Die Diskussion um Kim Eckdal ist wieder einmal typisch deutsch.
Einem jungen Menschen kommen Zweifel, ob Profihandballer das richtige ist. Das haben viele junge Menschen. Ich glaube, dass in Deutschland fast jeder zweite sein Studium abbricht und jeder vierte seine Ausbildung abbricht.
Der junge Mensch geht zu seinem Verein und bittet, den Vertrag ruhen zu lassen. Das ist keine Vertragsbruch, sondern eine gegenseitige Absprache.
Der junge Mensch schaut sich die Welt. In Frankreich, wo ein Teil seiner Familie herkommt, gefällt es ihm besonders. Dort hatte er auch schon früher bei Nantes Handball gespielt.
Nach einigen Monaten merkt er, dass ihm das Handballspielen fehlt. Vermutlich merkt er auch, dass man vom Handball gut leben kann.
Der junge Mensch liebäugelt damit, in Paris Handball zu spielen. Er wird gefragt, ob er bei seinem alten Verein einspringen kann. Dass tut er. Der Vertrag ruht nicht mehr.
Der junge Mensch möchte etwas gutes tun und spendet drei Monatsgehälter für Projekte, die seine Fans bestimmen können.
Jetzt könnte man sagen:
1. Er hat viel ausprobiert und nachgedacht. Er wusste halt nicht so richtig was er will.
2. Er verzichtet auf Geld und will Gutes tun.
3. Das kommt im Sport selten vor (Messi und co)
4. Insgesamt ein toller junger Mann mit einer sozialen Ader der neugierig ist auf die Welt.
Was sagen viele hier im Forum:
Er spielt für die Scheichs.
Wer so viel Geld verdient kann ja auch viel spenden.
Er ist nicht konsequent.
Ich finde es toll, was er macht. Ich finde es konsequent, wenn er sein Handeln und seinen Lebensweg hinterfragt. Ich finde es toll, dass er seine drei Monatsgehälter spendet. Er ist als Handballer kein Einkommensmillionär und wird nach dem Ende seiner Karriere auch noch arbeiten müssen.
Ich finde es unangemessen, wenn man von einem jungen Menschen verlangt, dass er nur weil er Geld spendet und zeitweise keine Lust auf Handball hatte, sein ganze handeln nur nach moralischen Maßstäben ausrichtet. Wenn er Bock auf Paris hat, ist das vollkommen in Ordnung.