Ich war vor zwei Jahren beim 2.Liga-Spiel FTC A-Jugend gegen den EL-F4-Teilnehmer Esztergom. Man musste nichts bezahlen und bekam sogar Einheitsboden. 14 Euro für 4 A-Jugend-Spiele Stream zu nehmen, ist absurd. Die HBF, 2.HBF und Pokal haben zusammen 40 Euro gekostet.
Ist in Ungarn alles ein bisschen anders (bis jetzt, mal sehen, wie es mit der neuen Regierung wird) als in Deutschland.
Man kann das überhaupt nicht vergleichen.
Die (oberen) Vereine dort brauchen keine Eintrittsgelder In dem Bereich.
Audi z. B. sponsort aufgrund des Steuermodells im Spitzensport in Ungarn eine Summe in Györ, die höher ist als der Gesamt-Etat der 3 erstplazierten Mannschaften in Deutschland. Zusätzlich erhalten die Vereine noch siebestellige Sponsorings von Ihren Städten und Kommunen. Das da die Infrastruktur , die Kader und die Jugendarbeit auf einem völlig anderen Niveau sind ist weder verwunderlich noch besonders. Man könnte eher fragen, warum da nicht mehr rauskommt als ein paar Jugend-Titel auf internationaler Ebene. Muss man aber auch nicht wirklich, weil in der Spitze das Geld auch dort lieber in ausländische Spielerinnen investiert wird.
Fakt ist, das im Vergleich der Länder im Frauen-Handball und irgendwie auch generell im Sport Deutschland aufgrund vieler Themen nur noch hinterher läuft.
Wir sind schon lange keine Leistungsgesellschaft mehr sondern eine Neid-Gesellschaft, die davon lebt alles um sich herum negativ zu sehen und in den Krümeln nach Fehlern sucht.
Wenn jemand 33 Euro Eintritt nimmt und es kommen 1200 bis 1500 Menschen, dann hat er doch alles richtig gemacht.
Und dieses Geld wird in Deutschland auch dringend gebraucht.
Geht mal davon aus, das die Hälfte der Erstligisten und so ziemlich alle Zweitligisten aufgrund von Hallenstadards und Vorschriften sowie Reinigungskosten etc. bei Heimspielen drauflegen.
Oldenburg zum Beispiel hat seinen Etat um ca. 500 Tsd. in den letzten Jahren erhöht, muss aber auch für Halle und Infrastruktur ca. 250 Tsd aufwenden.
Neckarsulm, hier ja auch immer gerne kritisiert, musste ca. 135 Tsd Euro aufwenden um die Hallenstandards zu erfüllen und hat keine Etaterhöhung in den letzten Jahren gehabt.
So hat jeder Verein sein Päckchen zu tragen und versucht, das beste draus zu machen.
Gute Spielerin zu bekommen ist allerdings aufgrund der Konkurrenz Ungarn und Rumänien fast unmöglich.
Eine durchschnittliche Linkshand auf Rückraum Rechts spielt in Deutschland für alles in allem vielleicht 2000 netto und geht jetzt nach Rumänien für 10000 netto...
Da kannst Du der Manager des Jahrhunderts sein und wirst diese Spielerin nicht bekommen.
Und wenn dann auch noch Trainingszeiten, Hallenstandards usw meilenweit auseinander liegen weil in Deutschland zur besten Trainingszeit auch die Coronalsportgruppe trainieren muss verwundert nicht, das alles so ist wie es ist.
Support und Anerkennung für die geleistete Arbeit von meist ehrenamtlichen oder zumindest unterbezahlten Menschen in Verantwortung wäre auch mal nett, aber es kritisiert sich ahnungslos doch viel leichter.
In diesem Sinne wars das auch wieder von mir, viel Spaß noch beim fachsimpeln.