Vor gut zehn Jahren hatte die HBL den Offiziellen und Spielern untersagt sich innerhalb von 48 Stunden nach Spielende über die Schiedsrichter zu äußern. Das ist in dieser radikalen Form zum Glück schnell wieder zurückgenommen worden, aber manchem Akteur möchte man ans Herz legen, diese nicht mehr existente Regel zumindest für sich selbst wahrzunehmen.
Zumal sich Bob Hanning seiner exponierten Rolle bewusst sein muss. Er war von 2013 bis 2019 Vorsitzender der Schiedsrichterkommission und weiß daher genau welche Anforderungen an die Schiedsrichter gestellt werden und welcher Druck durch mediale Berichterstattung von außen auf sie erzeugt wird. Zudem weiß er, dass seine medialen Äußerungen in der deutschen Medienlandschaft Widerhall finden. Es macht einen großen Unterschied, ob Bob Hanning sch über Schiedsrichterleistungen äußert oder z.B. Benjamin Matschke.
Damit will ich gar nicht sagen, dass es Bob Hanning nicht zustünde sich auch öffentlich über die Schiedsrichter und ihre Leistungen zu äußern. Aber er muss sich der Tragweite seiner Äußerungen bewusst sein und seine Worte dementsprechend wählen. Unmittelbar nach dem Spiel bin ich persönlich noch davon ausgegangen, dass er schlicht versuchen wollte die Diskussionen vom spielerischen Einbruch seiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit wegzulenken. Aber da er auch zwei Tage später immer noch verbal nachlegt und den inhaltlich und sportrechtlich völlig unsinnigen Einspruch aufrechterhalten will, anstatt Worte der Entschuldigung zu finden, frage ich mich was wirklich dahintersteckt. Steht Bob Hanning in Berlin so sehr unter Druck? Sind die sportliche und wirtschaftliche Entwicklung für die Zukunft so angespannt? Sehnt er sich so sehr nach einer Deutschen Meisterschaft, bevor er sich in ein paar Jahren bei den Füchsen Berlin zurückzieht?