Beiträge von Lernender

    Liebes Handballtagebuch.

    Ich habe hier immer sehr gerne die Beiträge gelesen. Vor allem von Harmi und Zickenbändiger. Und da ich nun auch selbst eine männliche D-Jugendmannschaft in der Oberliga betreue, möchte ich mich auch daran wagen, einmal etwas einzustellen.


    Freitag 19:30Uhr: Der durchschnittliche D-Jugendspieler
    packt nach einer anstrengenden Woche seine Handballtasche für den nächsten Tag.
    Er besucht die fünfte, sechste oder siebte Klasse einer weiterführenden Schule
    und hat in den vergangenen fünf Tagen nicht nur über dreißig Unterrichtsstunden
    absolviert, sondern im Fach Handball, welches von seinem Lieblingsverein
    angeboten wird, ebenso an drei Nachmittagen nochmal insgesamt 285 Minuten
    trainiert. Beim Abendbrot, welches nochmal alle Energiespeicher auffüllt,
    erinnert er seine Eltern daran, dass sie ihn am nächsten Tag zu 7:15Uhr zum
    Treffpunkt bringen müssen. Die Eltern würfeln heimlich darum, weil natürlich
    beide diesen Job in der Früh übernehmen wollen.


    Freitag 20:15Uhr: Der durchschnittliche D-Jugendspieler
    geht nun ins Bett. Die nächsten zehn Stunden Schlaf sieht er ganz professionell
    als Grundlage für seine gute Physis am Spieltag. Immerhin trainiert er
    regelmäßig drei Mal die Woche. Da soll es an einer vermeintlichen Kleinigkeit
    wie Übermüdung nicht scheitern.


    Samstag 6:15Uhr: Der durchschnittliche D-Jugendspieler
    wacht ausgeschlafen und fit auf. Während er sich gutgelaunt auf das Spiel
    freut, hat der Elternteil, welcher am Vortag den Bringedienst gewonnen hat,
    noch Probleme den Tag ebenso fröhlich zu begrüßen. Ein kurzer Blick aus dem
    Fenster ist da natürlich hilfreich. Draußen ist es dunkel und kalt.


    Samstag 7:Uhr: Der durchschnittliche D-Jugendspieler
    steigt nun ins Auto. Nach dem zweiten Kaffee bekommt der bringende Elternteil
    die Augen genügend auf, um am Straßenverkehr teilzunehmen. Die Straßen sind
    herrlich frei und laden zum langsamen Fahren ein. Die Polizei, welche ziemlich
    nah zum Treffpunkt ihr Lasergerät aufgebaut hat, trägt freundlicherweise im
    Abblendlicht reflektierende Jacken, welche man bereits aus 200 Meter Entfernung
    erkennt.


    Samstag 7:15Uhr: Der durchschnittliche D-Jugendspieler
    steigt am Treffpunkt aus dem Auto aus, begrüßt seine Mannschaftskameraden und
    macht sich abreisefertig zum 158 Kilometer entfernten Auswärtsspiel . Die
    Eltern am Treffpunkt sind dankbar darüber, dass sie so zeitig wach sind, weil
    sie ja nun noch so viel vom Tag haben.


    Samstag 8:50Uhr: Die D-Jugend kommt an der Halle an und wird nach einem kurzen
    Spaziergang an der frischen Luft, dem Umziehen, dem Aufwärmen und der
    Traineransprache gegen 10Uhr motiviert und munter in die Partie starten. Der
    bettflüchtige Elternteil, welcher seinen Sohn am Morgen zur Halle brachte, hat
    vermutlich den Wocheneinkauf gemacht und den Keller entrümpelt, den Sperrmüll
    gleich noch zum Wertstoffhof gebracht und angefangen das Kinderzimmer neu zu
    tapezieren. Man muss die Zeit ja ordentlich nutzen, wenn der Junge aus dem Haus
    ist. Der bettlägerige Elternteil steht auf, bevor er noch Rückenschmerzen
    bekommt, weil er die horizontale Lage überbeansprucht. Er wundert sich, warum
    es noch kein Frühstück gibt.


    Samstag 10Uhr: Der durchschnittliche D-Jugendspieler
    genießt nun den Höhepunkt seiner Woche. Dieser nun hier aus Trainersicht
    wiedergegeben:


    Wir starten mit unseren 1:1-starken Spielern in die
    Begegnung, welche sich immer wieder durchsetzen gegen körperlich stärkere
    Gegenspieler. Leider haben wir hier noch mit dem flüssigen torgefährlichen
    Anstoßen und schnellem Weiterspielen erhebliche Probleme, so dass viele Tore
    aus Einzelaktionen entstehen. In der Abwehr trauen wir uns nicht, bis zum Ende
    aggressiv auf Ballgewinn zu gehen und da wir hier die absolute Konsequenz
    vermissen lassen, werden wir öfters mit freien Würfen der Gegner auch aus dem
    Zentrum bestraft. Aber das Torhüterduell, mit den gegnerischen Torwächtern,
    entscheiden unsere Keeper heute für uns, gerade weil sie auch freie Würfe
    wegnehmen. Nach 15 Minuten führen wir 10:6
    und nehmen eine Auszeit in welcher wir blockweise durchwechseln. Unsere
    fünf Spieler, welche nun neu in der Begegnung sind, starten mit einem guten
    Tempo, fangen sich dann aber kurz hintereinander zwei Zeitstrafen ein und
    verlieren den Faden. In der Abwehr bleiben wir kurzzeitig unter unseren Ansprüchen,
    was der Gegner sofort ausnutzt und bis zum 13:14-Halbzeitstand an uns
    vorbeizieht.


    Nach der Halbzeit kämpfen wir darum, wieder Zugriff auf
    die Partie zu bekommen. Beide Teams produzieren jetzt kurzfristig vermehrt
    Fehler, aber wir können zunächst kein Kapital daraus schlagen. In der Abwehr
    rappeln wir uns nach einer schwächeren Phase auf, in der wir Gegenspieler davon
    laufen ließen und zeigen nun wieder mehr Mut zum bedingungslosen Ballgewinn.
    Dies wird belohnt und während wir unsere Fehlerzahl verringern können, drehen
    wir das Spiel. Nach einem 18:20-Rückstand ziehen wir mit einem 4:0-Lauf vorbei
    und können die Führung sogar noch auf 24:21 ausbauen. Da zeigen wir kurzfristig
    mal das gesamte Potential, gehen in der Abwehr mutig in die Passwege und
    spielen die Angriffe schnell aus. Insbesondere die rechte Angriffshälfte macht
    gut Druck und sollte den Anspruch haben, sich an dieser Leistung messen zu
    lassen. Die Gastgeber raffen sich nochmal auf, kommen ran und haben in der
    Schlussminute die Chance auf den Ausgleich. Doch die D-Jugendspieler stellen
    sich nicht schüchtern hinten rein, sondern gehen mit enormem Kraftaufwand
    abermals in die Passwege, bieten eine schlechte Anspielstation an und fangen in
    Folge dessen nochmal den Ball ab. Abwehr kann so viel Spaß machen. Die letzten
    zwanzig Sekunden lassen sie sich nicht mehr aus der Reserve locken und bringen
    den26:25- Sieg kaltschnäuzig über die Zeit.


    Ein erfreulicher erster Sieg, welcher Kraft gekostet hat.
    Aber diese engen Spiele mit Gegnern auf Augenhöhe bringen die Jungs weiter,
    weil sie bis zur letzten Minute ihr Leistungsmaximum abrufen müssen. Deswegen
    kann man zufrieden auf diese 50 Minuten schauen.


    Nach Duschen und Umziehen verlässt der durchschnittliche
    D-Jugendspieler gegen 12 Uhr die Halle. Nach anderthalb Stunden Fahrtzeit
    berichtet er hoffentlich beiden Eltern vom knappen Sieg. Zu Hause freut er sich
    über den entrümpelten Keller und das frisch tapezierte Zimmer.

    Folgende Frage: Im HV Sachsen spielen in der höchsten Jugendliga zwei Mannschaften des selben Vereins. Einzelne Spieler spielen dort jedes Spiel der zweiten Mannschaft und jedes zweite Spiel der ersten Mannschaft. Nach Festspielparagraph wäre es also konform. Aber gibt es dort nicht noch eine andere Regel? Oder darf man bei zwei Teams in der selben Liga wirklich zwischen den Mannschaften wechseln?

    Hallo Forum,

    Ich habe folgende Frage: Welche Statuten gibt es, für Erst- oder Zweitligisten Nachwuchsarbeit zu leisten?
    Ich habe bei der HBL die Internetseite mit den Ordnungen gefunden (DKB Handball Bundesliga - Formulare und Ordnungen). Ich habe mir die Ordnung zur Erteilung von Lizenzen durchgelesen, sowie die Ordnung zur Erteilung des Jugendzertifikats. Aber aus meiner Sicht, nehmen sie keinen Bezug aufeinander. Deswegen hier meine Frage, ob es sanktioniert werden kann, wenn ein Erst- oder Zweitligist, keine bzw. nur mäßige Jugendarbeit betreibt und wie eine solche Sanktionierung aussehen kann. Gibt es Geldstrafen oder Punktabzüge wenn ein solcher Verein keine A-Jugend in der Jugendbundesliga bzw. der höchsten Klasse des Landesverbands hat? Oder wenn nicht alle Ebenen im Jugendbereich mit einer Mannschaft besetzt sind? Oder kann bei Nichtnachkommen von Mindestanforderungen in der Jugend sogar die Lizenz entzogen werden?
    Wenn ihr mir auch nur einen Tipp geben könnt, wo ich suchen muss, würde ich mich schon freuen.

    Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

    Sportliche Grüße