Beiträge von Skinny Urios

    Darmoul haben wir nicht in den Griff bekommen, der hat uns mehrmals wehgetan. Dafür aber dass die Kasseler praktisch keine Torhüterleistung hatten, haben wir viel zu niedrig gewonnen. Grgic, Simon und Kent im 3er -Verbund gefallen mir richtig gut. Dagegen wirkt Kirkelökke wie ein Fan, der bei einem Preisausschreiben ein Spiel mit seinen SG-Idolen gewonnen hat. Sein Timing, sein Entscheidungsverhalten, seine Körpersprache uff.......naja.

    Simon und Grgic haben erkannt, dass die Rückraumkreuzungen heute das MIttel der Wahl sind. Bei der dünnen SG-Kapelle plus der Tatsache, dass wir hier seit 2021 nicht mehr gewonnen haben, nehmen wir die Punkte gerne mit. Pajos MT-Bilanz bleibt makellos: 3 Spiele (in 2 verschiedenen Wettbewerben) und 3 Siege.

    Also wenn ich die kürzlichen Moves der SG auf dem Transfermarkt und die aktuellen Gerüchte (Kristensen fürs Tor bspw.) richtig interpretiere, dann verfolgt man wieder die Strategie, Spieler zu verpflichten, die ihren nächsten Step machen wollen und an der Schwelle zur internationalen Klasse stehen. Entwicklungspotential eben.
    Natürlich kann man jetzt mit dem Anspruchsargument kommen, ein Verein wie die SG muss ja etc.

    Aber ich finde die aktuelle Transferpolitik schon sehr spannend und nachvollziehbar. Simon Möller, Emil Bergholt, evtl. Andre´ Kristensen, Aymeric Minne´. Das ist halt die Kategorie an Spielern, die man bekommen kann und die ggf. noch Pfeile im Köcher haben. Wobei Minne´ da ja schon sehr gut unterwegs ist.

    Auf RR hat man sich jetzt für die interne Lösung entschieden. Solide und nachvollziehbar, aber natürlich nicht die "große" Lösung, die viele vllt. erwartet hätten. Es war aber vllt. auch nicht abzusehen, dass Captain Kirk so hinter Kent abfällt.

    Die SG ist mal wieder gezwungen (zumindest aus meiner Sicht) kreative Wege bei der Kaderzusammenstellung zu gehen, weil einem die gebratenen (dänischen) Tauben nicht mehr von alleine in den Mund fliegen.

    Freundschaft!

    Gedanken machen muss man sich eigentlich nicht groß, denn es passiert ja so oder so. Problematisch wird das in jedem Fall, weil es die Statik des Spiels stark betrifft, wenn man zwei Kreisläufer abgibt. Egal, welche Klasse Neuzugänge haben. Das wird immer Zeit brauchen.

    Von mir mal die Frage, wie stark man Bergholt einschätzen muss. Ich habe in letzter Zeit (von Kommentatoren in SG-Spielen u.a.) gehört, dass Bergholt so eine überragende Verpflichtung wäre. Ich bin mir aber nicht sicher, wie viel Expertise in diesen Äußerungen steckt. Ich würde da erstmal ein Downgrade im Vergleich zu Jörgensen und Golla sehen. Meinungen?

    Ein Upgrade zu Golla und Jørgensen wäre finanziell auch schwer zu stemmen aktuell. :) Aber ja, eigentlich sprichst du mir aus der Seele. Bergholt ist ja schon im erweiterten Kreis der DK-NM. Aber wie gut er tatsächlich ist, kann ich auch nur mutmaßen. Seine Wurfquote liegt in der Dänischen Liga so im "normalen" Bereich.77,27%. Um seine Abwehrarbeit einschätzen zu können, müsste man regelmäßig Skjern-Spiele gesehen haben. Ihm eilt der Ruf voraus, ein Motivator und Stimmungsmacher zu sein.

    Ich kenne keinen Spieler, wie Oma Inge, der den Aufsetzer ins lange Eck so perfektioniert hat. Auch sein 7m-Rezept ist so einfach wie genial, meistens Aufsetzer oder durch die Beine.

    Gisli erinnert mich an Sleipnir das 8-beinige Pferd aus der Mythologie. Vielbeinig, megaflink und Pferdelunge.

    Einzig Lukas Mertens viel deutlich unter das Niveau der anderen. Höhepunkt sein Fehlwurf bei doppelter Überzahl mit einem Winkel über den ein Flugzeugträger gesichert hätte.

    Bei uns fiel halt hart auf , dass wir mit Captain Kirk auf Irrwegen auf RR eine absolute Schwachstelle im Kader haben.

    Die erste HZ von Simon war die beste 1.HZ, die ich von ihm gesehen habe, seit er bei der SG ist.

    Sicherlich hat Flensburg das Problem nicht exklusiv; nur bei euch fällt es mir mehr auf.

    Was mich ärgert, dass ich keine Bemühungen von Vereinsseite sehe, dieses Verhalten von einer Fangruppierung ändern zu wollen.

    Hat man Sorge, dass dann der Begriff „Hölle Nord“ nicht mehr passen würde?

    Ich hatte es mal an anderer Stelle geschrieben, der Verein könnte ein sozialpädagogisches Fanprojekt oder einen Fanbeauftragten installieren, der sich damit befasst.

    Die Rufe von der Stehplatztribühne würde ich nicht als "überschäumende Emotionen" bezeichnen (Emotionen kann man lauf Definition nämlich nicht steuern) und ich glaube nicht, daß du diese "SCH... " rufe im Magdeburg hören wirst. Die gibts eigentlich leider oder besser zum Glück nur in Flensburg.

    Ja,

    damit hast Du vermutlich sogar Recht, aber auf eine andere Art, als Dir vielleicht bewusst ist.

    Wenn man mal in die Fanforschung eintaucht, dann kommt es ziemlich schnell zum Thema Gruppenidentität. Im Fußball weitaus verbreiteter, weil es dort zuhauf organisierte Fangruppen, Fankultur, Ultras etc.gibt. Am Ende geht es nach dem US-amerikanischen Politologen Samuel Huntingdon bei der Gruppenidentität darum, dass die Erschaffung einer kollektiven Identität immer auch von einem Gegenüber abhängt. Demnach könne sich eine Gruppe nur mittels Abgrenzung nach außen als Gruppe etablieren. "Wir wissen, wer wir sind, wenn wir wissen, wer wir nicht sind und gegen wen wir sind." (Huntingdon)

    Mit anderen Worten, die Überbleibsel der ehemaligen SG-Ultras sind so ziemlich das einzige organisierte Fankollektiv im deutschen Handball, noch dazu auf einer Stehplatztribühne. Sie bilden sich da u.U.kräftig was drauf ein und um ihre Gruppenidentität zu stärken/leben/etablieren, pflegen sie ihre Feindbilder.

    Kein Flensburger Phänomen also, sondern eher ein soziologisches.

    Errichte in einer anderen Halle eine reine Stehplatztribühne, warte ab, bis sich Fans organisieren (mit Vorsänger, Pflegen von Ritualen und einer klaren Gruppenidentität etc.) und du wirst in jeder anderen Halle dieselben Phänomene erleben, weil jeder Verein seine Rivalen und Lieblingsgegner hat.

    Ich entschuldige das Verhalten der entsprechenden Honks auf der Nord nicht, aber es ist kein Flensburger Problem an sich.

    Freundschaft!

    Die Serie ist noch ausbaufähig. Ich habe gerade mal Statistik gemacht. Der SCM hatte mal 19 Auswärtsspiele in Folge. Beim Suchen nach anderen Serien stieß ich auf 18 Auswärtsspiele von Göppingen. Da fiel aber die Zeit der "Starting" Fours mit rein. Da gab es also zwischendurch Spiele auf neutralem Platz. Zeitlich gesehen war das mit 13 Jahren ohne Heimspiel wohl die längste Serie.

    Die SG hatte jetzt fünf Auswärtsspiele in Serie. Wenn man das Final Four nicht berücksichtigt, dann sechs. Und inklusive Final Four acht Pokalspiele nicht mehr zu Hause. Generell ist es so, dass man im DHB-Pokal als Topclub durch diverse Randbedingungen eher selten zu Hause spielt. Exemplarisch für den SCM 22 % Heimspiele, 58 % Auswärts und 20 % Neutral. Für andere Klubs habe ich keine Zahlen.

    Darf ich dich ab heute Gand-ALF der Zahlen nennen? :)

    Pajo hat vor allem unsere Auswärtsbilanz aufpoliert und auch die damit einhergehende Körpersprache. Die ganz großen Namen hatten wir noch nicht auswärts aber Stolpersteine a la RNL, Stuttgart, Eisenach und Irun haben wir alle gemeistert plus die Pflichtsiege. Ich bin sehr gespannt, wie sich diese Saison noch entwickeln wird.