Freundschaft!
Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen Steuer- und Handelsbilanz. Nur müßtest Du mal erklären, warum die sich hier die Steuerbilanz in diesem Fall hier so deutlich von der Handelsbilanz unterscheiden sollte, daß bilanzielle Verlustvorträge sich so eklatant von den steuerlichen Verlustvorträgen unterscheiden, sodaß massiv Steuern auf den Gewinn gezahlt werden mußten. Wir haben hier ja schließlich keine Konzernbilanz vorliegen und auch keine sonstige komplizierte gesellschaftliche Struktur, sondern eine einzige GmbH. Ich kann jedenfalls sagen, daß die GuV im Jahresabschluß 2008 keine Steuern auf den Gewinn ausweist, obwohl dort der größte Gewinn der GmbH-Geschichte verbucht wurde. Jetzt müßtest Du mindestens schon erklären, warum das für die Folgejahre anders gewesen sein sollte oder konkrete Zahlen liefern, daß tatsächlich der Gewinn versteuert wurde. Ansonsten ist es nicht mehr als ein rein theoretisch begründeter Versuch, die Argumentation, daß im sportlichen Bereich nicht gut gearbeitet wurde, nicht anerkennen zu müssen.
Im übrigen reden wir hier theoretisch von 64882,50 Euro p.a. (Hebesatz in MD 450 %) in den vier Jahren. Das ist vergleichsweise auch eine geringe Summe. UND: wie schon einmal gesagt - man kann auch nach Auslaufen dieser Belastung praktisch keine Entwicklung erkennen. Punktemäßig zwei Zähler, das aber auch noch unter dem Einfluß, daß mit dem HSV Hamburg genau dann ein Topclub komplett weggebrochen ist. Edit: spätestens an dieser Stelle konterkariert sich diese Argumentation in Bezug auf die Ausgangsfrage, wie gut man wirtschaftliche Möglichkeiten in sportlichen Erfolg umsetzt.
Ich fasse außerdem zusammen. Du hast also auch keine konkreten Zahlen zum Umsatz des SCM, aber dieser bewegt sich NATÜRLICH in der Höhe des angegebenen Etats. Weil es so schön bequem für die eigene Argumentation ist. Im übrigen sollte man auch noch erwähnen, daß die Füchse 2014 und 2015 das EHF-Cup-Final-Four ausgerichtet haben. Das erhöht den Umsatz auch beträchtlich, ist aber Geld das nur durchfließt. Würde ich bitte nicht vergessen. Ebenso, daß die Füchse mit CL-FF, zweimal EHF-FF, Pokalsieg und zweimal Vereins-WM praktisch am laufenden Band erhebliche Erfolge neben der Bundesliga hatten, die einen zusätzlichen Umsatz, aber auch erhöhe Personalkosten (von den Spieler aus selbst erwirtschafteten Einnahmen gezahlte Prämien!) zur Folge haben. Diese sind dadurch aber Ergebnis einer guten sportlichen Arbeit, aber nicht Grundlage für diese. Denn der Spieler kommt für das Grundgehalt und nicht, weil man ihm erzählt, daß man zweimal die Vereins-WM gewinnt oder ins CL-FF kommt. Wer hätte dann vorher damit gerechnet?
zu den Verlustvorträgen, mache ich bei Gelegenheit. Muss da noch ein bisschen recherchieren. Dann vielleicht auch etwas konkreter. Für 2008, gab es logischerweise noch Verlustvorträge, die aber irgendwann steuerlich aufgebraucht waren. Ursachen erläutere ich später.
Da sowohl die Körperschaftsteuer als auch die Gewerbesteuer nicht abziehbare Betriebsausgabe sind, die aber den Gewinn belasten reden wir hier von dem Jahr, wo 309 Tausend EUR Gewinn erzielt wurden, von 71 Tausend Körperschaftsteuer incl. Soli und genausoviel Gewerbesteuer. Und das nur, wenn keine weiteren Tatsachen, das Einkommen erhöhen (nicht abzugsfähige Geschenke). Das heißt von Einnahmen von sagen wir 4,5 Mio wurden dann 300 Tausend als Gewinn und 150 Tausend als Steuern nicht für den Rest ausgegeben. Sind dann nur 4,05 Mio. Gesamte Ausgaben. Anteil der Personalkosten davon 70% so wie bei anderen Vereinen (THW knapp 7 Mio bei 10 Mio Umsatz, Füchse 4,1 Personalkosten bei 6 Mio Umsatz) ergeben dann unter 3 Mio. als Personalkosten.
Zu den Füchsen. Siehe Bundesanzeiger. Da ist die GuV für 12/13 und 13/14 drin. Da sind jeweils über 4 Mio Personalkosten drin bei 6 bzw. 6,6 Mio Umsatz... Sondereinnahmen erkenne ich da für den DHB-Pokal in 14 (deshalb 600 Tausend mehr Einnahmen und 200 Tausend mehr Personalkosten als evtl. Prämie), und natürlich Sonderkosten von 300 Tausend für die Ausrichtung des FF im EHF-Cup (s. sontiger betrieblicher Aufwand 2,3 statt 2 Mio.)
In 12/13 war in der CL im Achtelfinale Endstation, lediglich das Final Four in 13/14 wo man zum Ende 3. wurde, sind noch mal Sondereinnahmen.
Da MHS Banker ist, gehe ich davon aus, dass er weiß, was ein Etat ist - nämlich ein in wertmäßigen Größen (Geldbetrag) formulierter Plan von zukünftigen, erwarteten Einnahmen und Ausgaben. Und nicht nur die Angabe der Personalkosten, wie es anscheinend die Füchse machen...
Die 400 Tausend für Vereins-WM sind im Abschluss 15/16 und 16/17 (noch nicht veröffentlicht bzw noch nicht zu Ende!). Ich gehe daher davon aus, dass deren Personalkosten aufgrund dieser Extraeinnahmen weiter am Steigen sind (Richtung 5 Mio), was dann auch umgekehrt ihren ETAT (als Angabe für die Personalkosten erklärt. Ist halt immer die Frage, von welchem Etat man redet. Man kann auch einen Etat für die Reisekosten aufstellen.
Was ich damit sagen will, ich gehe aktuell davon aus, dass die Berliner höhere Personalkosten als wir haben und sie daher, wenn man die Ansicht vertritt Geld wirft Tore, sie aus diesem Grund vor uns stehen.
Das aber als Etat regelmäßig der Umsatz gemeint ist, dazu s. THW (Umsatz 13/14 bei 9,7 Mio bei einer Etatangabe von 9,5 Mio). Bei Flensburg werden immer zwischen 6 und 6,5 Mio kolportiert, was deren tatsächlichen Umsätzen entspricht.