Nachdem sich das Entsetzen gelegt hat und eine Nacht darüber geschlafen wurde, bleibt nach den ersten beiden Spielen die Erkenntnis: Deutschland steht im europäischen Handball irgendwo zwischen Platz 6 und 10 - also nach wie vor genau dort, wo frau bei den letzten Meisterschaften gelandet war. Es ist keine Entwicklung in Richtung Weltspitze zu erkennen, eher im Gegenteil. Und diesmal können Ausfälle nicht als Ausrede herhalten. Wenn im Vorfeld - wieder einmal - vom Halbfinale geredet wurde, auch mit dem Verweis, man habe dieses bei den letzten Turnieren nur ganz knapp verpasst und sei nun mal dran, dann zeugt das lediglich von einer völlig falschen Selbsteinschätzung. Hin und wieder gelingt mal ein Sieg gegen einen der Großen, aber daraus zu schließen, man sei nicht weit von der Weltspitze entfernt (wie in den letzten Jahren gebetsmühlenartig wiederholt), wurde wieder einmal ad absurdum geführt. Zur Erinnerung: Eine solche Formulierung gab es sogar, als unsere Juniorinnen vor einigen Jahren bei der WM PLatz 13 belegt hatten.
Das bedeutet aus meiner Sicht: Solange man/frau nicht aufhört, sich selbst zu beweweihräuchern, nicht endlich ehrlich zu sich selbst und den eigenen Leistungen ist, wird es kaum möglich sein, auf ein anderes Niveau zu kommen - geschweige denn in der Weltspitze mitzuspielen.