (anzusehen auf youtube). Es geht um nicht weniger als um ein anderes Selbstverständnis des THC bzw. ein energisches "back to the roots". Möge es gelingen, dazu die richtigen Spielerinnen zu bekommen und ihnen das "THC-Gen" zu implementieren. Einfach wird das nicht und schnell geht das schon gar nicht!