chtnominierung von Lemke ein Fehler war, kann man so oder so beurteilen. Wenn einige der gestandenen Spieler dies negativ gewertet haben sollten und sie das Vertrauen in den Trainer deshalb verloren haben sollten, was ich beim besten Wille nicht glaube, müsste das Vertrauen doch mit der schnellen Nachnominierung und hohen Einsatzzeiten von Lemke wieder da gewesen sein. Alles andere wäre vollkommen unprofessionell und Kindergarten. Wenn ein Spieler sich nicht uneingeschränkt in den Dienst der Mannschaft stellt und wegen persönlicher Befindlichkeiten eine Leistungsverweigerung begeht und trotz Fehlerkorrektur weiterhin dem Trainer nicht das Vertrauen schenkt, sondern sein eigenes Ding macht, muss dieser Spieler gehen und nicht der Trainer. Es scheint aber heute üblich zu werden, das die Spieler sich für unersetzlich und über jede Kritik erhaben fühlen, dass sie meinen mit Unruhe stiften und Leistungsverweigerung ihre höchst persönlichen Ziele, ihren Kopf, durchsetzen zu müssen, ohne jede Rücksicht auf die Mannschaft. Der Fußball ist hier wieder Paradebeispiel einer höchst bedenklichen Entwicklung. Aktuell das Kaspertheater um Aubameyan. Wenn PW wirklich den Trainer angebrüllt hat, weil er eine andere Taktik spielen will, dann gehört er aussortiert bi er seine Haltung überdenkt. Diese Meldung halte ich allerdings für falsch, da er m.E. gar nicht der Typ dafür ist. Ich habe keine Situation in Erinnerung, dass er jemals den Trainer oder jemand anderen angebrüllt hat. Hat er gar nicht nötig.
Dass Prokop die Mannschaft taktisch sehr gut auf die Spanier im Vorfeld eingestellt hat, zeigt die erste Halbzeit. Dass die Anspiele auf Aguinagalde nicht gänzlich zu unterbinden sind ist klar und kann keinem Trainer angelastet werden. In er Abwehr der Spanier stehen auch nicht gerade Pappnasen, sodass in der ersten Halbzeit auch unser Angriff sehr gut agiert hat. Dass dann in der zweiten Halbzeit die Mannschaft vollkommen einbricht und der Angriff nur noch als unterirdisch zu bezeichnen ist.kann auch nicht dem Trainer angelastet werden. C.P. wird wohl kaum in der Pause die taktische Anweisung gegeben haben, im Angriff so zu spielen, wie geschehen. Ich unterstelle auch, dass die Spieler hier nicht gegen den Trainer gespielt haben. Es lag ein kollektives Versagen vor,weil die taktischen Vorgaben aus der ersten Hälfte nicht weitergespielt wurden. Dies kann der Trainer im Spiel selber aber kaum ändern. alleine eine radikale Taktikumstellung oder Tausch der Angriffsspieler kann diesen Sog nach unten bremsen. Beides hat Prokop probiert, aber leider bei den Spielern erfolglos. Wenn kollektiv von den Spielern massive technische Fehler begangen werden, ist jeder Trainer in dem Moment machtlos. Erst recht, wenn, wie einige hier behaupten, die Spieler gegen den Trainer spielen,wovon ich aber nicht ausgehe.
Eine starke Ursache dürfte hier allerdings in der maßlosen Selbstüberschätzung einiger "gestandener" Spieler liegen. Diesen hat der "Malus der WM" um mit Rheinland-SR zu sprechen, nicht gereicht, um sie auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Wenn sich einige Spieler als die besten Spieler und damit sicher gesetzt ansehen und von Fans in dieser Auffassung gestärkt werden, kann das nur nach hinten losgehen.
Die Marschrichtung, die Prokop im taktischen Bereich verfolgt, mit Tempohandball und offensiver 6:0 Abwehr, häufigem 7:6 Angriff und variablem Spiel in Angriff und Abwehr ist die in meinen Augen einzig richtige Wahl. Dies ist der Handball der Zukunft und wird heute bereits von Frankreich nahezu perfekt praktiziert. Mit einer starren defensiven 6:0 bin ich, wie im Turnier immer wieder deutlich zu beobachten, gegen einen beweglichen und schnellen Angriff mit halbwegs guten Rückraumschützen aufgeschmissen. Und die Entwicklung geht weiter zu einem immer schnelleren Handball. Dass dies einigen unserer etablierten Spieler nicht genehm ist und diese lieber in ihre Wohlfühlzone bleiben möchten, ist verständlich. Wenn diese aber nicht anpassungsfähig sind und neue Wege ablehnen, sind sie in Zukunft eben nicht mehr erste Wahl.
Prokop kann man den Vorwurf machen, dass er es unterschätzt hat, als BT eben nicht wie die Vereinstrainer ständig mit der Mannschaft trainieren zu können,um neue Abläufe und taktische Vorgaben, die ja auch nicht einfach sind, einzuüben. Die guten Spiele in der Vorbereitung haben da sicher auch bei ihm eine trügerische Sicherheit hervorgerufen. Er musste erkennen, dass die bereits von D.S begonnene unausweichliche Neuausrichtung behutsam erfolgen muss. dies auch, das viele Vereinstrainer diese Entwicklung im Handball auch nicht registriert haben. Warum haben denn die Bundesligavertreter in dieser Saison so massive Probleme in den internationalen Wettbewerben? Dass dies auch auf die NM abfärbt, versteht sich von selbst.
Was hier überhaupt nicht erwähnt wird, sind die Aussagen von Prokop unmittelbar nach dem Spiel gegenüber dem ZDF. Er hat eingeräumt, dass er Fehler gemacht hat und viel bei dem Turnier gelernt zu haben. Dies, ebenso wie sein agieren während des Turniers zeigt doch, dass er selbstkritisch und lernfähig ist.
Dann seinen Rücktritt zu fordern entbehrt m.E. jeglicher Grundlage und ist realitätsfern.
Gefordert ist jetzt,dass alle Beteiligten eng miteinander kommunizieren, wobei auch die Vereinstrainer mit dem Bundestrainer zusammenarbeiten müssen und nicht die beleidigte Leberwurst geben, nur weil einer ihrer Spieler zuerst nur im erweiterten Kader ist.
Jeder muss erkennen, dass es Stammplätze nicht gibt.