Also jetzt nochmal ein "safterer" Artikel, um die Gemüter zu beruhigen (ganz schwach). Wenn ich mir jetzt anschaue, wofür der Autor Argumente hat, dann könnte man dies doch auf folgendes Statement zusammendampfen:
"Der Handball hat die Chance verschlafen seinen Nachwuchs- und Mitgliederschwund durch Migranten ausgleichen zu können und hat dies erkannt"
Chapeau für diese Feststellung, da wie hier schon in den vorherigen Posts das Thema diskutiert wurde. Man kann sich natürlich mit den Faktoren beschäftigen, welche dazu führen bestimmte Sportarten zu wählen und welche Rolle Migration dabei im Speziellen einnimmt. Dies kann man sicher auch auf andere Sportarten beziehen (Der Autor hat ja ironischerweise auch bei Twitter die nächsten Verdächtigen).
Sicherlich alles löblich und interessant. Jetzt will ich mal ne steile These aufwerfen, die ja bereits aus der Bildung kennen. Dies bitte auch nicht nur auf Migranten beziehen! Jeder hat da sicher seine eigenen "Idealpunkt", aber ich würde dies gern mal zur Diskussion stellen:
"Ist es fair gegenüber (prinzipiell) Interessierten, dass (verhältnismäßig) mehr Ressourcen dafür aufgewendet weniger Interessierte zu ködern? Wären diese Ressourcen nicht besser aufgehoben diese Interessierten weiter zu fördern?"
Übersetzt bei der Bildungsdiskussion:"Wie fair ist es den weniger Begabten mehr Ressourcen der Lehrer zukommen zu lassen, wenn darunter die Begabteren leiden?" Dies ist ja eine bekannte Diskussion bei Inklusions- und Flexklassen (wie sie nicht alle heissen). Aber auch an der Uni stellt man sich ja die Frage bei der Größe von Studiengängen, Betreuungsverhältnis oder bei der Bewertung von wissenschaftlichen Arbeiten.
Beim Handball/ DHB etc. haben wir begrenzte Ressourcen (Geld, Ehrenämter, Jugendtrainer etc.) für die Mitgliederwerbung. Wenn ich jetzt aber merken sollte, dass ich bestimmte Zielgruppen nur erreiche, wenn ich viel mehr Ressourcen aufwende (Zeit oder Geld), dann finde ich es legitim sich zu fragen, ob es das mehr rechtfertigt. Ergo: Wenn ich jetzt statt 4 lieber 6 gewinnen möchte, wie hoch ist der zusätzliche Aufwand, den ich dafür treiben müsste? In den WiWi spricht man von Grenzkosten/ Grenznutzen oder auch im Sinne der Effizienz vom Pareto-Prinzip (80/20 Regel).
Nochmal zur Klarstellung: Ich will hier keinen ausschließen oder diskriminieren. In Zeiten klammer Kassen und wenig medialer Aufmerksamkeit, muss man sich solche Fragen aber auch durchaus stellen (imho). Das macht jedes Unternehmen, jeder selbstständige, jede Privatperson (Prioritäten setzen).
Also, wie fair ist fair?