Zum gestrigen Spiel der Bericht von Eurosport.de
Die erneut personell geschwächten deutschen Handballer haben einen glänzenden Start ins neue Jahr hingelegt. 13 Tage vor dem Eröffnungsspiel der Heim-WM gewann der EM-Fünfte in Debrecen Ungarn mit 23:20 (10:13).
Mit dem Sieg gegen den Olympia-Vierten im ersten von drei Test-Länderspielen vor dem WM-Auftakt gegen Brasilien haben die deutschen Handballer trotz mangelnder Durchschlagskraft im Angriff Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben getankt.
Beste Werfer in der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) waren vor 7.400 Zuschauern in der Fönix-Halle Christian Zeitz (Kiel/6) und Sebastian Preiß (Lemgo/6).
Große Personalsorgen
Die deutsche Mannschaft reiste mit großen Besetzungssorgen aus dem Trainingslager in Herrsching am Ammersee nach Ungarn. Sorgenkind Oleg Velyky (Kronau/Östringen) leidet noch immer unter den Folgen eines Bänderrisses im linken Fuß. Der WM-Einsatz des Rückraumspielers ist noch ungewiss und soll erst unmittelbar vor dem Turnier entschieden werden.
Auch Florian Kehrmann verzichtete nach seinem Mittelhandbruch auf die Reise nach Debrecen und Budapest. Der Lemgoer Rechtsaußen ließ sich in Herrsching ebenso wie sein Clubkollege Markus Baur, der wegen einer Reizung im Fuß geschont wurde, medizinisch und physiotherapeutisch behandeln.
Außerdem blieben Rolf Hermann (Nervenreizung im Arm), Holger Glandorf (Gesichtsverletzung) und der angeschlagene Torhüter Carsten Lichtlein (Lemgo) in Bayern und trainierten dort mit Co-Trainer Martin Heuberger. Dafür hatte Bundestrainer Brand kurzfristig den Göppinger Rechtsaußen Christian Schöne nachnominiert.
Spielerische Linie hat gefehlt
Im zerfahrenen Auftaktdurchgang agierte die DHB-Auswahl zwar motiviert und engagiert, doch fehlte fast durchgängig die spielerische Linie. Sowohl der Göppinger Michael Kraus als auch Michael Haaß von der SG Kronau/Östringen erreichten auf der Spielmacher-Position nicht das Niveau von Baur. Und schon früh musste der WM-Gastgeber mit einem weiteren personellen Handicap zurecht kommen. Wegen einer Blessur am linken Oberschenkel wurde Kreisläufer Andrej Klimowets (Kronau/Östringen) ausgewechselt und konnte nicht mehr ins Spiel zurückkehren.
Brand nahm schon nach zehn Minuten beim Stand von 1:5 eine Auszeit, um seine Akteure wachzurütteln. Danach lief es zwar etwas besser im deutschen Spiel, doch die mangelnde Chancenverwertung von nur 34 Prozent ließ keine Aufholjagd zu Stande kommen. Der zuletzt in seinem Verein THW Kiel zur Nummer drei degradierte Torhüter Henning Fritz bot eine solide Leistung, konnte aber den 10:13-Rückstand zur Pause nicht verhindern.
Eine Steigerung in der Abwehr brachte nach Wiederanpfiff die Wende. Vor allem Oliver Roggisch (Magdeburg) und Preiß im Mittelblock sowie der aufmerksame Zeitz blockten und unterbanden die Angriffe der Ungarn. So ließ das DHB-Team nur sieben Gegentreffer in 30 Minuten zu und ebnete damit den den Weg zum Erfolg.