12.02.2006 - Von Gummersbach über Eppelheim nach Hamburg
Ein einziges Spiel und dann steht der Sieger im Rampenlicht der Deutschen Pokalendrunde. Das FInal Four ist inzwischen eine feste Einrichtung in Hamburg, das direkte Duell der letzten vier Mannschaften weckt jedes Jahr ein großes Medien- und Zuschauerinteresse. Das wissen natürlich auch die Spieler und Verantwortlichen der SG Kronau-Östringen und des VfL Gummersbach, wenn diese beiden Klubs am Dienstagabend in der Rhein-Neckar-Halle in Eppelheim (20 Uhr) im Viertelfinale um die Fahrkarten nach Hamburg und den Eintritt in die ausverkaufte Color-Line-Arena kämpfen.
"Als Aufsteiger will man in erster Linie in der Meisterschaft nichts mit dem Abstieg zu tun haben", sagt zum Beispiel Uli Schuppler, der Manager in Kronau-Östringen, "inzwischen sind wir auf den Geschmack gekommen und haben Lunte gerochen". Eigentlich hätte die SG gerne vor über 10 000 Fans in der SAP-Arena in Mannheim diesen Pokalhit ausgetragen, der als attraktivste Paarung dieser Runde live im Deutschen-Sportfernsehen übertragen wird, doch dort gab es keinen freien Termin. Das Motorcross-Spektakel "Night of der Jumps" war schon lange gebucht, auch eine Verlegung des Spiels war nicht möglich. So spielen die Rhein-Neckar-Löwen wieder in ihrer gewohnten Umgebung in der Nähe von Heidelberg. "2000 von den 3000 Karten haben wir schon verkauft", so Uli Schuppler, der mit einem ausverkauften Haus rechnet.
Auf die Verletzung von Leistungsträger Oleg Velyky, der sich bei der Nationalmannschaft einen Kreuzbandriss zuzog und sechs Monate ausfällt, hat die SG schon reagiert. Kurzfristig wurde von der HSG Wetzlar der Franzose Christian Caillat verpflichtet. Trainer Juri Schewzow hatte ansonsten fast sein komplettes Kader in den letzten Wochen zusammen, nur der polnische Torwart Slawomir Szmal und der eingebürgerte deutsche Nationalspieler Andrej Klimovets fehlten in der Vorbereitung.
Zur Situation beim VfL gab Trainer Velimir Kljaic Auskunft.
Herr Kljaic, wie ist die Stimmung?
Die Spieler, die bei der Europameisterschaft in der Schweiz waren, hatten drei oder vier Tage frei. Sie sollten ausspannen. Wir hatten eine gute Stimmung auf den wenigen gemeinsamen Trainingseinheiten, alle sind fleißig, ich kann nicht klagen. Nur Daniel Narcisse hatte Stress durch einen Streik in Frankreich, er kam später, weil er mit der Bahn nach Gummersbach anreiste. Er war trotzdem gut drauf, er ist ja Europameister geworden.
Wie erging es den anderen Gummersbachern in der Schweiz?
Unsere beiden Isländer hatten knapp das Halbfinale im Spiel gegen Norwegen verpasst und waren natürlich enttäuscht. Allerdings waren in ihrem Team beide Linkshänder verletzt, so hielt sich der Frust in Grenzen. Unsere beiden deutschen Nationalspieler kamen gesund und ausgeglichen nach Hause, sie können ja auch mit dem fünften Platz zufrieden sein. Unser Norweger Steinar Ege ist ebenfalls fit.
Die Vorbereitung auf das erste Spiel machte somit nur die halbe Mannschaft mit, ist das ein Nachteil?
Das ist relativ. Wetzlar muss Neuzugang Christian Caillat einbauen, dort feht mit Oleg Velyky ein ganz wichtiger Mann. Er ist ein kompletter Spieler, er macht immer viele Tore und harmoniert vor allem mit den Kreisläufern Klimovets und Torgowanow. Der Ausfall ist sicher ein Vorteil für uns, jetzt sind die Aktionen von Kronau-Östringen begrenzter.
Und welche Rolle spielt die kleinere Halle in Eppelheim?
Ich hätte lieber in Mannheim gespielt. Das hätte mehr Geld für den VfL gebracht. Ansonsten bin ich der Meinung, dass nicht die Zuschauer ein Spiel entscheiden, sondern die Spieler.
Wie ist die personelle Lage?
Cedric Burdet wurde am Donnerstag noch einmal an der Hand operiert. Wir bemühen uns jetzt mit juristischer Hilfe von Andreas Thiel intensiv um eine Freigabe von Denis Zacharow. Wir haben alle Unterlagen eingereicht und hoffen, dass es bis Mittwoch klappt. Der 15. Februar ist der letzte Termin für einen Wechsel in dieser Saison. Je früher die sportliche und sprachliche Integration beginnt, um so besser. Am Dienstag spielt er aber auf keinen Fall.
Quelle: http://www.vfl-gummersbach.de