Moin,
meine Meinung zu einigen angesprochenen Punkten:
- Aufnahmerituale dieser Art sind nicht schön und haben in der heutigen Zeit nix mehr verloren
- die Flensburger Akademie wird jedoch nicht die einzige Sportstätte sein, in der so etwas üblich ist, das macht die Sache jedoch bei weitem nicht besser
- wenn den Eltern wirklich die Gebühren nur gegen Stillschweigen erlassen wurden, find ich das schon ziemlich unverfroren - vor allem dann, wenn es eben keinen Zweifel an den Vorkommnissen gibt
- ob man Jugendliche ab 18 Uhr ohne regelmäßige Aufsicht lassen kann, halte ich für fraglich, aber eine Aufsicht, die ja nun bei weitem keine dauerhafte Bewachung ist, hätte das Ritual kaum verhindern können. Jugendliche und junge Erwachsene sind sehr kreativ im Austricksen von Regeln und es finden sich immer Gelegenheiten, in denen die Aufsichtsperson eben nicht alle Bewohner unter Kontrolle hat
- der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist aus SG Sicht natürlich nicht günstig, jedoch glaube ich weder, dass die Veröffentlichung Unruhe in den Profikader bringt (dafür sind die Herrschaften viel zu „weit weg“), noch glaube ich, dass der THW die Veröffentlichung jetzt forciert hat. Natürlich wird das Thema etwas Unruhe und Mehraufwand für die Geschäftsstelle bedeuten, aber weder Trainer noch Spieler werden mit direkten Presseanfragen bedrängt werden
- der THW-Medienpartner hat das Thema jetzt nicht ans Licht gezerrt, sondern auf einen Bericht im Spiegel reagiert. Da in der Medienwelt nun auch die Anzahl der Klick wichtig sind, wäre ein Nichtreagieren eher untypisch, denn auch der NDR muss irgendwie Geld verdienen und mit einem Thema, was bereits vor drei Jahren dort bearbeitet wurde, mag dies vielleicht deutlich einfacher gehen, als wenn man jetzt aktuell was neues recheriert
Generell halte ich eine öffentliche Aufarbeitung für sinnvoll. Dies wird zwar nicht dem Betroffenen Ex-Handballer wirklich helfen, aber was hilft vielleicht anderen, die ähnliche Rituale über sich ergehen lassen mussten zu verstehen, dass es helfen kann an die Öffentlichkeit zu gehen. Ebenso sieht vielleicht der ein oder andere ein, dass diese Rituale in der Gesellschaft nicht vorbehaltlos hingenommen werden.
Glück auf
smoerf