Beiträge von Löwenherz

    Das heutige Spiel war nicht hochklassig, wahrscheinlich steckte die Begegnung von gestern Abend noch in den Beinen. Kopenhagen war nach 45 Minuten stehend ko. und leistete kaum noch Widerstand. Trotz des klaren Sieges lief beim THC noch längst nicht alles zusammen, vor allem im Angriff. Koresova fehlte wieder an allen Ecken und Enden. Sie war aber in der Halle und machte einen munteren Eindruck. Eine schwerwiegende Verletzung scheint es nicht zu geben.

    Für Metzingen wird es sehr schwer gegen Kopenhagen. Die haben zwar keinen überragenden Rückraum, spielten aber heute sehr schnell (bis die Kraft alle war) und machten viele Tore über die Außen und den Kreis. Zudem haben sie eine sehr aggressive und bewegliche Abwehr, die dem THC-Rückraum das Leben zielmlich schwer gemacht hat.

    Valcea hat mich heute nicht sonderlich beeindruckt. Wenn die nicht noch ein paar Schippen drauflegen können, hat BBM gegen diese Mannschaft durchaus eine Chance. Bukarest hat das heute souverän gelöst. Habe ich richtig gesehen, dass Neagu mit auf der Bank saß?

    Offenbar hat es beim DHB endlich "Klick" gemacht! Bleibt zu hoffen, dass es nicht bei den deutlichen Worten bleibt, sondern wirklich auch Taten folgen. Der Absturz von Mannschaften wie Holland oder Spanien bei dieser EM sollte ein warnendes Beispiel dafür sein, wie schnell so etwas gehen kann.

    Maik Nowak hadert mit dem Pech unserer Mädels: "Erst verliert Deutschland 24:30 gegen Dänemark, im darauffolgenden finalen Vorrundenspiel der Gruppe kommt die aus deutscher Sicht schlechtest mögliche Konstellation durch das 35:34 der Niederlande gegen Portugal zustande - die einzige Variante, mit der Dänemark neben Deutschland in die Hauptrunde einziehen konnte ... Sinnigerweise war es der einzige dänische Sieg bei der EM - der reichte aber, um ins Halbfinale einzuziehen und Vierter hinter Europameister Ungarn, Schweden und Frankreich zu werden. Deutschland gewann drei Spiele und wurde Siebter." (https://www.dhb.de/de/redaktionsb…icht-gewonnen-/). Das ist zwar richtig, aber nur die halbe Wahrheit: Ohne das Siegtor gegen Holland 5 sek. vor Schluss wäre Deutschland gar nicht in die Hauptrunde gekommen und hätte bestenfalls Platz 9 erreichen können. Ja, Glück und Leid lagen bei diese EM oft dicht beieinander (man z. B. denke nur an den Krimi Montenegro - Slowenien), aber auf diese Schiene würde ich die Bewertung unserer Mädels auf keinen Fall abgleiten lassen. Die Mannschaft war einfach nicht reif genug für diese EM, was gewiss auch mit den vielen Verletzungen und den damit verbundenen mangelnden Einspielmöglichekieten im Vorfeld zu tun hatte. Ich bin schon jetzt gespannt auf die U18-WM im nächsten Jahr. Dort kann, ja muss die Mannschaft zeigen, dass sie besser ist als sie sich diesmal präsentiert hat.

    Bei den beiden jüngsten EM-Siegermannschaften aus Ungarn imponierte die Ausgeglichenheit, die scheinen auch einen ziemlichen Spielerpool auf hohem Niveau in den jeweiligen Altersklassen zu haben


    Ja, das war auch in diesem Turnier (und nicht zuletzt im Finale) ausschlaggebend. Der Trainer konnte wechseln, wie er wollte - er kam kein Bruch ins Spiel, das Uhrwerk lief einfach weiter. Im Finale 10 Spielerinnen mit Torerfolgen (bei Schweden 6) - das sagt schon einiges.

    Für mich gab es bei dieser EM auch einige Entdeckungen von Spielerinnen, die nicht im All-Star-Team standen. Dazu gehören u. a. Constanca Sequiera, Katarina Pandza, Johanna Farkas und durchaus auch Rebecca Rott. Mit dem All-Star-Team habe ich diesmal so meine Probleme, mich würde die Meinung von Germanicus dazu interessieren.

    Women’s 17 EHF EURO 2019 All-star Team:
    Goalkeeper: Hanna Popaja - Sweden
    Left wing: Ida Trolle Handreck - Denmark
    Left back: Tyra Axner - Sweden
    Centre back: Léna Grandveau - France
    Right back: Juliia Baeva - Russia
    Right wing: Laura Kuerthi - Hungary
    Line player: Sarah Bouktit - France
    MVP: Blanka Kajdon - Hungary

    Da stellt sich natürlcih die Frage weshalb es zu dieser Häufung von Verletzungen kommt. Überbeanspruchung schon in so jungen Jahren?

    Zur "Qualität" einer Mannschaft gehört auch immer die körperliche Fitness. Die Häufung solcher Verletzungen sprechen nicht dafür dass diese beim Deutschen Nachwuchs generell vorliegt.


    Eher falsche Beanspruchung, wie ich schon vor ein paar Tagen geschrieben habe. Für die Jugendtrainer in den Vereinen zählt leider oft weitaus mehr der Manschaftserfolg als die Entwicklung der einzelnen Spielerlerinnen. Insbesondere die Besten werden nicht selten verschlissen, anstatt sie systematisch aufzubauen - physisch, psychisch und spielerisch. Die physischen Defizite unserer Mädels zeigen sich bei dieser EM - im Vergleich zu den besten Mannschaften - insbesondere im ungenügenden Durchsetzungsvermögen im 1 gegen 1 (im Angriff wie in der Abwehr), die psychischen im fehlenden Zug zum Tor, im unbedingten Durchsetzungswillen (Ausnahmen wie Rott bestätigen nur die Regel): lieber mal tippen oder zur Seite ausweichen als den direkten Weg zum Tor zu suchen. Und die spielerischen Defizite zeigen sich nicht zuletzt in der hohen Zahl von Ballverlusten - heute allein mehr als ein halbes Dutzend völlig sinnloser Anspielversuche an den Kreis, von denen die meisten direkt in Gegentore mündeten.

    Doch abgesehen davon ist es völlig unverständlich, warum unsere Mädels heute ab der 40.Minute das Handballspielen nahezu komplett eingestellt haben und sich fast ohne Gegenwehr von keineswegs überragenden Norwegerinnen regelrecht abschlachten ließen. Allein auf den (gewiss vorhandenen) Kräfteverschleiß lässt sich dies kaum schieben. Und Nowaks Strategie mit dem Doppelwechsel Abwehr-Angriff ging voll in die Hose. Die Norwegerinnen hatten sich gut darauf eingestellt und oft schon eingenetzt, bevor unsere Abwehr stand.

    Heute war ein Sieg gegen Russland möglich! Die Abwehr stand gut, aber die unsäglich vielen Ballverluste (an denen alle Rückraumspielerinnen beteiligt waren) verhinderten ein besseres Ergebnis. Auch Rebecca Rott, unsere bisher Beste, bleib davon nicht verschont: Abspielfehler und viele Stürmerfouls (dabei allerdings einige fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen) deuteten gerade bei ihr, der Jüngsten im Team mit sehr viel Einsatzzeit, auf Verschleißerscheinungen hin. Natürlich kann man nicht alle Ballverluste unserer Mannschaft mit nachlassenden Kräften erklären. Aber auch bei vielen anderen Mannschaften zeigte sich heute, dass 5 Spieltage binnen 1 Woche bei den jungen Mädels mächtig über die Knochen gehen. Ein oder zwei Ruhetage mehr hielte ich bei U17-Meisterschaften für angemessen. Selbst beim Spiel Dänemark-Frankreich wurde streckenweise Standhandball gespielt. Am meisten spüren jene Mannschaften die hohe Belastung, die nicht über eine Bank verfügen, die eine annähernd gleiche Qualität hat wie der erste Sechser. Das wurde insbesondere bei Deutschland und Österreich sichtbar, aber auch Holland hat mächtig abgebaut.

    Zurück zum heutigen Spiel: Rena Keller hat wieder sehr gut gehalten (Leider habe ich zu den Torfrauen keine Statistik gefunden oder weiß jemand dazu mehr?) und hätte m. E. den "Best-Player"-Titel verdient gehabt. Hoffentlich hat sie sich bei der Hecht-Aktion kurz vor Spielende nicht ernsthaft verletzt.
    Schwachstellen in unserm Team sind die Außen (Maraike Kusian hatte zwar auch lichte Momente in den vorhergehenden Spielen, aber heute hatten alle vier auf diesen Positionen eingesetzen Spielerinnen fast nur Fehlwürfe) und der rechte Rückraum. Wiebke Meyer taute zwar im Laufe des Turniers etwas auf, aber ihre Fehlerquote blieb sehr hoch. Emma Hertha sehr unsicher, sehr viele Fehler und wenige Tore.
    Was ich nicht verstehe, sind die geringen Einsatzzeiten von Franziska Herzig. Ich fand sie sogar flexibler und kreativer als Sophia Cormann, die zwar viel Wirbel machte (oft auch unnötige Hektik verbreitete), aber wenig Effekt erzeugte.
    Die Schiedsrichterinnen waren heute die blanke Katastrophe. Ein völlig ungerechtfertigtes Zeitstrafenfestival, wobei vergleichbare Aktionen bei unseren Mädels mit Zeitstrafen, bei den Russinnen hingen oft mit gelber Karte oder nur mit Freiwurf oder gar nicht geahndet wurden (z. B. mehrfach sehr hartes Einsteigen gegen Rebecca Rott). Erst gegen Ende des Spiels wurde auch bei russischen Aktionen etwas härter durchgegriffen. Alles in allem waren die Schiedsrichterleistungen bei diesem Turnier bisher sehr, sehr unterschiedlich, gerade auch hinsichtlich progressiver Bestrafungen, die ich häufig überzogen fand.

    In der ersten HZ noch mit 10:5 geführt. Dann kam eine 2 Minuten Strafe vor der HZ-Pause für Deutschland und eine Kettereaktion von Fehlern. Dadurch konnten die Französinnen wieder herankommen. Das war einige Male zu beobachten, daß die Mannschaft führt und dann kommt so etwas wie ein Einbruch mit einem Fehler nach dem anderen. Schade aber trotzdem ein gutes Spiel bis 15 Minuten vor Schluß. Dann haben die Französinnen eine bessere Kondition und mehr Cleverness gezeigt.


    Ja, da hast Du recht. Die Mädels bekommen schnell weiche Knie, wenn es mal nicht läuft. Da fehlt einfach die Cleverness, wie sie Frankreich und andere Spitzenmannschaften haben. Ich glaube, unsere Mannschaften haben zu wenige Spiele vor solchen Turnieren, um Stabilität zu bekommen. Solche Spiele (wie sie Germanicus aus Ungarn berichtet hat) kann auch das beste Trainingslager nicht ersetzen.

    Nach der heutigen Niederlage gegen Frankreich hat Deutschland gar keine Chance mehr, das Viertelfinale zu erreichen, in den letzen drei Spielen wird für die Plätze 5-8. gespielt.


    Du meinst natürlich das Halbfinale. Übrigens ist Frankreich damit durch und auch Dänemark mit besten Chancen dorthin. Gut, 13 Rore sind im Handball nicht viel: Wenn z. B. Dänemark gegen Frankreich mit 7 verliert (was ich mir nach den heutigen Leistungen beider Mannschaften kaum vorstellen kann) und Russland gegen Deutschland mit 7 gewinnt, ziehen die Russinnen noch an Dänemark vorbei.

    Das beste Spiel unserer Mannschaft, aber leider hat die Kraft am Ende nicht gereicht. Ab der 45.Minute haben unsere Mädels noch 4 Tore gemacht, die Französinnen 10. So wurde es schließlich doch noch deutlich. Wenn nur 3 Spielerinnen mehr als 1 Tor werfen (bei Frankreich waren es 6), wird es schwierig, denn bei denen sind auch irgendwann die Körner alle. Die bessere Bank hat das Spiel entschieden. Keller heute besser als gegen Dänemark; sie hatte ein paar tolle Paraden, doch auch die haben nicht gereicht. Aber heute konnten die Mädels mit erhobenem Kopf unter die Dusche gehen.

    Das war knapp! 2 oder 3 Sekunden fehlten daran, dass unsere Mädels zusammen mit Portugal und damit mit 2 Punkten in die Hauptrunde eingezogen wärem. Nun geht es dorthin mit Dänemark und 0 Punkten. So eng kann es im Handball zugehen! Damit wird für unsere Mädels wohl am Edne kaum mehr als der 7. oder 8.Platz herauskommen. Aber es waren eben nur 20 richtig gute Minuten in 3 Partien - viel zu wenig, um in der Weltspitze mitspielen zu können.

    Total unakzeptables Abwehrverhalten. Die Däninnen wurden geradezu zum Torewerfen eingeladen. Zudem haben sie Überzahlsituationen - im Unterschied zu unseren Mädels - konsequent genutzt.

    Leider 2 völlig blinde Schiedsrichter, ohne jedes Gefühl für die Situation.

    Also Deutschland muß gegen Dänemark auch auf Sieg spielen, weil die Punkte in die Hauptrunde mitgenommen werden. Falls Dänemark gewinnt und sich in die Hauptrunde qualifiziert, würde Deutschland mit 0 Punkten starten.


    Das trifft nur dann zu, wenn Dänemark gegen Deutschland höher gewinnt als Holland gegen Portugal bzw. Dänemark gewinnt und Holland nicht. Also eine interessante Konstellation morgen. Am besten ist es natürlich, dass unsere Mädels gewinnen, dann kann uns alles andere egal sein. Aber das wird schwer.

    Es gab einige interessante Ergebnisse heute. Portugal seigt gegen Dänemark, Österreich schlägt Rumänien, und hat so gute Chancen, die Hauptrunde zu erreichen. Österreischs Trainerin ist übrigens die ehemalige Spielerin Simona Spiridon.


    Ja, damit war nicht zu rechnen, auch nicht mit dem Kantersieg von Schweden gegen Norwegen. In Gruppe C fallen morgen wichtige Vorentscheidungen: Wer bei GER-POR gewinnt, ist so gut wie durch, wer bei NED-DEN verliert, ist fast schon raus. Ich bin sehr gespannt, wie unser Angriff mit der aggressiven Abwehr der Portugiesinnen und unsere Abwehr mit denen quirligem Angriffsspiel zurecht kommen werden. Vor allem müssen unsere Mädels Spielmacherin Sequeira ( Germanicus, danke für den Hinweis!) in den Griff bekommen, die heute 9 Tore erzielt hat. Dieses Riesentalent steht sicher schon bei einigen Clubs auf dem Zettel.

    Ich finde es sehr wohltuend, wie kritisch Nowak mit dem Spiel unserer Mädels umgeht: „Das war eine echte Zangengeburt“, sagte Bundestrainer Maik Nowak, der trotz des Sieges forderte: „Wir müssen den Schalter schnell umlegen und die Handbremse bis morgen lösen. Das war weit davon entfernt, was wir in der Vorbereitung gezeigt haben.“ Und: „Das Spiel hatte eigentlich keinen Sieger verdient, am Ende waren wir die glücklichere Mannschaft“, meinte Nowak. (https://www.dhb.de/de/redaktionsb…um-auftaktsieg/)

    Wer hätte das gedacht!?! Die Däninnen in der Abwehr zu passiv, und als sie offensiver wurden, haben die Portugiesinnen gezeigt, wie man mit einer 5:1-Abwehr umgehen muss. Völlig verdienter Sieg mit einer überragenden Spielmacherin (leider keine Namen auf dem Trikot und auf der website des Gastgebers die Teams ohne Rückennummern).

    Da haben unsere Mädels wohl die ausgeglichenste Gruppe erwischt. Hier kann jeder jeden schlagen. Das werden noch 2 ganz schwere Spiele!

    Leider begann unsere U17 das Turnier genauso, wie es die U19beendet hatte: Mit einer Vielzahl von Fehlabspielen und schlechten Würfen, was mit häufig mit Gegentoren bestraft wurde. Im Angriff wurde zu viel hin-und-her-gespielt, es fehlte der Zug zum Tor (1 Tor in den ersten 12 Minuten). Ausnahme: Naomi Conze. Die Abwehr stand einigermaßen, auch das Rückzugsverhalten war akzeptabel.

    Schiedsrichter bisher sehr gut. Kein Zeitstrafenfetival wie bei der U19-EM, sondern das Mittel der gelben Karten voll ausgereizt.

    Edit: Auch die 2.Hz war nicht berauschend, aber immerhin wurde das Spiel gewonnen (gewissermaßen die Revanche für die 1-Tore-Niederlage der U19 gegen Holland). Im Angriff weiterhin ohne Ideen. Als die Holländerinnen nach dem 20:17 zur offensiven Abwehr übergingen, fiel den Mädels vorn gleich garnix mehr ein und die Fehler häuften sich wieder. Keller zurecht als beste Spielerin ausgezeichnet; endlich mal wieder eine deutsche Torfrau, die auch ein paar Bälle von außen hält. Kampfgeist und Einsatzbereitschaft kann man der Truppe nicht absprechen. Es scheint mir auch, dass da etwas mehr Feuer drin ist als in der oft etwas lethargisch wirkenden U19. Doch wenn sich der Angriff nicht bedeutend steigert, wird ein vorderer Platz kaum möglich sein.

    Holland machte auf mich keinen besonders starken Eindruck. Es würde mich wundern, wenn die Mannschaft in diesem Turnier weit vorn landet.