Beiträge von Ortenauer

    Das ist richtig. Allerdings sitzen im lokalen Gesundheitsamt auch nicht die großen Experten, egal in welche Richtung die jeweils tendieren. Man sieht ja an dem bundesweiten Echo, dass viele anders entschieden hätten, darunter vermutlich auch andere Gesundheitsämter. Dass man etwas probieren möchte ist ja ok, aber 13000 sind für den Geschmack vieler einfach viel zu hoch gegriffen, um etwas im ersten Versuch zu probieren. Im Endeffekt handelt es sich in der geplanten Dimension um eine ähnliche Veranstaltung mit ähnlichen Problemen wie bei einem Fußballspiel. Und die sind in nächster Zeit eben nicht genehmigungsfähig. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass in Düsseldorf auch lokaler Wahlkampf ist. Vielleicht spielt ja auch das eine Rolle. Keine Ahnung. Einen Test mit 2000 Leuten hätte ich ja noch verstanden, aber hier will man ja gleich beim ersten Test mit Gewinn rauskommen.

    Eine „Augen zu und durch“-Aktion basierend auf dem Prinzip Hoffnung ist sehr wahrscheinlich auch zum Scheitern verurteilt. Du springst ja auch nicht aus dem Flugzeug, in der puren Hoffnung, dass sich der Fallschirm öffnet, sondern weil aufgrund von Erfahrungen und Techniken, die in der Vergangenheit gemacht bzw. erlernt wurden, mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass sich der Fallschirm öffnen wird.

    Noch sind die Zahlen nicht besorgniserregend, sondern deren Tendenz und Dynamik. Dass da keiner sagt, jawohl, Ihr dürft in 7 Wochen vor 50% Zuschauern spielen, sollte jedem klar sein. Davon unabhängig finde ich Handball nicht nur dann attraktiv, wenn er professionell betrieben wird. Nicht falsch verstehen, auch ich wünsche mir, dass es alle Vereine finanziell überleben werden. Falls nicht, ist es aber nicht der Untergang der Sportart. In fast allen anderen Sportarten sind in den jeweiligen 1. Ligen auch nur Amateure beteiligt. Sportlich würde also irgendwie weiter gehen. Natürlich nicht so wie wir uns das wünschen und auch gewohnt sind.

    Gedanklich hält er sich damit über Wasser, dass das DFL-Konzept vor allem wegen der An-/Abreise-Thematik als nicht ausreichend erachtet wird. Dabei hat er ein viel größeres Problem, da Handball nun mal in geschlossenen Räumen stattfindet und die Zuschauer nicht schweigend auf den Plätzen sitzen werden. Daran sollte er sich mal abarbeiten.

    Bohmann zum Thema Betriebskonzept Handball Bundesliga, noch gibt es keine Einigung:

    "Das war noch mal sehr intensiv. Es gab viele Rückfragen. Wir müssen verschiedene Seiten glücklich machen, das ist schon aufwendig", sagte der 55-Jährige.
    Quelle: 301 Moved Permanently

    Na, das ist doch eine Ansage, hoffen wir, daß er wirklich alle glücklich macht :D


    Aufgrund der steigenden Zahlen durch den Sommer-Ischgl-Effekt werden ihm vermutlich die meisten Entscheidungen sowieso abgenommen. Für mich ist es derzeit leider nur schwer vorstellbar, dass man mit zahlenden Zuschauern in die Saison startet.

    Am Wochenende gab es einen 31:29 Sieg gegen Schaffenhausen.
    Bester Torschütze James Junior Scott mit 5 Toren, das macht doch schon mal Lust
    auf mehr. Ich denke das Baden-Württemberg Turnier wird zeigen wie weit die
    Truppe ist, wie sie ohne Martin auskommt und wo eventuell die Reise in der 1.
    Liga hingeht. Ob Sie nur gegen den Abstieg spielt oder es eine „ruhige Saison“
    (in Sachen Klassenerhalt) wird.


    Naja, das Turnier könnte maximal einen Hinweis geben, wie der Anfang der Saison verlaufen könnte. Letzte Saison war der Start ja auch prima und nach der Rückkehr von Martin Strobel (nur Zeitpunkt gemeint, nicht Strobel‘s Leistung) wurde es richtig zäh.


    @ Ortenauer: Bei dem Spiel in Frankreich hat es wohl keinen interessiert, dass die Leute ohne Mundschutz da saßen.


    Genau das führt ja jedes noch so perfekte und genehmigte Hygienekonzept ad absurdum.
    Die Wahrheit sieht anders aus als auf Papier.
    Und wenn es nicht der Mundschutz ist, dann werden es die Abstände sein.

    Es ist nicht durchzusetzen, das muss jedem klar sein.
    Das ist auch der große Knackpunkt bei all den ach so tollen Hygienekonzepten.
    Auf Papier alles super schlüssig, aber in der Praxis wird dann doch anders gehandelt.
    Bezogen auf die HBL:
    wie will der Verein garantieren, dass JEDER Zuschauer die GANZE Zeit so nen Lappen im Gesicht hat? Unmöglich.
    Und wie geht man mit denen um, die dagegen verstoßen? Sofortiger Rauswurf wäre konsequent (hygienisch aber auch schon zu spät),
    aber auch hier wird die Praxis anders aussehen. Da wird erst mal nur ermahnt,vielleicht sogar zweimal.
    Aber ein potenziell Infizierter hat dann bereits zweimal seine Viren in die Halle abgegeben.

    Das kann ich grundsätzlich nachvollziehen. Aber ist denn in absehbarer Zeit jemand zum Netzwerken in der Halle und ist es wirklich ein Zugewinn, sich vor ein paar hundert Leuten präsentieren zu können (die meisten kennen die Werbeblöcke in der Halle sowieso schon auswendig) ?
    Ich glaube, dass sich Firmen, die sich derzeit weiterhin für ein Handball-Sponsoring entscheiden, dies aus anderen Gründen tun. Es ist ja auch ein Image-Gewinn sagen zu können, dass man weiterhin im Boot ist. Dass die Gegenleistung geringer ist als bisher, müsste jedem klar sein bzw. durch geschickte Verhandlung gibt es eine andere geartete Kompensation (Team kommt zu irgendwelchen Firmen-Events etc.)

    ... denn das sieht bei jeder Halle wie ein Verlustgeschäft aus.


    Wo auch immer die genannte Quote von 17.5% herkommt - sie scheint mir zumindest nicht unplausibel zu sein. Und ich stimme Paul Jonas zu, dass es dann wohl bei jeder einzelnen Halle nicht mal für einen operativen Gewinn pro Heimspiel reichen wird. Daher verstehe ich leider immer noch nicht, warum es für den Etat ein Muss ist vor Zuschauern spielen zu müssen. Das macht ja grob überschlagen erst ab 50% Auslastung Sinn. Zu Ludwigshafen habe ich keine Sitzplatz-Kapazität gefunden, aber ansonsten hat Balingen mit 1540 Sitzplätzen die wenigsten der HBL1 zu bieten. Bei 17.5% sind das gerade mal 270 erlaubte Plätze. Da lässt man den Quatsch doch besser ganz bleiben und spart sich dadurch dann evtl. noch einiges an Kosten im Bereich Catering, Security, Reinigung etc.
    Allgemein wird verlautet, dass das Ticketing 25% an den Einnahmen beträgt und die Spielergehälter 85-90% der Kosten repräsentieren. Bei einem Gehaltsverzicht von 20% wären schon 17% der fehlenden 25% abgedeckt - also Zweidrittel. Das ist (ein unschöner) aber viel wirkungsvollerer Hebel als der ganze Zirkus um irgendwelche Hygienekonzepte für Zuschauer und das Feilschen um die Quote. Am Ende wird es diese Saison sowieso nicht ohne Gehaltsverzicht funktionieren.
    Oder wo ist mein Denkfehler bei der Rechnerei?

    Wo wir wieder beim Problem mit dem Gesang in der Kirche wären und dem dann noch größeren benötigten Abstand.
    Selbst wenn das Tragen eines Maske offiziell für das komplette Spiel vorgeschrieben wäre ... wieviele tragen das Ding korrekt?
    Man sieht ja schon im Supermarkt mehr wie genug Leute, bei denen das obere Ende unterhalb der Nase sitzt - und das nicht nur bei Brillenträgern.
    Wie will der Verein sicherstellen, dass jeder einzelne Zuschauer die Maske über die gesamte Verweildauer in der Halle korrekt trägt? Das ist der Punkt, warum solche Konzepte auf Papier funktionieren und dann doch schief gehen. Es scheitert an der Umsetzung.

    Ich habe ja auch betont, dass ich es gut finde, dass die HBL versucht, einen roten Faden für Saisongestaltung zu geben. Aber zwischen Resignation/Nicht-Handeln und einer zu optimistischen Planung gibt es noch viele Zwischenstufen. Ich bin mir sicher, dass die Geisterspiele sofort beschlossen worden wären, wenn die wirtschaftliche Abhängigkeit bzgl. der Zuschauer nicht in diesem hohen Maß vorhanden wäre.
    Es ist durchaus richtig, dass auch in der Vergangenheit an bestehenden Planungen nachgebessert wurde. Da ging es aber meist nur um organisatorische oder finanzielle Belange und man hatte einen entsprechenden (bereits bekannten) Spielraum. Wenn in der jetzigen Situation nachgebessert werden muss, weil es doch nicht passt wie geplant, dann kann man nicht selbstbestimmt nachjustieren, sondern muss sich den behördlich verordneten Möglichkeiten anpassen. Im Extremfall heißt das: geht etwas schief, dann ist die Halle erst mal für mehrere Wochen komplett zu. Und dann? Auch eine Reduzierung der Zuschauerzahl würde nur zu Problemen führen. Was bringen einem denn beispielsweise nur 300 Zuschauer in der Halle, wenn man dringend auf die Einnahmen angewiesen ist und wie geht man mit den bereits verkauften Tickets für das nächste Heimspiel um, wenn die Zahl reduziert werden muss? Man ist bei der Planung weder Herr der Lage noch Herr im eigenen Haus. Das macht es so schwierig.

    Sicher muss die HBL etwas planen, um den Vereinen zumindest irgendeinen Anhaltspunkt geben zu können. Das Problem ist, dass man zu viel unter einen Hut bringen möchte bzw. muss. Auf der einen Seite steht da die Forderung nach der möglichst baldigen medialen Präsenz (zu lösen über TV-Übertragungen) und auf der anderen Seite die wirtschaftliche Machbarkeit der ganzen Sache (nicht ohne Zuschauer). Dieser Spagat kann in der momentanen Situation und dem bisherigen medizinischen Wissen nicht funktionieren. Ganz zu schweigen wie man mit Szenarien wie Spielansetzungen von Teams mit infizierten Spieler oder staatlich angeordneter Unterbrechung mitten in der Saison umgehen würde. Dafür wäre selbst im jetzt geplanten Termindickicht gar kein Puffer mehr vorhanden. Ich glaube, da hofft man einfach nur, dass das nicht passiert, was in meinen Augen grob fahrlässig ist.
    Ich frage mich sowieso, wie man auf die Idee kommen kann, Handball-Fans in die Halle lassen zu wollen, wenn selbst das Singen im Gottesdienst schon zig Infektionen verursacht hat. Dann reichen auch 5 Reihen Abstand nach unten nicht, wenn da ein Infizierter ordentlich schreit. Aber man hat ja die Kontaktdaten aller Zuschauer. Die kann man dann informieren, dass leider doch etwas schief gegangen ist.

    Du meinst also, die Kriegskasse bei Sky ist schon gut geplündert ...
    DAZN ist letztes Jahr ja auch schon (teilweise) in den EHF-CUP eingestiegen. Das neue Teilnehmerfeld macht auch dessen Nachfolge-Wettbewerb attraktiver und in Kombination mit der CL könnte man da ja ein durchaus interessantes Handball-Paket schnüren. Es könnte sich also die gleiche Zweiteilung wie im Fußball entwickeln.

    Gibt es eigentlich was Neues bzgl. der TV-Rechte ab nächster Saison?
    Mein letzter Stand (Februar) ist, dass zwar die Muttergesellschaft von DAZN diese Rechte für die nächsten 10 Jahre gekauft hat, aber es komischerweise trotzdem noch nicht entschieden ist, ob die CL zu DAZN wechselt oder doch bei Sky bleibt. Das ist aber eben schon über 4 Monate her.