Beiträge von topha

    Was ich mich bei der Meldung gefragt habe: Ist er denn so gut, dass er bei Vardar wirkliche Chancen hat zu spielen? Bei der Reportage damals hat doch AG gesagt, dass Ferreira auf Empfehlung des Brasilianischen Trainers kam, weil er eben außerordentliche körperliche Voraussetzungen mitbringt. Er hatte wohl zu dem Zeitpunkt erst vor 3 Jahren mit dem Handball angefangen..

    Für den ein oder anderen interessant, der sich mehr Informationen aus Studien wünscht. Auf Zeitonline hat ein Kommentator (Heinerlein) die Aufgabe der Journalisten übernommen und sich mal Studien von dem zitierten Prof. Cachay vorgenommen (Handball: Verspätete Willkommenskultur | ZEIT ONLINE)

    Also jetzt nochmal ein "safterer" Artikel, um die Gemüter zu beruhigen (ganz schwach). Wenn ich mir jetzt anschaue, wofür der Autor Argumente hat, dann könnte man dies doch auf folgendes Statement zusammendampfen:

    "Der Handball hat die Chance verschlafen seinen Nachwuchs- und Mitgliederschwund durch Migranten ausgleichen zu können und hat dies erkannt"

    Chapeau für diese Feststellung, da wie hier schon in den vorherigen Posts das Thema diskutiert wurde. Man kann sich natürlich mit den Faktoren beschäftigen, welche dazu führen bestimmte Sportarten zu wählen und welche Rolle Migration dabei im Speziellen einnimmt. Dies kann man sicher auch auf andere Sportarten beziehen (Der Autor hat ja ironischerweise auch bei Twitter die nächsten Verdächtigen).

    Sicherlich alles löblich und interessant. Jetzt will ich mal ne steile These aufwerfen, die ja bereits aus der Bildung kennen. Dies bitte auch nicht nur auf Migranten beziehen! Jeder hat da sicher seine eigenen "Idealpunkt", aber ich würde dies gern mal zur Diskussion stellen:

    "Ist es fair gegenüber (prinzipiell) Interessierten, dass (verhältnismäßig) mehr Ressourcen dafür aufgewendet weniger Interessierte zu ködern? Wären diese Ressourcen nicht besser aufgehoben diese Interessierten weiter zu fördern?"

    Übersetzt bei der Bildungsdiskussion:"Wie fair ist es den weniger Begabten mehr Ressourcen der Lehrer zukommen zu lassen, wenn darunter die Begabteren leiden?" Dies ist ja eine bekannte Diskussion bei Inklusions- und Flexklassen (wie sie nicht alle heissen). Aber auch an der Uni stellt man sich ja die Frage bei der Größe von Studiengängen, Betreuungsverhältnis oder bei der Bewertung von wissenschaftlichen Arbeiten.

    Beim Handball/ DHB etc. haben wir begrenzte Ressourcen (Geld, Ehrenämter, Jugendtrainer etc.) für die Mitgliederwerbung. Wenn ich jetzt aber merken sollte, dass ich bestimmte Zielgruppen nur erreiche, wenn ich viel mehr Ressourcen aufwende (Zeit oder Geld), dann finde ich es legitim sich zu fragen, ob es das mehr rechtfertigt. Ergo: Wenn ich jetzt statt 4 lieber 6 gewinnen möchte, wie hoch ist der zusätzliche Aufwand, den ich dafür treiben müsste? In den WiWi spricht man von Grenzkosten/ Grenznutzen oder auch im Sinne der Effizienz vom Pareto-Prinzip (80/20 Regel).

    Nochmal zur Klarstellung: Ich will hier keinen ausschließen oder diskriminieren. In Zeiten klammer Kassen und wenig medialer Aufmerksamkeit, muss man sich solche Fragen aber auch durchaus stellen (imho). Das macht jedes Unternehmen, jeder selbstständige, jede Privatperson (Prioritäten setzen).

    Also, wie fair ist fair?

    Also lt. Twitter sind die Füchse an dem norwegischen Kreisläufer Petter
    Överby von Elverum interessiert. Er hat auch bei der EM gespielt,
    wieviel kann ich aber nicht sagen:


    "According to @Ostlendingen: @FuechseBerlin is interested in norwegian
    LP from @ElverumHandball, Petter Øverby (23). " (@Hballtransfers)

    Handballfan70, vielleicht gibt es ja auch Studien für andere Sportarten/ Sportartenübergreifend. Da könnte sich ein Blick lohnen.

    Ansonsten denke ich kann man die Äußerungen hier in zweierlei Richtungen einteilen:

    1.) Beurteilung des Artikels unter Einbeziehung der eigenen Erfahrungen als Argumente
    2.) Generelle Gedanken, wie man Handball auch für Leute interessant macht die vorher nix damit am Hut hatten.

    Beide haben ihre Berechtigung, vielleicht sollte man die Punkte unter 2. separat in einem neuen Thread diskutieren. Hier machen sich ja die meisten erstmal Luft ;)

    Interessant finde ich, dass hieran z.T. die Steitkultur in den Medien/ Kommentaren angeprangert wird. Vorab: Persönliche Beleidigungen gehören für mich absolut nicht dazu.

    Aber der Autor muss sich meiner Meinung nach (mindestens) folgendes vorwerfen lassen:

    1.) Er spricht von Stilmittel der Provokation/ Überspitzung um einen Tabubruch zu erzielen. Hier ist er imho weit über sein Ziel hinaus geschossen. Er hat nicht nur provoziert sondern pauschal beleidigt.

    2.) Er präsentiert seine These, dass der Handball ein Integrationsproblem hat. Seinen Beweis zieht er aus den Vornamen der Spieler der Nationalmannschaft. Dies ist aus zweierlei Gründen ungenügend: 1.) Zu kleine Grundgesamtheit als Beobachtungsgrundlage 2.) ist die Messung der Integration über die Vornamen nicht "valide". Also hat er seine These nicht wirklich bewiesen bzw. mit ausreichend Argumenten unterlegt. Er präsentiert aber gleichwohl seine Ursache ("kartoffeldeutsche" Sehnsüche usw.)

    3.) Er verdreht Ursache und Wirkung in seiner pauschalen Unterstellung, dass der Sport nun medial so gewürdigt wird weil es typisch deutsche Gelüste anspricht.

    Mit der Interstellung des latenten Rassismus aller am Handball beteiligten Akteure hat er eben nicht nur provoziert sondern auch Jugendtrainern seinen Respekt abgesprochen. Insofern hat er für mich auch jeglichen Anspruch auf ein "konstruktives Streitgespräch" verwirkt. Denn das ist gekennzeichnet durch gegenseitigen Respekt. Wenn er jetzt nach "Zahlen an der Basis" fragt, dann hat er vorher seinen Job nicht gemacht und wollte nur blind sticheln. Ich bin gespannt, was für ein Artikel nachgelegt wird und ob dann Gezeigt wird, dass der Handball ein systematisches Problem mit Integration hat. Den Beweis bleibt er ja (s.o.) schuldig.

    Hast Du Links dazu?

    Moritz Fürste: https://t.co/WO3E56Vmxq

    Kretsche hat sich auch geäußert a la er hat den Text dieses Vollidioten gelesen will ihm aber keine Publicity geben

    Bohmann hat den Artikel auch bei Facebook kommentiert (Zeit Online)

    Und offenbar macht der Artikel so viel Wind, dass die Zeit nochmal nachlegen will ("Es gibt z.T. starke Kritik an @WEilenberger-Kolumne. Werden Handball und Diversität deshalb noch einmal aufgreifen bit.ly/1Q8pJ6a")


    Er selbst spricht mittlerweile von einem kalkulierten Tabu-Bruch, der diskursöffnend wirken sollte.

    So viel Sinnloses Gebashe des Sports und deren Spieler, sowie die Unterstellung das mediale Echo ist nur durch erfüllte urdeutsche Sehnsüchte zustande gekommen. Für diese Frage.. Klar kann man nach Ursache fragen.. Bei einem Sport der seit Jahren Nachwuchsprobleme hat und nicht gerade "hip" ist. Sicher hat das auch damit zu tun, wie bekannt der Sport in der Heimat ist. Als ich in Australien war, habe ich dort ebenfalls Handball gespielt und wäre nicht auf die Idee gekommen mit Cricket oder Rugby anzufangen..

    Ich habe auch eine Weile darüber nachgedacht und durchaus kann man irgendwo Satire erkennen, aber eine richtige Pointe hat der Text nicht. Ich habe mich gefragt, ob er uns damit "zeigen will", dass man nicht alles "politisieren" sollte bzw. wie absurd das ist. Allerdings weiß ich nicht, warum hier der Handball herhalten sollte. Und es fehlt mir irgendwie eine Pointe o.Ä.

    Auf Twitter hat er den Artikel übrigens folgendermaßen "beworben":

    "Meine kleine Probebohrung in die aktuale Volksbefindlichkeit - insbesondere die Kommentare sind lesenswert. zeit.de/sport/2016-02"

    Und eben gab es noch ein Statement
    "Die Frage dahinter lautet: Was macht einen Sport integrationsresponsiv? Hat der Handball da ein Problem? Wenn ja, wo liegt es? #alternativen"

    Damit hat sich meine erste Vermutung nicht bestätigt

    Ich bin ehrlich gesagt gespannt, wie der DHB/ die HBL jetzt reagieren. Der aktuelle TV-Vertrag läuft 2017 aus und man befindet sich mit dem EM-Sieg zunächst in einer guten Position. Wird man versuchen (teilweise) in die ÖR zu kommen? Wird man mit Sport1 weitergehen (oder einem anderen frei verfügbaren Privat-Sender)? Wird man ein eigenständiges Angebot platzieren?

    Hier ist mir der Satz von Hr. Brink besonders in Erinnerung geblieben: Man muss auch den Mut & Willen haben eine Sportart medial zu "entwickeln" und nicht nur die Ernte (Quoten) einfahren, wenn es gerade mal passt. Das hat kürzlich ja erst NFL auf Pro7 Maxx gezeigt. Heisst aber im Umkehrschluss aber auch, dass man über das "Bisherige" nachdenken muss. Denn dann reichen auch keine 5-10 Minuten in der Sportschau. Weil ich den ÖR aber keine (innere) Innovationsfähigkeit zutraue, bin ich bei dir Capitano, dass ich die HBL lieber nicht (hauptsächlich) in den ÖR sehen will. Ich befürchte dort wird es irgendwo "reingequetscht" und geht dort eher unter. Da braucht es Leute, die willens sind sich wirklich Gedanken zu machen und dies auch durchzusetzen in den starren Strukturen.

    Wahrscheinlich würde ich eine Kombination der 3 bevorzugen. Jedes hat so seine Vorzüge und man könnte sicher das "Beste" rausholen. Aber im Umkehrschluss muss man sich auch fragen, wie willens (und kompetent) man jetzt beim DHB/ HBL ist/ wäre. Natürlich bedeutet die Kombination auch Abstriche bzgl. (garantierter) Einnahmen. Vielleicht geht man auch ins Risiko und vereinbart bestimmte Summen in Bezug auf einen erreichten Zuschauerschnitt, was dann beide Seiten dazu motivieren würde die Übertragungen zu pushen.