Wetzlars Neuzugang Milan Vucicevic im Gespräch
Mit seinen 28 Jahren ist der serbische Neuzugang der HSG Wetzlar schon viel herum gekommen. Als Handballer verdiente Milan Vucicevic sein Geld schon in der slowenischen, spanischen und portugiesischen Liga, ehe der torgefährliche Linkshänder zu Saisonbeginn vier Monate beim VfL Gummersbach aushalf. Nachdem dort der Russe Dennis Zacharow nach einem Kreuzbandriss wieder in das Training zurückgekehrt ist, ergab sich für das HSG-Management kurzfristig die Gelegenheit, den wurfgewaltigen 2,02-Meter-Mann ablösefrei bis zum Saisonende zu verpflichten.
Milan, kannst Du kurz einen Überblick über Deine bisherige Karriere geben?
Milan Vucucevic:
Das Handballspielen habe ich im jugoslawischen Traditionsklub Metaloplastica Sabac erlernt. Dort begann auch mit 18 Jahren meine Karriere als Profi. Es folgten der montenegrinische Klub Cetinje Lovcen und Prule Ljubljana in Slowenien. Danach zwei Jahre in Spanien bei BM Altea. Zuletzt habe ich in Portugal gespielt. Zu Saisonbeginn gab es dann kurzfristig die Möglichkeit, zum VfL Gummersbach zu wechseln. Jetzt freue ich mich auf meine neue Aufgabe hier in Wetzlar. Ich möchte meine Chance nutzen und dem Verein helfen, den Klassenerhalt zu schaffen!
Wie siehst Du Deine Zeit beim VfL Gummersbach?
Milan Vucucevic:
Der VfL ist ein professionell geführter Verein mit einem sehr guten Trainer. Ich hatte in einigen Spielen längere Einsatzzeiten. Mein bestes Spiel habe ich wohl in der Championsleague gegen Celje gemacht. Natürlich hätte ich gern öfter gezeigt, was ich kann, doch das war nun einmal die Entscheidung des Trainers. Hier in Wetzlar hoffe ich auf mehr Einsatzzeit!
Zu Saisonbeginn warst Du schon mit Gummersbach in der Rittal-Arena zu Gast. Welche Erinnerung hast Du an dieses Spiel?
Milan Vucucevic:
Die Halle war gut gefüllt, sehr stimmungsgeladen und das Publikum hatte großen Sachverstand gezeigt. Da zu diesem Zeitpunkt erst wenige Spiele absolviert waren, konnte der VfL das Spiel recht gut kontrollieren. Zum Ende der Rückrunde war bei fast allen Spielern aufgrund der vielen Begegnungen der Kräfteverschleiß sehr spürbar. Wir konnten nur mit viel Mühe die wichtigen Spiele für uns entscheiden.
Wie glaubst Du, der Mannschaft der HSG helfen zu können?
Milan Vucucevic:
Ich habe bei meinen früheren Klubs einige internationale Erfahrungen sammeln können. Mit BM Altea stand ich beispielsweise im Finale des EHF-Cups gegen Kiel. Bis auf bei meiner letzten Station in Gummersbach hatte ich in Angriff und Abwehr zumeist große Spielanteile. Ich hoffe, dass ich die Zuschauer hier in Wetzlar auch in der Abwehr positiv überraschen kann. Im Angriff hoffe ich darauf viele wichtige Tore werfen zu können.
Wo liegt der Unterschied der Bundesliga beispielsweise zur slowenischen oder spanischen Liga?
Milan Vucucevic:
Hier ist kein Spiel von vorn herein entschieden. In Spanien gibt es viel weniger Zuschauer und nur etwa fünf bis sechs gute Mannschaften. Hier muss an jedem Spieltag um die Punkte gekämpft werden – und damit werden wir am Sonntag gegen Großwallstadt anfangen. Das wird ein hartes Spiel, aber wir haben durchaus gute Chancen zu gewinnen. Unsere Mannschaft hat Potential und Teamgeist. Das habe ich daran gemerkt, wie schnell ich hier integriert wurde.
Dein Vertrag läuft vorerst nur bis zum Saisonende. Kannst Du Dir vorstellen, länger zu bleiben?
Milan Vucucevic:
Durchaus. Ich werde die Zeit nutzen, um auf mich aufmerksam zu machen und in dieser attraktiven Liga zu bleiben. Warum nicht auch in Wetzlar?
Vielen Dank für das Gespräch und viel Glück für das Debüt im Wetzlarer Trikot.