Keine Angst. Durchführungsbestimmungen, Rahmentrainingskonzeption und die Pädagogischen Leitlinien des DHB sind mir bekannt.
Ich dachte, du beziehst dich mit Jugendkonzept des DHB auf etwas, was mir vielleicht entgangen ist.
Übrigens nur kurz zur Info: In Sachsen steht in den Durchführungsbestimmungen für die D-Jugendsachsenliga, dass in der 1.Halbzeit eine 1:5-Abwehr gespielt werden muss. Da darf man keine Manndeckung spielen. Das ging sogar soweit, dass ich schon in Auswärtsspielen von den Schiedsrichtern angehalten wurde, meine Abwehr zurückzuziehen. Da habe ich eine 1:5-Deckung spielen lassen, welche bei 16 Metern anfängt abzuwehren und sollte sie schön zurück an den Neuner stellen, damit der Gegner seine festen Spielzüge machen kann. Da hat in der Auswärtshalle niemand verstanden, dass eine 1:5-Abwehr nicht an den Neuner gebunden ist. Die haben alles, was weiter heraustritt gleich als Manndeckung angesehen. Warum die Manndeckung nur in der zweiten Halbzeit erlaubt sein sollte, verstehe ich auch nicht.
Ich glaube, wir haben unterschiedliche Ansichten, was leistungsbezogen bedeutet. Für mich heißt dass keineswegs ergebnisbezogen. Natürlich bekommen bei mir auch alle Jungs möglichst viele Spielanteile auf möglichst unterschiedlichen Positionen.
Leistungsbezogen trainieren bedeutet für mich in der D-Jugend, dass man mit einem klaren Konzept agiert. Das heißt für mich im Training, dass im koordinativen Teil unter anderem auch Bodenturnen und das Erlernen des Lauf-ABC ansteht. Dann nimmt noch der Handball-Üben-Teil und der Handball-Spielen-Teil einen großen Platz im Training ein. Ziel über die Saison gesehen ist die individuelle Weiterentwicklung und nicht irgendein Tabellenplatz. Hauptantrieb für die Weiterentwicklung ist dabei die Eigenmotivation und Freude der Jungs im Training. Nicht dass ich dir ein Bild des Schleifers im Kinderhandball vermitteln will. Wie definierst du leistungsbezogen im Kinderhandball für dich? Was sind deine Befürchtungen?
Und in Sachsen gibt es eine eingleisige D- und eine C-Jugendsachsenliga. Dies gibt es zumindest in Ostdeutschland in einigen Bundesländern. Die ostdeutschen Bundesländer und Berlin spielen übrigens alle einen Landesmeister und Vizemeister bereits in der D-Jugend aus, da sich diese Teams alle zu einer Ostdeutschen Bestenermittlung treffen.
Die Trainer der deutschen Vereine haben alle mindestens eine C-Lizenz.
Warum das jetzt unbedingt über Bezirksauswahlen laufen soll verstehe ich nicht. Was ist falsch daran, dass Vereine sich gleichstarke Gegner organisieren?
Und was soll das dem deutschen Handball bringen? Ja, es ist vieles gut, wenn man die aktuelle Jugend betrachtet. Aber auf den Lorbeeren ausruhen und hoffen, dass die anderen Nationen schlafen ist für mich auch nicht der richtige Weg. Und selbst wenn da jetzt keine Nationalspieler entstehen, dann hat man immer noch den kulturellen Austausch, vielleicht ein paar internationale Kontakte oder gar Freunde und einige bereichernde Erfahrungen.
Da gehen ja nicht die Jungs von sieben Mannschaften heulend und todtraurig nach Hause und nur der Sieger darf Lachen.
Die ersten internationalen Spiele und Turniere sind für die Kinder übrigens immer etwas ganz Besonderes. Das ist einfach mal etwas anderes, als gegen den Nachbarverein das fünfte Mal in einem Jahr zu spielen.
Für mich ein tolles Projekt und die Kinder welche daran teilnehmen dürfen, werden sich freuen.