Anstatt sich kritisch mit der erbrachten Leistung auseinanderzusetzen und Konsequenzen zu ziehen, wird von Marielle Bohm in der Auswertung auf "Friede, Freude, Eierkuchen" gemacht: Die Platzierung entspräche "deutlich nicht dem, was wir hier an Leistung in den einzelnen WM-Spielen abgeliefert haben" (Handballwoche 29/18, S.29), und: "Wir können festhalten, dass wir trotz des 13. Platzes nicht weit weg von der Weltspitze sind." Hier wird sich kräftig in die Tasche gelogen! Die Mannschaft ist meilenweit weg von der Weltspitze und die Fakten, von denen nicht nicht einer angesprochen wird, liegen klar auf der Hand (ohne Gewichtung und ohne Vollständigkeit):
- Nachteile in der Physis und damit geringes Durchsetzungsvermögen vieler Spielerinnen gegenüber den Spitzenmannschaften
- schmales Wurfrepertoire und geringe Treffsicherheit der meisten Spielerinnen (z. B. bei 7m letzter Platz mit 57,1% - noch hinter Ägypten; vom Kreis 21. Platz mit 62,7%, aus dem Rückraum Platz 16 mit 34,1% - die besten Mannschaften liegen hier zwischen 45% und 52%; die Ausnahme bilden ausgerechnet die Flügel mit Platz 4 und 60,7%)
- überwiegend monotones, ausrechenbares Angriffsspiel mit wenig überraschenden Ideen und insgesamt zu wenig Tempo
- oft unsauberes Abwehrverhalten (20. Platz in der Fairplaywertung).
Wenn Marielle Bohm sagt, die Mannschaft habe stets das Maximum aus sich herausgeholt, dann kann man ihr das durchaus bestätigen. Aber damit widerlegt sie sich letztlich selbst. Denn dieses Maximun hat eben zu nicht mehr als zum 13.Platz gereicht. Bleibt zu hoffen, dass wenigstens hinter den Kulissen Klartext gesprochen wird und die richtigen Schlussfolgerungen gezogen werden. Da habe ich allerdings so meine Zweifel ...